Käse

Was essen Veganer eigentlich statt Käse?

Veröffentlichung:
Frisch und lecker belegte Brote.Aufstriche: Da muss sich Käse bald warm anziehen....
Bild: Hetizia - Fotolia.com


Käse gehört zu den Tierprodukten, die in Deutschland am häufigsten verzehrt werden. Für Menschen, die das erste Mal von einer veganen Ernährung hören, stellt sich daher schnell die Frage: Was legen sich Veganer eigentlich statt Käse aufs Brot? Gibt es gute Alternativen für Menschen, die keinen Käse essen möchten? Und: Muss man auf irgendwas verzichten, wenn man den Käse weglässt?

Die gute Nachricht zuerst: Auch Menschen, die keinen Käse verzehren, müssen auf nichts verzichten. Und ja, es geht auch ganz ohne "Ersatz-Käse"-Produkte Denn es gibt so viele leckere Möglichkeiten, seine Stulle mit etwas anderem als einem Erzeugnis der normalen Eutersekretion (so die rechtliche Definition) zu belegen oder zu bestreichen.

Die wenigsten Veganer lehnen Käse übrigens wegen seines Geschmacks ab. Ausschlaggebend sind in der Regel ökologische Aspekte, aber auch Mitgefühl mit Tieren in der Milchindustrie und die gesundheitlichen Nachteile einer Ernährung mit vielen Tierprodukten. Auf unseren Seiten findest Du weitere Informationen hierzu.

Käse-Ersatz: Schmeckt gut, ist aber kein Käse.

Für Vegan-Einsteiger, die zwar den Geschmack des gewohnten Käsebrotes mögen, nicht aber dessen Nachteile (dazu unten mehr), bieten sich vegane Käse-Alternativen an. Diese findet man in Supermärkten, Biomärkten und Reformhäusern. Sorten wie z. B. "Wilmersburger Pizzaschmelz", "Veggie Filata" oder "Bedda" haben schon manch einen "echten Käse-Fan" den Gaumen geschmeichelt - und zwar ohne dass dafür ein Kälbchen leiden musste.

Für manche Menschen ist es ein komischer Gedenke, sich ein Produkt aufs Brot zu legen, das wie Käse aussieht und schmeckt, aber kein Käse ist. Der Leitgedanke ist: Wenn's schmeckt und Vorteile gegenüber tierischem Käse hat, spricht doch nichts dagegen, ihn pflanzlich zu ersetzen. Ein Elektro-Auto ist ja auch nicht bloß ein Ersatz für einen Diesel.

Siehe auch: Warum (manche) Veganer Ersatzpodukte essen.

Einige Menschen lehnen Ersatzprodukte allerdings prinzipiell ab. Sie halten lieber Ausschau nach Lebensmitteln, die Käse zwar den Platz streitig machen, aber ohne diesen nachzuahmen. Warum sollte es auch täglich immer gleiche Käsestulle sein, wenn auf dem Brot so viel Platz für andere Leckereien ist?

Verzehren Sie Milchprodukte?
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Viele Menschen sind regelrecht erstaunt, wenn sie sich das erste Mal mit einer pflanzenbasierten Ernährung beschäftigen und die wahre Vielfalt und Möglichkeit entdecken. Es ist, als hätte man jahrelang bloß ein Gericht von der Speisekarte verzehrt, und würde plötzlich entdecken, dass da noch ganz andere Leckereien warten! Neben pflanzlichen Aufschnitten aus Seitan, Tempeh und Tofu spielen Aufstriche wohl die wichtigste Rolle bei den Lebensmitteln, die Käse mehr als nur Paroli bieten können.

Pflanzliche Aufstriche in Hülle und Fülle.

Es gibt inzwischen Brotaufstriche in allen Farben und Varianten, die sich prima auf der Mittags-Stulle machen. Von Auberginen-Creme bis Zucchini-Pastete. So lässt sich ein Brot mit allen Farben des Regenbogens belegen und bestreichen. Und: Viele Aufstriche lassen sich sogar ganz leicht selbst herstellen.

In den Regalen von Supermärkten, Alnatura, Denns, Basic und Co findet man eine tolle Auswahl an Gemüse-Aufstrichen, solchen auf Basis von Sonnenblumenkernen, Hülsenfrüchten, Hanf-Samen oder Nährhefe. Aromatisiert wird mit heimischen und internationalen Gewürzen, mit Gemüse, Pilzen und Kräutern. Hier und dort wird auch geräuchert, um einem Aufstrich ein so deftiges Aroma zu verleihen, dass es einem den Käse regelrecht vom Brot bläst.

