Warum Kuhmilch oft als "weißes Blut" bezeichnet wird

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Ein kleines Kalb
Ein kleines Kalb Bild: egrego2, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Jersey Calf, CC-BY

Wer sich auf Facebook-Seiten und Foren rund um Veganismus umsieht, stößt hin und wieder auf den Begriff "weißes Blut". Oft ergibt sich erst aus dem weiteren Zusammenhang, dass damit Kuhmilch gemeint ist. Doch warum wird Kuhmilch eigentlich als "Weißes Blut" bezeichnet?

Menschen, die Kuhmilch als "weißes Blut" bezeichnen, möchten darauf hinzuweisen, dass auch Kuhmilch oft unter schlimmen Bedingungen gewonnen wird. Unzählige Kühe (und ihre Kälbchen) sterben sogar für Kuhmilch. Ein Grund, warum viele Tierschützer Milch nicht als vegetarisches Lebensmittel ansehen.

Denn was sogar viele Vegetarier nicht wissen: Auch für Milch sterben Tiere. Und zwar vor allem deshalb, weil Kühe jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen müssen, damit ihr Milchfluss nicht versiegt. Sie werden dazu vom Bauern künstlich befruchtet.

Auch andere Säugetiere geben erst Milch, nachdem sie Nachwuchs zur Welt gebracht haben. Grund dafür ist der veränderte Hormonspiegel der Tiere. Auch die Brüste von menschlichen Müttern produzieren erst Milch, wenn ein Kind geboren wurde.

Normaler Weise würde der Milchfluss nach einer Weile wieder versiegen. Schließlich brauchen nur Kälbchen Milch - erwachsene Kühe aber nicht. Auch das ist ähnlich wie beim Menschen. Auch erwachsene Menschen brauchen keine Milch mehr - daher sind auch so viele Menschen laktoseintolerant und können keinen Milchzucker verwerten.


Wenn jede Kuh jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringt, führt das schon in kurzer Zeit zu einer riesigen Zahl an Rindern. Bauern töten die jungen Kälbchen daher oft schon nach ein paar Wochen. Sie werden zu Kalbfleisch verarbeitet - oder auch einfach entsorgt. Oft sind Kälbchen für den Bauern schlicht nicht lohnenswert, weil schon das Futter Geld kostet. Es geht schlicht darum, den Milchfluss der Mutter aufrecht zu erhalten.

Wir möchten hier auf erschütternde Bilder aus der Milchproduktion verzichten, doch wer einmal auf Youtube nach Bildern über getötete Kälbchen sucht, wird auch auf TV-Dokumentationen stoßen, die dieses traurige Thema ansprechen.

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Für Verbraucher ist es leider sehr schwer, hinter die Mauern der Milchindustrie zu blicken. Beim Vorbeifahren oder bei einem kurzen Besuch im Hofladen ist der Trennungsschmerz der Rinder, die Haltung im Stall und die Auswirkungen der Milchproduktion auf ihre Lebenserwartung nicht zu erkennen.

Die Bezeichnung "weißes Blut" für Milch klingt für manche Menschen ein bisschen melodramatisch. Allerdings nur so lange, bis man einmal erlebt hat, wie Mutterkühe nach der Trennung von ihren Kälbchen tagelang nacheinander rufen. Wahrlich: Auch wenn Milch kein Blut ist, ist die Bezeichnung "weißes Blut" wohl gar nicht so unpassend.

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Autor: Kilian Dreißig

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Schlagworte: Milch Hintergründe Ethik Vegetarismus Kälbchen


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