Kommentar

Tierquälerei: Berlin verweigert Zirkus Stellplatz

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ElefantenDas Leben in der Freiheit bleibt Wildtieren im Zirkus verwehrt.
Bild: pixabay.com


Aus Tierschutzgründen wird Berlin dem Zirkus Voyage in diesem Jahr keinen Stellplatz verpachten. Der Pachtvertrag werde nicht fortgesetzt, so ließ Innensenator Andreas Geisel (SPD) verlauten. Kontrollen beim Zirkus Voyage hätten "Diskrepanzen" ergeben, heißt es. Die Haltung von Wildtieren wie Nashörnern, Flusspferden oder Giraffen sei im Zirkus nicht artgerecht und ohne Tierquälerei möglich, kritisieren Tierschützer seit vielen Jahren.

Zum Hintergrund: Der Zirkus Voyage hält seit vielen Jahren an Haltung und Dressur von Wildtieren fest. Dabei hat der Umgang mit Wildtieren beim Zirkus Voyage in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zirkus Voyage ist also, was den Tierschutz betrifft, wahrlich kein unbeschriebenes Blatt.

Dass die Zirkusleute jetzt mit Tradition und Arbeitsplätzen gegen das angebliche Verbot wettern, hat Tradition. Und es stimmt nicht einmal. Denn es liegt kein "Verbot" vor, sondern schlicht eine Nicht-Vermietung. Berlin ist nicht verpflichtet, Tierquälerei durch die Vermietung eines Stellplatzes zu unterstützen.

Berlin: Keinen Stellplatz für Tierquälerei

Es ist vielmehr die Aufgabe der Behörden, Tierschutzverstöße zu unterbinden. Und zwar auch durch aktive Kontrollen und nötigenfalls durch Beschlagnahmung und Versorgung gequälter Tiere. Das hingegen kommt auch in Berlin so gut wie nie vor. Berlin ist also keineswegs die Hauptstadt des Tierschutzes. Auch in Berlin gibt es noch unheimlich viel zu tun, um das Gesetz wirksam umzusetzen und Tiere wirksam vor Gewalt und Ausnutzung zu schützen.

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Die öffentliche Kritik an der Stadt Berlin - die auch von zahlreichen Medien unreflektiert aufgegriffen wurde - ist daher ungerechtfertigt. Würde Zirkus Voyage keine Wildtiere quälen (und die Haltung von Wildtieren im Zirkus ist an sich bereits Tierquälerei), stünde einer Verpachtung des Stellplatzes offenkundig nichts im Wege. Die Stadt Berlin setzt nur um, was ihre Aufgabe ist. Dabei ist sie nicht einmal besonders mutig oder forsch. Sie weigert sich schlicht, unnötige Tierquälerei auch noch zu unterstützen.

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Zirkus ohne Tiere schafft Arbeitsplätze

Es ist längst Tradition, dass Zirkusse mit Verweis auf angeblich bedrohte Arbeitsplätze gegen den Tierschutz wettern. Dabei würde ein Verzicht auf traurige Wildtier-Dressuren vielen Artisten erst eine Chance geben. Allein: Tiere bekommen kein Gehalt und sind daher viel billiger als Menschen. Ein Zirkus vermeidet durch Wildtiere also Arbeitsplätze. Der Verzicht auf Wildtiere im Zirkus könnte also nicht nur Tiere schützen, sondern auch Arbeitsplätze schaffen.

Andere Zirkusse haben längst darauf verzichtet, Wildtiere für ihre Zirkusnummern zu quälen. Sie zeigen ein Programm ganz ohne Tiere - dafür mit mehr Akrobatik, mehr Kunststücken und Slapstick.

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