Antibiotika: Agrar-Tierärzte starten trügerischen Protest [Kommentar]

Antibiotika machen die Massentierhaltung erst möglich, sagen Kritiker. Bild: pixabay.com

Antibiotika werden in der industriellen Tierhaltung massenweise und oft systematisch verabreicht. Dieser schier grenzenlose Einsatz fördert unter anderem die Entstehung sogenannter "resistenter Keime".

Ein Problem, das längst Menschenleben fordert!

Resistente Krankheitserreger sind - wie der Name schon sagt - gegen bestimmte Antibiotika resistent. Eine Lungenentzündung kann dann z. B. nicht mehr mit Medikamenten behandelt werden, weil die Keime resistent sind. Mehr über die Seuchengefahr durch Massentierhaltungen.


Aus dem Grund sterben bereits jedes Jahr über 10.000 Menschen an den Folgen resistenter Keime - allein in Deutschland.

Während in Krankenhäusern Medikamente gezielt und einzeln verabreicht werden, erfolgt die Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung oft vorsorglich und für den ganzen Tierbestand (und, wie die Vergangenheit gezeigt hat, nicht immer legal). Auch, weil die beengten, oft unhygienischen Verhältnisse Krankheiten fördern.

Kritiker sagen: Der Einsatz von Antibiotika macht Massentierhaltung überhaupt erst möglich.


Dass mittlerweile selbst Reserve-Antibiotika in Tierhaltungen zum Einsatz kommen, zeigt, wie dramatisch die Situation längst ist. Es werden also Medikamente eingesetzt, die eigentlich für den absoluten Notfall bei Menschen reserviert sind.

Die EU plant daher, die Gabe von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung einzuschränken.

Doch einige Veterinäre wollen davon nichts hören - und nutzen für ihren Protest Mittel, die man wohl nur als unlauter bezeichnen kann!


Während sich das drohende Verbot des massenweisen Antibiotika-Einsatzes vor allem gegen den Medikamenten-Missbrauch in Tierhaltungen richtet, wecken die Agrar-Veterinäre den Eindruck, dass Haustiere wie Hunde und Katzen künftig nicht mehr behandelt werden dürften. Hier ein Statement des EU-Politikers Martin Häusling (Grüne).

So spannen Agrar-Tierärzte, die im Beruf auch dafür sorgen, tierquälerische Massentierhaltung am Leben zu halten, wirklich tierliebe und arglose Haustierhalter für ihre Zwecke ein.


Wieder einmal täuschen Agrar-Industrielle (und die direkt davon profitierenden Veterinäre) die Öffentlichkeit. Wieder einmal machen sie Stimmung gegen EU-Verordnungen, die ihnen das Geschäft erschweren würden - zum Wohle der Gesellschaft.

Sie heucheln Tierschutz, wo es in Wahrheit vor allem um tierquälerische Massentierhaltung geht.

Unterschreibt die Petition bitte nicht - schließt euch dem Protest nicht an - lasst euch nicht instrumentalisieren! Wählt auch bei der Bundestagswahl eine Partei, die sich für ein Ende der Massentierhaltung stark macht!


Mit Dank an die Foren-User Sunjo und Vegbudsd für den Hinweis.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

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Schlagworte: Tierquälerei Antibiotika Kommentare Tierschutz Politisches
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