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Warum Veganer nicht vorbildlich leben müssen


Dass sich unsere nicht-veganen Mitmenschen durchaus für den Geschmack veganer Gerichte begeistern können, ist ja hinlänglich bekannt. Schon viele Fleischesser haben nach einem guten, veganen Essen begonnen, selbst einmal über die veganen Hintergründe nachzudenken. Wer merkt, dass er auf nichts verzichten muss, ist schließlich offener dafür, eigene Gewohnheiten zu hinterfragen.
Für manche Veganer ergibt sich daraus die Konsequenz, immer besonders vorbildlich zu leben, um Menschen auf genussvolle Weise auf die Vorteile einer veganen Lebensweise aufmerksam zu machen.

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Wie schön wäre es doch, wenn buntes, duftendes Essen dafür sorgen könnte, die stets verdrängte Tierquälerei auf der Erde zu stoppen, das Klima vor dem Kollaps zu retten und auch noch Zivilisationserkrankungen vorzubeugen!
Wahrscheinlich kann gutes Essen zumindest dazu beitragen. Für viele Veganer ist es daher eine nicht unerhebliche Motivation, besonders vielfältig und lecker zu kochen - und vorbildlich vegan zu leben.


Sieht vorbildlich aus!
Bild: Fotolia.com

Das hat in der Praxis natürlich durchaus Vorteile. Denn nahezu jeder Tischgenosse weiß ein liebevoll zubereitetes, köstliches Gericht zu schätzen. Nicht zuletzt sorgt eine bunte, vielfältige Zubereitung auch für eine abwechslungsreichere Ernährung. Nicht spricht also dagegen, mit Freude und Herzenslust vegane Gerichte zuzubereiten.
Anders kann es sein, wenn die "Vorbildlichkeit" das Hauptziel hat, Vorurteile abzubauen.

Vorbildlichkeit macht abhängig von der Meinung anderer Menschen

Denn Vorbildlichkeit bedeutet auch, sich daran zu orientieren, was als "richtig" gilt und was im Sinne der Konformität erwartet wird. Das Problem ist dabei, dass Vorurteile unsachlich und unberechenbar sind. Daher heißen sie ja Vor-Urteile.
So wird Veganismus oft als "ungesund" oder "unausgewogen" bezeichnet. Wer besonders gesunde Gerichte zubereitet, um solchen Vorurteilen vorzubeugen, wird hingegen schnell als "Gesundheitsfanatiker" belächelt. Das genaue Gegenteil also. Vorurteile sind schlicht irrational. Wer sich daran orientiert, macht sich von der unqualifizierten Meinung anderer Menschen abhängig.

Ein veganer Burger
Veganer essen also nur ungesunde Burger?
Bild: Panu Horsmalahti, flickr.com (bearb.), CC-BY

Wer als Nicht-Veganer seine Vorurteile gegenüber der veganen Lebensweise hinterfragen möchte, der findet bereits umfangreiche Informationen zu jedem erdenklichen Thema (zum Beispiel auf Vegpool). So, wie man als Veganer keine Antwort auf jede Frage parat haben muss, muss man auch nicht auf jedes Vorurteil durch vorbildliches Verhalten reagieren. Veganer müssen die gesundheitlichen Vorteile einer ausgewogenen, pflanzlichen Ernährung nicht beweisen - das tun bereits die Wissenschaften.

Es spricht nichts dagegen, seiner Freude an der Zubereitung herrlicher veganer Speisen freien Lauf zu lassen. Nichts spricht dagegen, im Freundeskreis zu zeigen, wie lecker vegane Gerichte sind. Im Sinne der eigenen Zufriedenheit sollte man sich aber auch nicht allein an Vorurteilen orientieren. Es gibt genug Gründe, vegan zu leben. Die vegane Lebensweise ist überzeugend genug - sie braucht keine vorbildlichen, stets perfekten Vertreter.


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