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Vom Veganer zum Ex-Veganer

Warum man Veganismus nicht überbewerten sollte

Veganismus ist eine Lebensweise, für die es gute Gründe gibt. Wer vegan lebt, verzichtet auf die Ausbeutung von Tieren, nutzt Anbauflächen effizienter, schont die Umwelt und ernährt sich in der Regel auch gesünder, als Menschen, die viel Fleisch und andere Tierprodukte verzehren.
Ja, Veganismus hat deutliche und wichtige Vorteile gegenüber einer omnivoren Ernährung! Dennoch – oder gerade deshalb – wird Veganismus oft überbewertet.

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Und aus gutem Grund erlebt Veganismus einen bislang ungekannten Boom. Dutzende vegane Restaurants eröffnen, Uni-Mensen und Krankenhäuser bieten standardmäßig vegane Gerichte an und auf jedem größeren Festival gibt es inzwischen vegane Optionen. Es war nie so leicht, vegan zu werden! Und dennoch gehen selbst optimistische Schätzungen heute von etwa einem Prozent Veganer in der deutschen Bevölkerung aus. Es gibt gute Gründe, sich darüber zu freuen. Und sehr gute Gründe, dennoch mit einem gewissen Pragmatismus vegan zu leben.

Überbewertung führt zu Resignation

Trotz aller positiven Entwicklungen geben nicht wenige Veganer die vegane Ernährung nach einigen Jahren wieder auf. Es sind meist keine politischen Gründe oder Überzeugungen, sondern schlicht Resignation. Es ist womöglich die Erkenntnis, dass auch gute Argumente stets Zeit brauchen, um in der Gesellschaft Anerkennung zu finden – und dass man womöglich eine vegane Welt nicht mehr erleben wird. Für manch einen Ex-Veganer war die Realität schlicht zu langsam.


Lieber entspannt angehen, statt zu überbewerten.
Bild: Fotolia.com

Resignation entsteht, wenn zu hohe Erwartungen nicht erfüllt werden. Wenn man merkt, dass alles länger dauert, als erhofft. Und wenn man realisiert, dass gute Argumente und Aktivitäten nicht immer das bewirken, was man dachte. Es wird immer wieder Gründe geben, den Erfolg der veganen Lebensweise zu hinterfragen.

Auch der vegane Trend wird vielleicht irgendwann abflachen, der aktuelle Hype könnte sich legen und vielleicht wird sich eine gewisse Ernüchterung einstellen. Wer mit überhöhten Erwartungen vegan geworden ist, wird wohl erkennen, dass Veganismus die Welt nicht in ein paar Jahren retten wird – weil Ideen ihre Zeit brauchen. Deshalb tut man gut daran, mit Genuss und Überzeugung, aber ohne Ideologie und überhöhten Erwartungen vegan zu werden.

95 Prozent vegan – mit langem Atem

Die Vorteile des Veganismus ergeben sich aus einem langen Atem. Wer sich ausgewogen und vielfältig vegan ernährt, hat gute Chancen, seine Gesundheit zu erhalten und ein hohes Alter zu erreichen. Doch hierzu genügt es nicht, ein paar Jahre lang Tierprodukte zu meiden und dabei vergeblich zu versuchen, 100% vegan zu leben. Lieber 95% vegan – aber pragmatisch und mit langem Atem.

Der Markt für vegane Produkte entwickelt sich über mehrere Jahrzehnte. Wer Tierausbeutung beenden möchte, muss für einen entsprechenden alternativen Markt sorgen. Man tut gut daran, Veganismus nicht zu überbewerten – und stets zu sehen, dass man zwar nur einen kleinen, aber umso wichtigeren Beitrag leisten kann. Dass man vor allem als Multiplikator die Macht hat, etwas zu verändern. Und dass es dennoch lange Zeit dauern könnte, bis Veränderungen zu erkennen sind. Vielleicht deutlich mehr Zeit, als man erwartet hätte.

Man tut gut daran, Veganismus als solide, humane Basis für die eigene Lebensweise anzusehen – nicht aber als einzigen Lebensinhalt. Wer Veganismus nicht überbewertet, hat die Chance, langfristig, zufrieden und gesund vegan zu leben und damit einen wichtigen Grundstein für eine Zukunft zu legen, mit weniger Tierausbeutung, weniger Umweltzerstörung und mehr gesunden Menschen.



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Probleme und Fehler bei veganer Ernährung:

Kommentare

Veggii
Kommentar #3 25.01.2017, 03:45 Uhr
"Für manch einen Ex-Veganer war die Realität schlicht zu langsam."

Ähhh... dann würden wir auch noch glauben, die Erde sei eine Scheibe, Frauen dürften nicht wählen und Kinder würden noch verprügelt!
Erwartungen, Erfolg, ... das bedeutet für die meisten Veganer einfach, die Welt ein ganz kleines bisschen besser für alle Lebewesen zu machen.
Was für ein Unfug, damit aufzuhören, wenn klar ist, dass man als Konsequenz daraus dann 100% nichts mehr verbessert (weder für einen selber noch für die Tiere noch für die Umwelt)! :-(
Wir halten es da eher mit dem steten Tropfen und den "vielen kleinen Leuten an vielen kleinen Orten...". :-)

Friedrich
Kommentar #2 17.01.2017, 23:19 Uhr
Ich habe ja aus gesundheitlichen Gründen aufgehört Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zu essen. Dabei bin ich bei etwa 99 % Vegan angekommen. Wenn ich das nicht beachte kann ich auf Grund rheumatischer Entzündungen nicht mehr laufen. Wobei ich den Milchanteil zu 99,9 % zu vermeiden versuche.
Nebenbei, ich hatte jetzt seit über zwei Jahren keine Erkältung oder Grippe mehr. Wer da was für mich hat, ich nehme ihm das gerne ab.

Geronymo
Kommentar #1 09.08.2015, 11:42 Uhr
Ein Veganer, der aufgibt, weil es ihm mit der Veganisierung der Welt nicht schnell genug geht, begeht Selbstmord aus Angst vor dem Tode. Gibt es den wirklich? Nein, es sind die Diät- Veganer, die sowie nicht verstanden haben, worum es insgesamt geht. Ich bin selber für einen alltagstauglichen Veganismus und lebe ihn seit einigen Jahren. Veganismus ist Weg und Ziel zugleich. Irgendwie der Weg des kleineren Übels in einer nichtveganen Welt. Man kann durch Vermeidung der schlimmsten Fehler (Tierprodukte essen und tragen ) 95% erreichen. Für den Rest sind eigentlich die Nichtveganer verantworlich.

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