Arbeitsmarkt

Veganismus und Arbeitsplätze

Veröffentlichung: , Bearbeitung:

Vegane Landwirtschaft hätte viele VorteileVegane Landwirtschaft hätte viele Vorteile
Bild: Kecko (bearb.) Bildtitel: End of Drought, CC-BY


Veganer lehnen Tierprodukte ab, essen also kein Fleisch, keine Eier und trinken keine Kuhmilch. Doch ein gewaltiger Wirtschaftszweig ist von der Nutzung von Tieren abhängig.
Gehen Arbeitsplätze in der Tierwirtschaft verloren, wenn sich alle Menschen vegan ernähren?

Veganer meiden Produkte vom Tier, essen aber natürlich vegane Lebensmittel, also zum Beispiel Getreide, Obst und Gemüse. Je größer die Herstellungsmenge eines Produkts ist, desto mehr Arbeitsplätze werden in der Regel eingespart, weil Abläufe technisch optimiert und Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Je effektiver die Nahrungserzeugung ist, desto weniger Arbeitsplätze bietet sie. Zumindest auf den ersten Blick.
Doch wie sieht der Arbeitsmarkt in der Landwirtschaft heute aus?

Derzeit werden die meisten "Nutztiere" in nahezu automatisierten Betrieben gehalten. Ein Landwirt - vielmehr: Techniker - ist verantwortlich für hunderte, oft tausende von Tieren. Die benötigten Futtermittel werden auf großen Flächen angebaut, die ebenfalls durch Industriemaschinen bewirtschaftet werden. Aktuell ist die Erzeugung von Tierprodukten wohl kaum noch rationalisierbar: Arbeitsplätze können hier kaum noch gestrichen werden. Die verbleibenden Arbeitsplätze werden oft völlig unterbezahlt - in schlechten Zeiten zahlt der Landwirt sogar drauf (und finanziert sich über Zuschüsse, z. B. Subventionen). Zusammengefasst: Die meisten Arbeitsplätze in der Landwirtschaft werden aus Steuergeldern querfinanziert. Ein natürlicher Arbeitsmarkt mit fairen Löhnen sieht anders aus.

Vegane Produktion: Effektiver und ökologischer

Der Anbau pflanzlicher Lebensmittel ist effektiver, weil keine Tiere "zwischengeschaltet" werden, die Futterkalorien in erster Linie verstoffwechseln. Etwa 90% der eingesetzten Futterkalorien gehen in der Tierhaltung "verloren". Ohne Tierhaltung wäre die Nahrungserzeugung wesentlich energieeffizienter. Würde man an der aktuellen landwirtschaftlichen Arbeitsweise festhalten und weiterhin auf unökologische Monokulturen und Ausbringung von chemischen Düngemitteln und Pestiziden festhalten, würden durch eine effektivere Produktionsmethode wohl tatsächlich Arbeitsplätze verloren gehen. Doch schon der bloße Verzicht auf Massentierhaltung hätte enorme Vorteile. Es mag da fast zynisch klingen, den Verlust von wenigen Arbeitsplätzen gegen eine wesentliche Verbesserung in Sachen Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Tierschutz aufzurechnen.

Anzeige
Wir haben es Satt!-Demo Berlin

Doch Veganer fordern in der Regel nicht nur eine Abkehr von der Tierausbeutung, sondern auch eine ökologische (und damit für Wildtiere und Ökosystem besser verträgliche) Anbauweise. Eine solche Produktionsmethode ist wesentlich umweltschonender und nachhaltiger - gleichzeitig aber mit mehr Arbeit verbunden. Arbeitsplätze könnten also von der Tierwirtschaft in die biologische Landwirtschaft umgelagert werden. Subventionen, die derzeit in die Tierproduktion fließen, könnten eine solch ökologische Wirtschaftsweise fördern.

Ziel ist es dabei übrigens nicht, den zertifizierten Bio-Landbau zu fördern, sondern die aktuellen, "konventionellen" Richtlinien auf das derzeitige Bio-Niveau zu heben und eine unökologische Wirtschaftsweise zu unterbinden. Ein ökologischer Landbau ist von öffentlichem Interesse - und sollte aus Sicht von Veganern keine Randerscheinung bleiben.

Dieses Thema ist aktuell natürlich rein theoretisch.
Was ist Ihre Meinung dazu?
Schreiben Sie einen Kommentar!

4,3/5 Sterne (12 Bew.)

Weil Du bis hier gelesen hast...

Vegpool erreicht tausende Leser - jeden Tag. Doch uns brechen die Werbeeinnahmen weg. Wenn sich nur jeder 100. Besucher entschließt, Mitglied zu werden, können wir unsere pro-vegane Arbeit ausbauen. Werde jetzt Mitglied.

Newsletter

Artikel, Tipps & Kaufberatungen kostenlos per Mail!

E-Mail:
Neu: Mit Saisonkalender!
Bitte beachte die Datenschutzerklärung und diese Infos.
Abmeldung jederzeit möglich.

Nächster Artikel:

Gluten: Infos rund um das Klebereiweiß



Dazu passende Artikel:

Kommentare sind nur noch für registrierte Nutzer möglich.

Kommentare

#2: Lady FireMila
07.12.2012, 19:55 Uhr
Vielen Dank für den Artikel! Kurz, bündig und auf den Punkt gebracht. Super! LG. Lady FireMila
#1: Gregor
12.07.2012, 14:22 Uhr
Danke für den Artikel. Er kann das Thema natürlich nicht in aller Kürze umfassend reflektieren aber es werden die wichtigsten Aspekte beleuchtet. Gregor :)
Du bist nicht eingeloggt. Logge Dich ein oder registriere Dich, um einen Kommentar zu hinterlassen.