Tierprodukte

Essen Veganer Honig?


Honig ist ein Tierprodukt und daher definitionsgemäß nicht vegan.

Warum kein Honig?

Doch essen Veganer – aus rein ethischer Sicht – Honig?
Über diese Frage streiten sich die Geister. Während Honig für manche Veganer in einen „Graubereich“ fällt (und gelegentlich verzehrt wird), lehnt die Mehrzahl ihn ab.

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Bei Imkern und Wissenschaftlern ist die Frage nach der Empfindungsfähigkeit von Bienen umstritten. Fest steht, dass Bienen über komplexe Kommunikationsfähigkeiten verfügen, z. B. den Bienentanz.
Ohnehin wurde die Leidensfähigkeit von Tieren in den letzten Jahrzehnten von Wissenschaftlern kaum behandelt bzw. stark unterschätzt. Wer hätte gedacht, dass Schweine so intelligent sind wie menschliche Kleinkinder? Vor 25 Jahren wäre dies von konservativen Wissenschaftlern sicherlich als abstruse Vorstellung belächelt worden.
Im Falle der Bienen darf man also auf interessante Forschungsergebnisse gespannt sein. Bevor seriöse, wissenschaftlich fundierte Aussagen getroffen werden können, gilt es, abzuwarten – und vielleicht selbst diese faszinierenden Insekten zu beobachten?

Ist Bienenhaltung Tierquälerei?

Bienenhonig ist der Nahrungsvorrat der Honigbienen, von ihm ernährt sich das Volk, er dient als Reserve für den Winter.
In der Praxis bekommen die Bienen nach der Honig-Entnahme Industriezucker als Ersatz.

In der industriellen Honigproduktion werden jährlich neue Völker eingesetzt – und die alten „ausgeräuchert“. Die Bienen-Königinnen werden oft farblich markiert und – da sie größer sind, als normale Arbeiterbienen – durch engmaschige Gitter am Entkommen gehindert. So soll das Schwärmen verhindert werden.

Essen Sie Honig?
Ja, ich esse Honig
Nein, ich esse keinen Honig
Werden Bienen wirklich ausgeräuchert?
Von verschiedenen Imkern haben wir widersprüchliche Informationen hierzu bekommen. Nach Informationen eines Bioland-Berufsimkers werden Bienen auch bei der Bienenhaltung im großen Maßstab nicht ausgeräuchert, da dies zu aufwändig und teuer sei. Es handele sich um ein Gerücht, das aber offenbar auch von einigen Imkern verbreitet wird.

Ist Honig gesund?

Honig gilt als natürlicher, gesunder Süßstoff. Doch in Wahrheit besteht Honig nahezu vollständig aus Wasser und verschiedenen Zuckerarten. Auch die Menge an Enzymen und Nährstoffen schwankt stark – überdies kann Honig bakteriell verunreinigt sein und Antibiotika enthalten, ohne das – laut der Dokumentation „More Than Honey“ – heute kaum noch ein Bienenvolk überlebt. In Untersuchungen der Stiftung Warentest fielen die Hälfte der getesteten Produkte durch. Honig ist also in erster Linie ein aromatischer Süßstoff.
Die warme Milch mit Honig hilft allein deshalb gegen Erkältung, weil sie warm ist. Ebenso gut würde ein warmer Kräutertee wirken.

Kleinkinder sollten übrigens keinen Bienenhonig verzehren.

Alternativen zu Honig

Vegane Alternativen ist z. B. „Löwenzahnhonig“, der aus Löwenzahnblüten und Zucker hergestellt wird und geschmacklich echtem Bienenhonig stark ähnelt.
Auch Agavendicksaft, Zuckerrübensirup, Maissirup oder Palmhonig sind gute Alternativen, die ernährungsphysiologisch oft wertvoller sind als manch ein Bienenhonig.


