Warum gegen die Jagd?

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Flüchtendes RehFlüchtendes Reh
Bild: Peter Sieling (bearb.) Bildtitel: Safari in Hessen, CC-BY


Die Jagd auf Tiere, der Beruf des Jägers - das klingt nach Urtümlichkeit und Nahrungsgewinnung wie unsere Ur-Vorfahren, gleichzeitig auch nach behütender Pflege des Wildbestandes, durch den gezielten Abschuss kranker und alter Tiere.
Eine Kugel und das Tier ist tot. Kein Leidensweg, keine Qualen.
Denkt man.

Das idyllische Bild vom grün berockten Jägersmann, der, eins mit der Natur, nur das Beste für Wald und Wild möchte, wird von der Jägerschaft bewusst gepflegt. Die Führung ganzer Schulklassen - ja sogar Kindergartengruppen - prägt schon früh dieses Image. Es geht um Pflanzen, um Fährten, um hegen und pflegen. Und niemals um die Jagd an sich, um den Abschuss lebender, wilder Tiere.
Warum nur?

Jagd: heute kaum mehr als ein Hobby

Während die Jagd in Urzeiten - mit Speer und und Muskelkraft - wohl tatsächlich hauptsächlich der Nahrungsmittelgewinnung gedient hat, ist sie heute in erster Linie ein repräsentativer Sport, ähnlich dem Golfen, bloß mit weitreichenderen Folgen.

Obwohl immer weniger Menschen auf die Jagd gehen, nimmt die Zahl der Waffenschein-Inhaber zu. Den klassischen Berufsjäger gibt es kaum noch - Jäger bezahlen heute sogar dafür, in einem Stück Forst jagen zu dürfen.
Gesellige Abende nach der Pirsch, reich an Wein und Geist und fernab der Zivilisation, sind ein beliebter Ausgleich zur Tätigkeit in Konzernspitzen und Politik. Gerne geht man auch auf Safari ins Ausland, wo man auf extra dafür gezüchtete Raubtiere schießt. Oder man veranstaltet eine Treibjagd auf eigens dafür importiertes Wild.

Während es offiziell immer um den ehrenwerten, fast selbstlosen Einsatz für Natur und Tiere geht, sprechen Berichte von Insidern eine andere Sprache. Demzufolge löst die Jagd bei so manchem Jäger ein intensives Gefühl von Macht und Kontrolle, aber auch sexuelle Erregung aus.


Natürlich gibt es auch unter Jägern naturbegeisterte Menschen, die sich mit großem Einsatz um die Pflege des Forstes kümmern. Doch Wald und Tiere brauchen keine Jäger. Die Jagd ist aus Sicht von Kritikern weder geeignet für die Regulierung der Wildpopulation, noch ist sie eine tierfreundlichere Art der Fleischgewinnung. Langzeit-Beobachtungen in riesigen Nationalparks haben gezeigt, dass sich die Population am Nahrungsangebot orientiert und nach einer Übergangsphase von selbst regelt - wie das schon immer gewesen ist.

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