Vitamin D3 – oftmals nicht vegan!

Bild: Rootbwoy Tosh, flickr.com (bearb.) Bildtitel: sun, CC-BY

Vitamin D (Cholecalciferol) gilt als "Sonnenvitamin". Es kann bei Sonneneinstrahlung von der menschlichen Haut aus 7-Dehydrocholesterol selbst gebildet werden. Unser Körper benötigt es für die Knochenbildung, das Muskelwachstum, für das Immunsystem und weitere Aufgaben.

Vitamin D kann auch über die Nahrung aufgenommen werden, sowohl aus bestimmten Tierprodukten, als auch aus Avocado, Champignons, Sonnenblumenkernen und Co. Vitamin D liegt in verschiedenen Formen vor, von denen das Vitamin D3 am besten verwertet werden kann. Diese Form wird auch vielen Lebensmitteln künstlich zugefügt.

Allerdings ist im Labor erzeugtes Vitamin D3 meistens nicht vegan, da es aus Tierprodukten erzeugt wird. Worauf Veganer achten sollten? Hier erfährst du es!

Eigentlich zählt Vitamin D3 gar nicht wirklich zu den Vitaminen, da es von der Haut bei Sonneneinstrahlung selbst gebildet werden kann. Zu den Vitaminen zählen Stoffe, die der Körper nicht in ausreichender Menge bilden kann.

Vitamin D wird normalerweise aus Schafwolle (Lanolin) gewonnen.
Vitamin D wird fast immer aus Wollfett (Lanolin) gewonnen. Bild: pixabay.com

Da die Synthese von Vitamin D3 aber außerordentlich stark von der Sonneneinstrahlung abhängt, haben sehr viele Menschen in Deutschland und Nordeuropa einen (teils sogar klinisch relevanten) Vitamin-D-Mangel.



Ein Grund: In Deutschland und nördlicheren Ländern ist der Sonnenstand nur selten optimal für die Vitamin-Versorgung. In Gegenden die näher am Äquator liegen, ist die Sonneneinstrahlung deutlich intensiver – und die Versorgung mit Vitamin D besser.

Vitamin-D-Mangel sehr weit verbreitet

Doch Sonnenstand hin oder hier – eine wichtige Rolle spielt schon unser Verhalten. Die meisten Menschen halten sich viel in Büros und Wohnungen auf, tragen lange Bekleidung und geben ihrer Haut nur selten die Möglichkeit, ordentlich Sonne zu tanken und Vitamin D3 zu produzieren.

Das trifft insbesondere auf Menschen zu, die in Büros arbeiten und nur selten ihre Zeit draußen verbringen. Betroffen sind aber auch Babys und Menschen, die aus religiösen Gründen ihren Körper bedeckt halten müssen. Auch hier bekommt der Körper kaum eine Chance, Vitamin D3 in ausreichender Menge selbst zu bilden.

Achtung: Sonnenbrand!
Diese Information sollte nicht dazu verleiten, übertrieben Sonne zu tanken. Intensive Sonneneinstrahlung erhöht das Hautkrebs-Risiko. Besonders Menschen mit heller Haut sollten sich schonend an die Sonnenstrahlung gewöhnen. Gleiches gilt übrigens auch für Sonnenstudios. Tageslichtlampen sind zur Unterstützung der körpereigenen Vitamin-D-Produktion ebenfalls schlecht geeignet.

In der heutigen Ernährung wird Vitamin D3 bereits zu großen Teilen über angereicherte Lebensmittel aufgenommen. Vitamin D3 findet man besonders häufig in angereicherten Produkten wie Margarine, aber auch in Multivitamin- oder Kuhmilchgetränken. In den USA muss zum Beispiel Kuhmilch sogar mit Vitamin D angereichert werden.

Vitamin D3 meistens nicht vegan!

Die schlechte Nachricht für Veganer: Auch in scheinbar veganen Produkten wie Pflanzenmargarine kann sich Vitamin D3 aus tierischen Quellen verbergen. Vitamin D3 wird industriell nämlich fast immer aus Wollwachs (Lanolin) hergestellt.


Bei der Synthetisierung aus Wollwachs wird das im Wollwachs enthaltene 7-Dehydrocholesterol extrahiert und durch Photosynthese mit UV-B-Strahlung zu Vitamin D3 umgewandelt.

Eine Flechte auf Baumrinde
Auch aus Flechten kann Vitamin D3 hergestellt werden. Bild: Allekha, flickr.com Bildtitel: Lichen, CC-BY

Eine Zeit lang hat man sich damit beholfen, Vitamin D2 zu supplementieren. Dieses muss vom Körper allerdings erst in Vitamin D3 umgewandelt werden und ist daher etwas schlechter verwertbar.

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Es gibt aber inzwischen auch Möglichkeiten, Vitamin D3 vegan herzustellen. Einige Hersteller nutzen hierzu Flechten, die – wie der menschliche Körper oder Wollwachs – 7-Dehydrocholesterol enthalten. Dieses wird anschließend extrahiert und durch Bestrahlung mit UV-Strahlung umgewandelt.


Bei Flechten handelt es sich um ein „symbiotisches System“ aus Pilzen und Algen, die beide vegan sind und in der Natur vorkommen. Die Verfahren zur Herstellung von Vitamin D3 ahmt im Grunde die Synthese im menschlichen Körper nach. Auch wenn das Vitamin D3 natürlich im Labor hergestellt wird, ist es doch kein gänzlich synthetisches Produkt.

Beim Kauf eines Vitamin D3-Präparates sollten bewusste, vegane Verbraucher genau auf eine "Vegan"-Kennzeichnung achten, da es sich sonst meist um ein nicht-veganes Präparat handelt!

Update: 12.10.2020: Wir haben kleinere, stilistische und inhaltliche Änderungen am Artikel durchgeführt.

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Autor: Kilian Dreißig

3,9/5 Sterne (20 Bew.)

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Schlagworte: Vitamin D Supplementation Hintergründe vegan gut zu wissen


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