Kommentar

Umweltministerium wird vegetarisch - richtig so!

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Vegetarisch lebenFleischlose Ernährung hat viele Vorteile
Bild: © berc - Fotolia.com


Das Bundesumweltministerium unter Ministerin Dr. Hendricks (SPD) möchte künftig auch bei der Verpflegung von Gästen vorbildlich sein. Daher wurden die Mitarbeiter angewiesen, alle Bewirtungen des Ministeriums künftig vegetarisch ausrichten zu lassen. Außerdem sollen den Gästen nach Möglichkeit biologische, regionale und fair gehandelte Lebensmittel angeboten werden. So sollen unnötige Transporte vermieden, Menschenrechte gewahrt und nachhaltige Anbaumethoden bevorzugt werden.

Die Hintergründe der Anweisung des Bundesumweltministeriums liegen auf der Hand: Fleisch gilt als eines der umweltschädlichsten Genussmittel schlechthin. Für ein Kilo werden etwa 10-20 Kilo Futtermittel (je nach Fleischsorte) verfüttert. Dazu kommen tausende Liter Wasser, auch für den Futtermittel-Anbau. Während in vielen Ländern immer noch Hunger herrscht, landen unermessliche Mengen an Getreide in den Futtertrögen überzüchteter Nutztiere.

Tierhaltungen weltweit sind der Hauptgrund für den Klimawandel - weit vor dem gesamten Verkehrssektor inklusive Flugzeugen, Schiffen und Autos. Die schier endlose Menge an Gülle, die durch die vielen Milliarden Nutztiere weltweit "produziert" wird, belastet Böden, Grundwasser und Meere. Die Folgen dieser Raubbau-Industrie betreffen alle Menschen aus der Erde. Wissenschaftliche Simulationen haben längst gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels alle Länder der Erde betreffen werden. Erst die ärmeren Länder, später auch die heutigen Industrieländer.

Richtige Entscheidung des Umweltministeriums.

Kurz gesagt: Fleisch ist ein Genussmittel, das nicht nur der eigenen Gesundheit schadet (die WHO hat längst vor dem Krebsrisiko von rotem Fleisch gewarnt), sondern eben auch der Umwelt und damit uns allen. Aus dem Grund ist es eine gute, richtige Entscheidung des Umweltministeriums, Fleisch bei der Bewirtung auf eigenen Veranstaltungen endlich zu verbannen.


Leider berichten Medien oft sehr dogmatisch und einseitig über vegetarische Ernährung. Es sei eine Einschränkung der persönlichen Freiheit, liest man oft.

Die Tatsache, dass der westliche Ernährungsstil faktisch gar nicht für alle Menschen auf der Erde möglich ist, wird von Journalisten regelmäßig ignoriert. Daraus folgt, dass die Nutzung der knappen Ressourcen automatisch die Freiheit anderer Menschen einschränkt. Und zwar in einem deutlich höheren Maße, als bei der Wahl guter, pflanzlicher Lebensmittel. Die mediale Diskussion über Fleisch ist oftmals komplett postfaktisch und rein emotional.

Sollte vegane Wurst "Wurst" heißen dürfen?
Ja, auch vegane Wurst ist "Wurst"
Nein, Wurst muss aus Tier gemacht sein.

Insofern ist die Entscheidung des Umweltministeriums, seine Gäste künftig fleischfrei zu bewirten, zeitgemäß und wichtig. Auch wenn eine vegane Ernährung natürlich noch deutlich ökologischer wäre. Schließlich sind auch die Auswirkungen der Milch-Industrie extrem schädlich für Umwelt, Tiere und Menschen.


Man kann nur hoffen, dass das Umweltministerium bei der fleischfreien Verköstigung bleibt und angesichts der dogmatischen Polemik der organisierten Agrar-Lobby nicht einknickt.

Autor: Kilian Dreißig
4,5/5 Sterne (2 Bew.)
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