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Dokumentation

Unsere Rezension zu "What the Health"


Was, wenn Fleisch nicht stark und muskulös macht, sondern Krebs erregt? Wenn Milch nicht die Knochen unterstützt, sondern diese langsam bröckelig werden lässt? Wenn wegen Tierprodukten nicht nur Tiere sterben, sondern auch Menschen?
Die Dokumentation "[link]id=what-the-health-dvd&text=What the Health[/link]" deckt Zusammenhänge auf, die man als Otto-Normal-Esser schier nicht für möglich halten würde! Wären da nicht die vielen hochkarätigen Studien und Mediziner, die mit Nachdruck zu einer pflanzlichen Ernährung raten.

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Die Dokumentation "What the Health" ist das neueste Werk der amerikanischen Filmemacher Kip Andersen und Keegan Kuhn, die 2014 auch den Film "Cowspiracy" in die Kinos gebracht haben. Und eins vorab: "What the Health" ist einer der aktuellsten und besten Filme rund um die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Ernährung. Eine Doku, die wie ein Erdbeben auch das schläfrige deutsche Gesundheitssystem aufrütteln könnte. So fesselnd, dass man ihm seine stellenweise etwas plakative Machart durchaus verzeiht.

Veganer Bodybuilder in "What the Health"
Veganer Bodybuilder in "What the Health"
Bild: What the Health

Die wichtigste Bootschaft in "What the Health": Die westlichen Gesundheitssysteme orientieren sich rein an der Behandlung von Krankheiten. Wer krank wird, wird operiert und erhält für den Rest seines Lebens Medikamente. Die Vermeidung von Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele Krebsarten spielt so gut wie keine Rolle. Obwohl Prävention Millionen Menschenleben retten könnte und auch die Lebensqualität deutlich verbessern würde.

WTH-Fakt: 70% aller Krankheiten und Todesfälle sind größtenteils abhängig vom Lebensstil - und vermeidbar.

Die Vorteile der Prävention für Gesundheit und Wohlbefinden liegen - übrigens ganz unabhängig von "What the Health" - so klar auf der Hand, dass man sich fast automatisch fragt, warum der Vorbeugung von Erkrankungen nicht mindestens der Stellenwert der kurativen Medizin eingeräumt wird.

In Interviews geben Koryphäen der Medizin - darunter der weltbekannte Präventiv-Mediziner Dr. Caldwell Esselstyn, die Kardiologen Dr. Joel Kahn und Dr. Kim A. William, sowie der Mediziner Dr. John McDougall (bekannt für seine Bücher zu High-Carb Low-Fat-Ernährung) eine dringende Empfehlung zu einer pflanzlichen Ernährung. Dazu werden etliche Studien zitiert, die - was erschreckend ist! - teilweise schon seit vielen Jahrzehnten in Fachkreisen bekannt sind.

"What the Health" ist ein aufrüttelnder Film. Einer, den man unbedingt gesehen haben sollte. Der die Zuschauer bei der eigenen Gesundheit packt und ordentlich durchschüttelt.

WTH-Fakt: In die Behandlung von chronischen Erkrankungen fließen in den USA 1,5 Billionen US-Dollar (1.500.000.000.000).

Kip Andersen beginnt mit seinen Recherchen über die Verbreitung von Diabetes Typ 2, einer typischen Zivilisations-Erkrankung, deren Ursachen fast ausschließlich im Lebensstil der Betroffenen liegen.

Die Zahlen zur Verbreitung von Diabetes Typ 2, die "What the Health" liefert, sind erschreckend: 350 Millionen Menschen leiden weltweit an dieser vermeintlichen "Zuckerkrankheit". Forscher gehen davon aus, dass in 25 Jahren jeder dritte Amerikaner Diabetes hat. Die meisten Kinder in den USA haben im Alter von 10 Jahren schon so genannte "fatty streakes" in den Blutadern - der Beginn der Arteriosklerose.

WTH-Fakt: Ein Kind, das an Diabetes Typ 2 erkrankt, verliert statistisch 19 Jahre seines Lebens.

Und offenbar stimmen nicht einmal die Grundinformationen, die in der Bevölkerung verbreitet sind. Denn nicht Zucker und Kohlenhydrate sollen Diabetes Typ 2 (die "Zuckerkrankheit") fördern - sondern tierische Fette und Proteine.

Da stellt sich automatisch die Frage, warum die Studien, die sich mit Ursachen und Prävention von Diabetes Typ 2 beschäftigen, von den Fachverbänden offenbar unbeachtet bleiben. Warum große Gesundheitsverbände Tipps geben, die dem Stand der Wissenschaft schlicht widersprechen.

