NABU soll Krähen an Tierversuchslabor abgegeben haben

Eine Rabenkrähe
Eine Rabenkrähe in freier Wildbahn (Symbolbild). Bild: pixabay.com

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist besonders bekannt für seine Aktionen zum Artenschutz. Er vermittelt Informationen über seltene Tierarten und gibt Ratschläge zu ihrem Schutz.

Dass ausgerechnet der NABU Rabenkrähen an ein Tierversuchslabor in Tübingen abgegeben haben soll - und zwar offenbar über mehrere Jahre hinweg -, klingt schier unfassbar. Doch genau diesen Vorwurf erheben Tierschützer der Organisation SOKO Tierschutz. Auch der Spiegel berichtet darüber (Paywall).


Mit den Krähen sollen auch "invasive" Tierversuche durchgeführt worden sein, heißt es in einer Pressemitteilung der SOKO Tierschutz. Die Schädel von Tieren seien dabei aufgebohrt worden, um Leitungen im Gehirn zu verlegen. Einige der Tiere sollen in sogenannten "Finalversuchen" getötet worden sein.

Den Angaben zufolge soll es sich um "zahme und geschädigte" Fundkrähen gehandelt haben. Nach Angaben der SOKO Tierschutz soll der zuständige Tierversuchsleiter, Prof. Nieder, bereits 2015 gegenüber einer Behörde angegeben haben, er erhalte jährlich bis zu 10 Krähen. 2020 soll er mitgeteilt haben, er setze die Krähen des NABU auch für "Finalversuche" ein.


Tierversuche sind in Deutschland nur unter bestimmten Bedingungen rechtlich zulässig. Friedrich Mülln, Sprecher der SOKO Tierschutz, hält die Versuche mit den Krähen vom NABU für illegal und hat Strafanzeige erstattet.

Der Vorwurf: Versuche mit Tieren, die nicht speziell für den Tierversuch gezüchtet wurden, ebenso wie Versuche mit Wildtieren, oder Versuche mit zahmen, herrenlosen oder verwilderten Haustieren unterlägen besonders strengen Sondergenehmigungen.


Die SOKO Tierschutz zweifele daran, dass eine entsprechende Genehmigung erteilt wurde. "Eine rückwirkende Legalisierung der Tierversuche mit den NABU-Tieren wäre ein Skandal und würde die gesamte Kontrolle solcher Versuche ad absurdum führen", so Mülln.

Der NABU Baden Württemberg teilt auf seiner Website mit, man sei "entsetzt" über die Tierversuche an der Universität Tübingen. Die Abgabe der Tiere sei in der Annahme erfolgt, dass die Krähen nur für Zuchtzwecke und non-invasive Verhaltensbeobachtungen verwendet würden.


Bei der Abgabe von sieben lebenden Vögel zwischen 2011 und 2014 habe man es "versäumt", den Zweck klar festzuschreiben und invasive Tierversuche auszuschließen. Nach 2014 sollten keine lebenden Krähen mehr an die Abteilung von Prof. Nieder abgegeben worden sein. Damit widerspricht der NABU Angaben der SOKO Tierschutz.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

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Letzter Beitrag: 26.04.2021, 13:55 Uhr


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