Wohl nicht ganz ohne Grund haben Aufstriche mit dem Boom der veganen Ernährung in Deutschland einen echten Aufschwung erlebt! Oder war es anders herum? Jedenfalls kann sich der Industrie-Käse allmählich warm anziehen.

Müssen Veganer verzichten, wenn Sie Käse weglassen?

Wer dennoch Sorge vor mangelnder Vielfalt hat, der kann sich einfach einmal die Situation in Deutschland vor Augen führen:

Die Lieblings-Gerichte der Deutschen setzen sich im Wesentlichen aus 10-15 Zutaten zusammen. Insgesamt! Da wird Fleisch mit Weizen, Käse und Tomaten kombiniert - und heraus kommt Lasagne oder Pizza. Aus fast den selben Grundzutaten lässt sich auch Döner oder Spaghetti Bolognese herstellen. Vielfalt herrscht vor allem bei den Geschmacks- und Zusatzstoffen. Über Jahrhunderte war die Ernährung in Deutschland nicht so eintönig wie heute!

Dass dennoch so viel Käse verzehrt wird, hat wohl vor allem einen Grund: Er ist stets verfügbar und man wurde von Kindesbeinen daran gewöhnt. Und obwohl es bei Käse durchaus qualitative Unterschiede gibt, mangelt es den meistverkauften Sorten aus industrieller Herstellung doch an einem: Kultur und Geschmack. Von Gesundheit ganz zu schweigen.

Weniger Käse - mehr Gesundheit.

Mit einem Gehalt von ca. 40% tierischen Fetten und um 3% Salz, gehören die Lieblings-Käsesorten der Deutschen zu den "roten" Lebensmitteln, die man besser ganz meiden sollte. Abgesehen davon ekeln sich manche Menschen auch vor Eiter in Kuhmilch, der letztendlich im Käse landet. (Das habe ich, der Autor, auch erst erfahren, nachdem ich längst vegan gelebt habe. Puh!)

Wer sich statt Käse einen veganen Aufstrich kauft, tut damit fast automatisch etwas Gutes für seine Gesundheit - und für die eigene Geschmackskultur.

Eine weiterer Grund für die Omnipräsenz von Käse dürfte sein, dass die Milcherzeugung in Deutschland durch staatliche Fördergelder stark subventioniert wird. Dazu kommt eine steuerliche Besserstellung durch den geringeren Mehrwertsteuersatz von 7% (statt 19%, wie er z. B. bei Sojamilch anfällt). Nur durch die Unterstützung des Staates ist es also möglich, Käse so billig anzubieten. Denn was den Ressourcen-Verbrauch angeht, müsste Käse wohl eher das 20-fache kosten! Die deutsche Käse-Industrie lebt mehr oder weniger vom Staat und damit von den Steuerzahlern.

Und noch ein guter Grund, öfter mal einen leckeren, veganen Aufstrich zu kaufen, um dem Käse die Show zu stehlen:

Um ein Tierprodukt wie Milch zu gewinnen, werden zunächst einmal die nötigen Futtermittel angebaut (Gras gehört für "Milchkühe" längst zur absoluten Ausnahme). Das Futter wird von den Tieren vor allem zu Gülle und Wärme verwertet. Nur ein winziger Bruchteil der verfütterten Energie landet in der Milch. Die Folge: Für den hohen Bedarf an Futtermitteln werden riesige Naturflächen (inkl. Urwälder) zerstört um in Monokulturen Futter anzubauen. Käse wirkt wie ein Hebel: Denn in einem Kilo Käse stecken - je nach Sorte - etwa 10 Liter Milch! Wusstest Du nicht? Dann interessieren Dich vielleicht auch diese 5 Fakten, die Fleischesser nicht kennen!

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Kommentare

#1: Carmen
19.08.2018, 13:05 Uhr
Wer noch Käse oder überhaupt Milch und deren Produkte zu sich nimmt, sollte den Test machen und eine Woche lang konsequent auf alles aus Tiermilch verzichten. Soll heißen - auch auf jeden Kuchen, jedes Fertiggericht etc, dass Milch in jeder Form enthält - auch Zusätze von Molkeneiweiß und Co. - und beobachten, ob er in dieser Zeit die bleierne, chronische Müdigkeit losgeworden ist, die ihn ständig begleitet und ob sich gleichzeitig bei vorhandenen asthmatischen Beschwerden etc. die Verschleimung der Atemwege bessert. :-)
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