WTH-Fakt: Der tägliche Verzehr von nur einer Portion verarbeiteten Fleischs soll das Risiko an Diabetes zu erkranken bereits um 51 % erhöhen.

Nachforschungen des Filmemachers ergeben, dass Fehlinformation im amerikanischen Gesundheitssystem offenbar System hat. Auch wenn es um Krebs und viele andere Zivilisationserkrankungen geht.
Und, was noch schockierender ist: Dass enge Verbindungen zwischen vermeintlich unabhängigen Verbänden und großen Konzernen der Lebensmittelindustrie bestehen. Dass sich Verbände von der Lebensmittel-Konzernen sponsern lassen und Produkte empfehlen, die Patienten schaden. Verbände, die öffentliche Events gegen Krebs durchführen, empfehlen zugleich krebserregende Produkte.

Medikamente statt Prävention - offenbar läuft im Gesundheitssystem vieles falsch.
Medikamente statt Prävention - offenbar läuft im Gesundheitssystem vieles falsch.
Bild: What the Health

Beispiel: Wichtige amerikanische Ernährungs-Verbände empfehlen auf ihren Websites immer noch Fleisch, obwohl inzwischen sogar die WHO verarbeitetes Fleisch als krebserregend einstuft. Obwohl Fleisch ein bedeutender Mitverursacher von Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen ist.

Ähnliche Verbindungen bestehen übrigens auch zwischen bekannten deutschen Ernährungsverbänden und der Lebensmittelwirtschaft. Auch dadurch hat "What the Health" für seine deutschen Zuschauer hohe Relevanz.

In "What the Health" geht es darum, dass in den westlichen Ländern unzählige Menschen an Erkrankungen sterben, die an sich völlig gutmütig seien. An Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Beispiel, gegen die alle kurativen Medikamente höchstens lindernd wirken - während eine Ernährungsumstellung schon nach kurzer Zeit zu deutlichen Verbesserungen oder Heilung führen könnte.

WTH-Fakt: 93 % der Dioxinbelastung entsteht durch den Verzehr von Tierprodukten.

Das schauerliche Resümee der Filmemacher von "What the Health": Es gibt offenbar mächtige Wirtschafts-Interessen, die statt Aufklärung lieber Verwirrung stiften. Kip Andersen vergleicht das Verhalten der Interessensverbände mit dem von Tabakkonzernen, die über eigene Studien versucht hätten, Unsicherheit zu schüren und das Vertrauen der Raucher in wissenschaftliche Erkenntnisse zu erschüttern. Denn wer zweifelt, dem fehlt offenbar die Motivation, ein Verhalten zu ändern. Der schreibt Erkrankungen seinen Genen oder dem eigenen Schicksal zu - und nicht dem Lebensstil.

Wie als eine Art Beleg für die Effekte einer pflanzlichen Ernährung kommen in "What the Health" mehrere schwerkranke Menschen zu Wort. Menschen, denen es nach einer Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung sichtbar besser geht. Die von Schmerzen befreit waren und ihre Medikamente radikal reduzieren konnten.

Rührende Erfolgs-Stories, wie sie auch unserer Redaktion immer wieder berichtet werden. Siehe auch im Blog unserer veganen Gastbloggerin Ingrid: Ingrid (60+) bloggt über ihren Vegan-Einstieg.

WTH-Fakt: Jedes tierische Protein steigert den Level des krebsfördernden Hormons IGF-1

Wie ernähren Sie sich?
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vegetarisch
ich esse auch Fleisch

"What the Health" ist nicht nur eine Bestätigung für Alle, die vegan leben, sondern auch eine Empfehlung für die Menschen, die bereits an Zivilisationserkrankungen wie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Arteriosklerose oder Fettleibigkeit leiden. Und auch für Zuschauer, die glauben, ihre Gesundheit sei allein genetisch vorgegeben und sie könnten ohnehin kaum Einfluss nehmen.

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Wie zu erwarten, ist "What the Health" keineswegs trockener Stoff über wissenschaftliche Studien. Statt trockener Zahlen über die Opfer einer Krankheit, lassen die Filmemacher Comik-Flugzeuge abstürzen. Das Krebsrisiko von verarbeitetem Fleisch wird verdeutlicht, indem einfach ein paar Zigaretten mitgebraten werden. "What the Health" bietet also durchaus auch unterhaltsames Infotainment.

Das tut aber der eigentlichen Botschaft aber keinen Abbruch: Denn dass in den westlichen Gesundheitssystemen vieles schief läuft (und dass man offizielle Ernährungsempfehlungen daher im Sinne der eigenen Gesundheit lieber kritisch betrachten sollte), dürfte nach "What the Health" auch dem letzten Zuschauer klar werden.


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