Deutsches Tierschutzbüro deckt Tierquälerei in Milchbetrieb auf

Tierquälerei in einem Milchbetrieb bei Flensburg.
Tierquälerei in einem Milchbetrieb bei Flensburg. Bild: Deutsches Tierschutzbüro e.V. (Kombi)

Schon wieder extreme Tierquälerei in einem Milchbetrieb!
Das Deutsche Tierschutzbüro e. V. hat Undercover-Aufnahmen veröffentlicht, die zeigen, wie Milchkühe in einem Milchbetrieb in Wees (bei Flensburg) brutal misshandelt werden.

Erste Szene des Videos. Die Rinder stehen im Melkstall, ein Mitarbeiter des Betriebs in der Mitte. Eine Kuh steht offenbar nicht genau so, wie der Bauer es möchte. Plötzlich beginnt dieser, wie besessen auf das Tier einzuprügeln.


Eine weitere Szene zeigt, wie ein Mitarbeiter mit einem Besenstiel auf eine Kuh eindrischt. Der Stiel ist danach ganz verbogen.

"Dämliches Scheißvieh", "behinderte Mistsau" und "gleich knallt das hier aber" hört man den Bauern im Video brüllen, während er die Tiere durch den Stall jagt oder auf sie einprügelt.

Ob es immer dieselbe Person ist, lässt sich auf den verpixelten Undercover-Aufnahmen nicht genau erkennen. Das Tierschutzbüro teilte auf Anfrage mit, dass meist der Sohn des Betreibers in den Aufnahmen zu sehen sei. Klar wird jedenfalls: Dieser Betrieb quält Rinder - und das offenbar schon monatelang.

Familiärer Vorbildsbetrieb?

In den Undercover-Aufnahmen, die dem Tierschutzbüro zugespielt wurden, sieht man auch lahmende Kühe. Ein Rind humpelt mit einer offenen, eitrigen Fleischwunde in den Melkstall. Viele Rinder sind stark abgemagert. Eines hat eine riesige Beule am Bein.


Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbüros handelt es sich um einen vergleichsweise kleinen Betrieb mit "nur wenigen hundert" Tieren. "Familienbetriebe" werden in der Milch-Werbung als besonders vorbildlich dargestellt. Dieser Betrieb gehört den Angaben zufolge einem Weeser Regionalpolitiker der CDU.

Im TV-Beitrag auf Panorama 3 (NDR) vom 23.6.2020 sagt der im Interview befragte Tiermedizinprofessor Edgar Schallenberger, die Erkrankungen der Tiere wiesen auf monatelange Tierquälerei hin. Es sei ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Schon wieder "bedauerliche Ausnahmen"?

Wieder einmal "erschütternde Ausnahmen" oder "bedauerliche Einzelfälle"? Klar ist jedenfalls, dass der Betrieb monatelang Tiere quälen konnte, ohne dass die Behörden eingegriffen haben.


Und man stellt sich unweigerlich die Frage, wie es weitergegangen wäre, wenn die Aufnahmen nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangt wären.

Die Milch des Betriebs wird nach Angaben des Vereins an das "Deutsche Milchkontor" (DMK) verkauft, die angeblich größte Molkerei-Genossenschaft in Deutschland! Zu den Marken des DMK gehören u.a. Milram, Humana und auch der Babykost-Hersteller Alete.

Die DKM-Gruppe wirbt mit Transparenz und Tierfreundlichkeit. Die Undercover-Aufnahmen, die das Deutsche Tierschutzbüro veröffentlicht hat, stehen jedoch in einem starken Kontrast dazu.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

4,7/5 Sterne (30 Bew.)

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Tierquälerei in Milchbetrieb bei Flensburg
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Letzter Beitrag: 27.06.2020, 14:18 Uhr


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Schlagworte: Tierquälerei Milch Tierhaltung Skandale Ethik
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