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Kommentar

Milchindustrie feiert 200.000-Liter-Kuh. Erfahre, was du jetzt tun kannst.

Veröffentlichung:
Kuh "Fine" auf dem Lebenshof "Hof Butenland"
Dies ist nicht die "200.000-Liter-Kuh". Dies ist eine 0-Liter Kuh, die noch nie Milch geben musste. Bild: K/Vegpool


Die Milchindustrie feiert, dass die erste Kuh in Deutschland eine "Lebensleistung" von 200.000 Litern Milch erbracht hat. Das Tier lebt einem staatlichen Ausbildungsbetrieb in Sachsen-Anhalt, melden Fachmagazine der Milchindustrie. Ein Kommentar von Kilian Dreißig

Die Kuh mit dem Namen "Carlotta" sei bereits in der 13. Laktationsperiode, heißt es, und ist 19 Jahre alt - für Tiere in der Milchindustrie ein biblisches Alter.

Normalerweise werden Rinder in der Milchindustrie (und auch in Bio-Betrieben) nach 4-6 Jahren geschlachtet, da ihre Milchleistung allmählich nachlässt.

Es ist dann wirtschaftlicher für den Landwirt, die Tiere schlachten zu lassen und sie durch jüngere Rinder zu ersetzen. (Außerhalb der Milchhaltung erreichen Rinder ein Alter von deutlich über 20 Jahren!)

13 Kälbchen zur Welt gebracht

Um die gefeierte "Leistung" von 200.000 (zweihunderttausend!) Liter Milch zu erbringen, musste Carlotta bislang 13 Kälbchen zur Welt bringen. Das ergibt sich aus der Zahl der Laktationsperioden.


Die große Zahl an Kälbern ist kein Zufall. Doch wenige Verbraucher kennen die Hintergründe.

Viele Verbraucher glauben, eine Kuh würde einfach so Milch "geben". Manche denken sogar, das Euter würde platzen, wenn sie nicht gemolken wird.

Doch damit eine Kuh Milch gibt, muss sie zunächst ein Kälbchen zur Welt bringen.

Die jährlichen Geburten sind Voraussetzung dafür, dass die Kuh die nötigen Hormone bildet und weiter Milch produziert. Wie bei anderen Säugetieren auch. Auch bei Frauen beginnt der Fluss der Muttermilch erst mit der Geburt.

Die meisten Kälbchen sterben jung

Nur wenige Kälbchen werden später als Milchkuh genutzt. Die meisten von ihnen werden kurz nach der Geburt getötet. (Im Industrie-Jargon spricht man von "Merzen").

Oft sind nämlich schon die Tierarztkosten höher als der Marktwert eines Kalbes. Kälbchen werden in Deutschland regelrecht verramscht - für wenige Euro.


Recherchen der "Welt am Sonntag" haben 2019 ergeben, dass allein in Deutschland hunderttausende Kälbchen sogar illegal getötet wurden, weil das Geld spart.

Auch für Milch werden direkt Tiere getötet. Weil es anders gar nicht funktionieren würde.

Erhöhte Zellwerte weisen auf Euterentzündung hin

Das häufige Melken führt sehr oft zu schmerzhaften Euterentzündungen (Mastitis). Experten gehen davon aus, dass nicht ein einziger wirtschaftlicher Milchbetrieb in Deutschland frei davon ist. Anders gesagt: In jedem Liter Kuhmilch sind Spuren von Eiter zu finden. (Siehe dazu unser Faktencheck).

Zellwerte von über 100.000 pro Milliliter Kuhmilch weisen auf eine Euterentzündung hin. Bei der "200.000-Liter-Kuh" Carlotta soll der Wert bei 108.000 Zellen/ml liegen. Die Tatsache, dass dies in Fachmagazinen als ein geringer Wert dargestellt wird ("nur 108.000 Zellen/ml"), lässt ahnen, welche Werte in der Milchproduktion noch als "normal" gelten.


Stark belastete Milch wird Insider-Informationen zufolge in vielen Betrieben nicht etwa entsorgt, sondern mit weniger belasteter Milch "verdünnt", um Grenzwerte einzuhalten. Enthält Milch wirklich Eiter?

Milch - ja oder nein? Du entscheidest.

Während sich die Milchindustrie über die deutsche "200.000-Liter-Kuh" freut, kannst du dir Gedanken machen, ob auch du Extrem-Züchtungen und Intensiv-Tierhaltung täglich mit deinem Einkauf unterstützen möchtest.

Menschen brauchen keine Milch von anderen Tierarten. Kuhmilch ist ein wichtiges Allergen und verursacht bzw. verstärkt bei vielen Menschen Hauterkrankungen und Allergien.

Kuhmilch zu meiden bedeutet, ein Zeichen gegen das Töten der Kälbchen und gegen den immer extremeren Umgang mit Tieren zu setzen. Es schützt übrigens auch das Klima.

Veganer sind übrigens keineswegs Feinde der Bauern. Auch sie kaufen landwirtschaftlich erzeugte Lebensmittel ein. Sie achten vermehrt auf gute Qualität und sind öfter bereit, faire Preise für gute Lebensmittel zu bezahlen. Siehe dieser Kommentar.

Auf Vegpool findest du weitere Informationen zum Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung. Auch im Forum bekommst du freundliche Unterstützung und Tipps für den Alltag. Viele unserer Nutzer haben früher ebenfalls Kuhmilch verzehrt, bis sie die Hintergründe erfahren haben. Zögere nicht länger und werde Teil unserer freundlichen Community.


Übrigens: Das Bild oben zeigt nicht die "200.000-Liter-Kuh", sondern die Kuh "Fine", die auf dem Lebenshof Butenland lebt und noch nie einen Liter Milch gegeben hat. Sie wurde nämlich bereits als junge Kuh dort aufgenommen. Dieser Foto-Vergleich zeigt, was die Milchproduktion für die Rinder bedeutet.

Autor: Kilian Dreißig
4,8/5 Sterne (40 Bew.)

Veganes Forum
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Industrie feiert 200.000-Liter-Kuh
(2 Antworten)
Letzter Beitrag: 05.03.2020, 18:14 Uhr


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Schlagworte: Landwirtschaft Milch Tierquälerei Tierhaltung Ethik Protest Vegan-Einstieg

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