„Erdlingslauf“: 173 Kilometer für die Tiere

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Bild: Felix Engelhardt

Laufen und damit den Tieren helfen – darum geht es beim „Erdlungslauf“ rund um Berlin. Der „Erdlingslauf“ ist eine vegane Veranstaltung, bei der vegane Läufer an zwei Tagen insgesamt fast 180 Kilometer laufen werden. Spenden, die über diese Veranstaltung erzielt werden, kommen einem sozialen Projekt zugute. Im Interview erzählt Mit-Organisator Felix Engelhardt, was es mit dem „Erdlingslauf“ auf sich hat.

Vegpool: Hallo Felix, Du bist Mitorganisator beim „Erdlingslauf“. Was hat es damit auf sich?

Felix Engelhardt: Der Erdlingslauf ist der erste und größte vegane Spendenlauf der Hauptstadtregion zugunsten des „Erdlingshofs“ im Bayerischen Wald. Durch den Lauf wollen wir erstens diesen wunderbaren und wichtigen Ort mit all unseren Kräften unterstützen. Unser zweites Ziel besteht darin, einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass sich vegane Lebensweise und sportliche Leistungsfähigkeit hervorragend vereinbaren lassen.


Vegpool: Ihr plant eine Route um Berlin – knapp 180 Kilometer! Da macht doch selbst ein gut trainierter Vegan-Sportler irgendwann schlapp. Wie soll das also laufen?

Felix Engelhardt: Die gesamte Strecke von 173 km würden wohl die wenigsten allein bewältigen. Da es uns aber nich um das Austesten unserer persönlichen Belastungsgrenzen, sondern vielmehr um das gemeinsame Setzen eines Zeichens für die Tierrechte geht, werden die 173 km in insgesamt 12 Etappen unterschiedlicher Länge gelaufen. So können wir erfahrene Langstreckenläufer wie auch komplette Laufneulinge an dem Lauf teilnehmen lassen. Wir wollen schließlich nicht gegeneinander, sondern gemeinsam für eine gute Sache laufen.

Laufen für den „Erdlingshof“

Vegpool: Euch geht es ja stark um die Vegan-Werbung... „schaut her, wie fit wir Veganer sind“.. zudem wollt Ihr damit auch ein Tierschutzprojekt unterstützen. Was genau?

Felix Engelhardt: Alle durch den Lauf erzielten Einnahmen kommen dem Erdlingshof zugute. Das ist ein Lebenshof für Tiere, deren Schicksal glücklicherweise nicht im Schlachthof enden musste. Ihnen wird auf dem Hof durch die aufopferungsvolle Hingabe und Liebe der dort tätigen Menschen ein Leben ermöglicht, wie man es eigentlich jedem Tier in der Nutztierhaltung wünschen würde. Höfe wie der Erdlingshof können als Modell dafür dienen, wie in Zukunft das Zusammenleben von menschlichen und nicht-menschlichen Tieren in unserer Gesellschaft ausgestaltet sein kann.

Erkundungs-Fahrt durch die Organisatoren
Erkundungs-Fahrt durch die Organisatoren Bild: Felix Engelhardt

Vegpool: Ist die Teilnahme am Erdlingslauf also kostenpflichtig, oder woher soll das Geld kommen?


Felix Engelhardt: Da es sich bei dem Lauf nicht um einen Wettkampf im eigentlichen Sinne handelt, verlangen wir von den Teilnehmern keine Startgebühren. Wir schlagen lediglich die Zahlung eines gestaffelten Unkostenbeitrags vor, der entweder zehn, 15 oder 25 Euro beträgt. Daraus decken wir die für die Organisation des Laufs anfallenden Kosten, wie etwa für den Druck von Flyern oder die Anschaffung der Laufverpflegung. Da wir aber versuchen, nur dort Kosten anfallen zu lassen, wo es wirklich erforderlich ist, lassen wir den überschießenden Betrag letztlich auch wieder dem Erdlingshof zukommen.

Und was die Spenden für den Lauf anbelangt, so werden diese über ein eigens dafür angelegtes Spendenprojekt bei Betterplace.org direkt und ohne Umwege an den Erdlingshof geleitet. Wir decken die Kosten des Laufs also einzig und allein aus den Beiträgen der Läufer und des Orga-Teams.

Veganen Energieschub in produktiver Form entladen

Vegpool: Was motiviert Dich persönlich zum veganen Laufen?


Felix Engelhardt: Ich bin schon vor meiner Umstellung auf eine vegane Lebensweise sehr aktiv gewesen, weswegen die Überwindung zum Laufen nicht allzu groß war. Im Gegenteil hatte ich danach einen derartigen Energieschub, dass ich nicht anders konnte, als diesen in irgendeiner produktiven Form zu entladen.

Viel wichtiger ist mir aber, dass man durch das offene Bekenntnis zum Veganismus und zu Tierrechten auch und gerade in der Sportszene eine ganze Menge Anerkennung und Respekt erlangen und so auch noch die letzten Zweifler zum Nachdenken anregen kann. Allein die wohlwollenden Worte anderer Läufer während und nach einem Wettkampf beweisen mir immer wieder aufs Neue, wie wichtig es ist, dass man sich in allen Lebensbereichen offen und beherzt zu seinen Überzeugungen bekennen sollte. Solange man ohne ständig anklagende Worte ein gutes Vorbild vorlebt, erreicht man meiner Meinung nach die größte Wirkung bei den meisten Menschen.


Der Erdlingslauf findet am 29. und 30. August 2015 statt. Mehr Informationen findet man unter erdlingslauf.de.
Spenden werden über Betterplace.org gesammelt.
Fragen: Kilian Dreißig

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Autor: Kilian Dreißig

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