Warum gegen die Jagd?

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Flüchtendes RehFlüchtendes Reh
Bild: Peter Sieling (bearb.) Bildtitel: Safari in Hessen, CC-BY


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Jagd vergrößert Wildpopulationen

FuchsFuchs
Bild: Steve and Shanon Lawson Bildtitel: Fox on our fence, CC-BY
Die Jagd wird von Jägern stets mit der Regulierung der Wildbestände begründet und rechtfertigt. Die Ausrottung natürlicher Feinde wie Wölfe und Bären, führe zu einer "Populationsexplosion", heißt es aus Jägervereinen. Da könne nur der Jäger helfen, der das Raubwild ersetzt und kontrollierend eingreift - als "Ersatzwolf", gewissermaßen. Taucht ein echter Wolf im Revier auf, folgen schnell die ersten Forderungen nach dem Abschuss.


Tatsächlich wird die Population durch die Jagd nicht reduziert, sondern vergrößert. Das liegt zum Einen an sogenannten (teils verbotenen) Kirrungen, also Futterstationen, die das Wild anlocken und - vor allem im Winter - das Nahrungsangebot vergrößern. Zusätzlich wird das Nahrungsangebot durch so genannte Wildäcker erweitert, die extra für diesen Zweck angelegt werden. Unter natürlichen Bedingungen wird die Populationsdichte in erster Linie durch das Nahrungsangebot, durch Krankheiten und "Winterhärte" gesteuert - und nur in geringem Maße durch natürliche Feinde.

Zum Anderen führt der Jagddruck bei einigen Tierarten zu einer höheren Geburtenrate. Da eine Kontrolle und gezielte Jagd auf kranke Tiere in der Realität kaum möglich ist (Zeitdruck, schlechte Sichtverhältnisse bei Nacht und große Distanz zum Tier), wird oft wahllos, meistens zumindest fahrlässig auf Tiere geschossen. Selbst strenge Schonzeiten verhindern nicht immer, dass auch stillende Muttertiere erschossen werden - und der Wurf verhungert.
Der Abschuss besonders fruchtbarer Leitfähen (ältere, weibliche Tiere bei "Hundeartigen" wie Füchse und Dachse), welche die meisten Jungen gebären, kann zu einer Aufspaltung des Rudels führen. Dann wächst die Population, da es nun neue Leitfähen gibt.

Jagd ist kein Naturschutz

Die Jagd erfolgt meist aus großer Entfernung und vom Hochsitz aus. Das erfordert zum Einen geeignete Infrastruktur (Waldwege und Hochsitze) und geeignete Munition, die - immer noch - oft reich an Blei ist. Selbst gute Schützen verfehlen auch mal ein "Stück" Wild. Bei der Jagd mit Schrot ist ein großer Teil als Streuladung von vornherein einkalkuliert. Das Schwermetall gelangt ins Grundwasser und die Nahrungskette - Ernährungsexperten raten aus diesem Grund vom übermäßigen Verzehr von Wildfleisch ab.


Untersuchungen zeigen eindeutig: Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern verursacht sie erst (SWR, 2009).

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