Aussagen zum Coronavirus: Rapunzel veröffentlicht Stellungnahme

Bio-Landwirtschaft schont natürliche Ressourcen. Verschwörungstheorien ändern daran nichts. Bild: pixabay.com

Der große Naturkosthersteller "Rapunzel", zu dem auch die Bio-Marke "Zwergenwiese" gehört, steht aktuell in der medialen Kritik. Grund dafür waren persönliche Äußerungen des Unternehmensgründers Joseph Wilhelm zum Coronavirus, die auf der Website von Rapunzel veröffentlicht wurden. Inzwischen sind die Texte nicht mehr öffentlich einsehbar.

Medien kritisierten Wilhelm für dessen Äußerungen zum Coronavirus und zu den Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. Wilhelm hatte dort seine persönliche Ablehnung eines Impfzwangs zum Ausdruck gebracht und bezeichnete den Mund-Nasenschutz als Maulkorb.


Schon zuvor hatte Rapunzel Kritik abbekommen. Grund dafür waren die aktuellen öffentlichen Aussagen des ehemaligen Werbepartners Attila Hildmann. Allerdings arbeitet das Unternehmen seit 2015 nicht mehr mit Hildmann zusammen und hat sich sogar ausdrücklich distanziert.

Mit seinen verschwörungstheoretischen Äußerungen hat der frühere "Vorzeige-Veganer" auch innerhalb der veganen Szenen Entsetzen ausgelöst. Geschäftspartner wie Kaufland und die Reformhauskette Vitalia haben seitdem die Zusammenarbeit beendet und listen seine Produkte reihenweise aus.


Viele Veganer befürchteten, dass Attila Hildmann den Eindruck erwecken könnte, alle Veganer würden Verschwörungstheorien anhängen. Eine Umfrage des Vegan-Blogs vegan.eu unter mehr als 3.000 Teilnehmern ergab jedoch, dass die überwältigende Mehrheit der Veganer die Theorien von Attila Hildmann klar ablehnt.

Meine Meinung:
Dass der Gründer eines der größten Naturkost-Unternehmen sich öffentlich mit Verschwörungstheorien beschäftigt, ist für mich schwer nachvollziehbar. Sicherlich wird dies wieder von konventionellen Agrar-Verbänden dafür instrumentalisiert, die Bio-Bewegung an sich in ein schlechtes Licht zu rücken.


Aufrufe zum Boykott von Rapunzel oder Zwergenwiese finde ich aber maßlos übertrieben. Schließlich beschäftigt Rapunzel hunderte Mitarbeiter, die alle eigene Meinungen haben. Es erscheint mir unredlich, wie manche Medien mit diesem Thema umgehen.

Man muss die Meinung zum Coronavirus von Joseph Wilhelm nicht teilen. Wilhelm ist Geschäftsführer eines Lebensmittelherstellers - und kein Fachexperte für virale Erkrankungen. Man kann diese Äußerungen also auch einfach als spontane Äußerung sehen und ignorieren. Wilhelm bezeichnet seine Aussagen in einer Stellungnahme inzwischen selbst teilweise als "überzogen".


Und: Die Coronakrise schlägt uns allen aufs Gemüt. Wir wollen raus in die Sonne, Freunde treffen, vegan grillen und einfach das Leben genießen. Ich für meinen Teil lese mir den ganzen Unsinn gar nicht mehr durch - und konzentriere mich lieber auf Themen, die mir Freude bereiten.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

4,2/5 Sterne (26 Bew.)

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"Rapunzel" in der Kritik wegen Äußerungen des Firmengründers
(4 Antworten)
Letzter Beitrag: 20.05.2020, 14:07 Uhr


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Schlagworte: Corona Politisches


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