Gentechnik in Tofu und Sojaprodukten?


Tofu, Sojadrink, Emulgatoren, Backzutaten - viele Produkte bestehen aus Soja oder enthalten Zutaten aus Soja-Bestandteilen. Durch den massiven Einsatz der Gentechnik sind weltweit bereits etwa 80 Prozent der auf dem Weltmarkt verfügbaren Soja gentechnisch verändert.
Doch nur etwa 5 Prozent der Soja fließt direkt in die Herstellung von Lebensmitteln.

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Antersdorfer Mühle

Circa 90 Prozent der weltweit angebauten Soja werden als eiweißreiches Futtermittel für "Nutztiere" aller Art verwendet. Produkte von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gemästet wurden, müssen nicht extra gekennzeichnet werden. Das gilt also für Fleisch, Milch, Eier und Weitere. Auch in Deutschland unterstützen Verbraucher die Gentechnik, indem sie - meist unbewusst - konventionelle Tierprodukte von Tieren aus entsprechender Fütterung kaufen.

Eine Kennzeichnung als "frei von Gentechnik" ist relativ selten (hier wird interessanter Weise gekennzeichnet, was nicht drin ist). Da auch das in Deutschland erhältliche Futtermittel meist große Mengen genetisch veränderter Organismen (GMO) enthält, kann davon ausgegangen werden, dass fast alle ungekennzeichneten Tierprodukte mit Hilfe solchen Futters erzeugt wurden.

Die meisten Verbraucher in Deutschland lehnen die Gentechnik ab. Aus diesem Grund werden für Lebensmittel mit Soja-Anteil - bis auf ganz wenige Ausnahmen (meist Importe) - gentech-freie Sojabohnen verwendet. Wenige Produkte, mit denen die Akzeptanz von gentechnisch veränderten Zutaten bei Verbrauchern getestet wurde (Erdnussbutter, Schokoriegel usw), sind inzwischen wieder vom Markt verschwunden, bzw. nach einer Rezeptänderung wieder frei von Gentechnik.

Durch den hohen Anteil an gentechnisch veränderter Soja auf dem Weltmarkt (und die Vermischung bei Transport und Verarbeitung), können - vor allem beim Bezug aus Ländern mit hohem Anteil der Gentechnik - Verunreinigungen mit GMO nicht mehr ausgeschlossen werden. Sojabohnen für Lebensmittel werden aus diesem Grund verstärkt in Mitteleuropa angebaut. Durch den räumlichen Abstand und getrennte Produktionsketten wird eine Verunreinigung mit gentechnisch veränderter Soja unwahrscheinlicher.

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Ganz ausschließen lässt sie sich aber nie. Die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen birgt aus Sicht von Naturschützern grundsätzlich die Gefahr einer unkontrollierten Verbreitung. Die Haltung von Futtermitteln ist mit Abstand der wichtigste Grund für die enorme Verbreitung der Gentechnik in der Landwirtschaft.


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