Volkswagen als „Vegan Warrior“?

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Steht „VW“ jetzt für „Vegan Warrior“?
Steht „VW“ jetzt für „Vegan Warrior“? Bild: Paul Chu, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Volkswagen Van, CC-BY

Volkswagen als neuer Vorreiter für die vegane Lebensweise? Ein norddeutscher Bauernverband jedenfalls regte sich öffentlichkeitswirksam auf, weil in verschiedenen Restaurants in der VW-Autostadt auch vegetarische Gerichte angeboten werden. Der Verband drohte gar mit einem Boykott des Autobauers.
Doch was war der Grund? Steht Volkswagen wirklich in Zukunft für „Vegan Warrior“? Oder alles nur heiße Luft?

Zuerst einmal: Was ist ein Bauernverband eigentlich?
Bauernverbände sind in der Regel Verbände, die mit massiver Lobby- und PR-Arbeit für die industrielle Landwirtschaft eintreten. Diese Form der Landwirtschaft beinhaltet fast immer Massentierhaltung, Umweltzerstörung, Verdrängung kleinerer Betriebe und den Verlust von Arbeitsplätzen. Die vielen Lebensmittelskandale der letzten Jahre sind sicher auch ein Resultat dieser „Rationalisierung“.
Die Interessen von Kleinbauern werden von den großen Bauernverbänden kaum vertreten, weshalb sich viele Bio-Bauern in eigenen Verbänden zusammengetan haben.

Transparenz als Gefahr für die industrielle Landwirtschaft

Soll verborgen bleiben: Fleischproduktion Bild: K/Vegpool

Es ist wohl das wichtigste Anliegen von industriellen Agrarfabrikanten, zu verbergen, wie wirklich produziert wird. Jeder kennt wohl die Image-Videos von jungen Bauernfamilien, die glücklich vor spärlich bestückten und wohlpräparierten Schweineställen stehen und andeuten, „die Städter“ hätten eh keine Ahnung. Die ungefilterte Realität ist regelmäßig nur über heimlich gefilmte Videoaufnahmen zu spätabendlicher Stunde im TV ersichtlich.
Bauernverbände haben größtes Interesse daran, die wahren Zustände zu verbergen. Denn bei industriellen Tierprodukten gilt: Je weniger Transparenz, desto weniger Fragen. Das funktioniert, weil die wenigsten Verbraucher wirklich wissen möchten, wie Fleisch, Milch und Eier produziert werden. Es könnte einem ja den Appetit verderben.

Das typische Argument der Agrar-Lobbyisten gegen vegane Ernährung lautet: Vegetarier und Veganer sind bloß Spinner, die von Landwirtschaft keine Ahnung haben. Umso bedrohlicher wirkt es natürlich für manch einen Schweinemäster, wenn ein „anerkannter“ Konzern die Vorteile rein pflanzlicher Lebensmittel erwähnt und hierbei sogar auf wissenschaftliche Studien verweist. Die „Spinner“-Keule wirkt hier einfach nicht. Dass der VW-Konzern mit Veganismus vermutlich so wenig am Hut hat, wie Massentierhaltung mit Tierwohl, scheint hier keine Rolle zu spielen. Das Angebot veganer Produkte dürfte allein der erhöhten Nachfrage und der Kundenorientierung des Konzerns VW (und seiner Partner im Gastronomiebereich) zu verdanken sei. Trotzdem ist die Aufregung des Bauernverbandes eigentlich ein gutes Zeichen, denn oft bedeutet das, dass sich etwas im Sinne der Verbraucher verändert.

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Autor: Kilian Dreißig

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