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Alles rund um Bienen & Honig:

Kommentare

Bernd
Kommentar #10 13.02.2016, 13:31 Uhr
Das ist ja mehr als scheinheilig, auf die Fahne schreiben das man die "armen" Tier schützt und dann die Bienen die für einen Liter Naturhonig bis zu 4x um die Welt fliegen müssen ausbeuten.
und Zitat "die Frage nach der Empfindungsfähigkeit von Bienen umstritten". entweder ein Tier ist empfindungsfähig oder nicht, und da ist nicht die Frage ist es eine Garzelle die in Afrika einem Dorf das Überleben sichert, oder ein Wal der den Inuit die Rohstoff zum Überleben seit Jahrhunderten sichert, oder eine kleine einheimische Biene.
Und wer Palmöl durch halt Europa fliegen lässt, statt im Dorf in der Nähe beim Privatimker ein Glas Honig zu kaufen, der hat die Welt zwar auf dem Gewissen, aber die Honigbiene geschützt :(
Gott wirf große Mengen Hirn vom Himmel !!!

Markus
Kommentar #9 06.09.2015, 12:57 Uhr
Tatsächlich war es ursprünglich jedem Veganer selbst überlassen, ob er Honig verwendet oder nicht. Die britische Vegan Society von der ja der Begriff Vegan stammt hat das jahrzehntelang so gehandhabt. Irgendwann Ende der Achtziger Jahre hat dann eine Mehrheit beschlossen, dass wer Honig verwendet kein Veganer ist. Damit verloren die Honigesser ihr Stimmrecht in der Vegan Society und der Beschluss konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Da ich schon vorher Veganer war (Hab noch den alten Skriver gekannt) verwende ich ich Honig, aber nur meinen eigenen. Ich halte nämlich selber Bienen. Die werden übrigens sehr stark durch die Agrochemie bedroht. Wer konventionelles Gemüse isst tötet indirekt vielmehr Insekten (auch Bienen) als irgendein Honigesser.
Liebe Grüße
Markus

Alex
Kommentar #8 01.08.2015, 14:23 Uhr
Honig besteht schon aus mehr als Zucker. Ist also schon etwas alberne Propaganda. Zu Antibiotika besteht gar kein Bedarf. Soll der wenn in den Futterzucker getan werden ?
Wenn genug Eigenhonig übrigbleibt dürfte da auch kein Nährstoffmangel entstehen. Und sonst wird die Biene auch durch nichts beeinträchtigt, also spricht auch nichts dagegen Honig zu essen. Im Gegenteil wird ihr Bestand durch die Haltung grade durch jetzige Belastungen aus der Umwelt gesichert und gefördert.

kilian
Kommentar #7 23.03.2015, 11:04 Uhr
Ich möchte hier nochmal darauf hinweisen, dass es um die Frage geht, ob Veganer Honig essen. Dass Bienen eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft spielen, ist unbestritten.

eva
Kommentar #6 23.03.2015, 09:48 Uhr
alles totaler Schwachsinn! Wer bestäubt denn die Blüten, von denen es dann Löwenzahnhonig, Palmhonig usw. gibt. Welche Äpfel entstehen ohne Bienen. Ist es normal, daß in China die Obstbäume von Menschen bestäubt werden.

andreas
Kommentar #5 16.09.2014, 10:43 Uhr
halte es für fraglich ob der Import von honigersatz von den kanarren wirklich okologisch sinnvoller ist als ein produkt aus der region zu verzähren...

Christoph
Kommentar #4 04.03.2014, 08:51 Uhr
So ein Schwachsinn was hier steht. Einzig im Kommentar von Solli wird berechtigterweise korrigiert. Offenbar wurde nie ein Wort mit Imkern direkt gewechselt, sonst würde der/die AutorIn (ein Autoren-Nachweis fehlt) nicht solchen Schwachsinn vertreiben. Tatsache ist, dass die Imker min. in Europa ganz zum Wohl der Bienen handeln. Antibiotika in der europäischen Imkerei völlig tabu sind, Bienenvölker nie ausgeräuchert werden (falscher Terminus), dass bespw. Zuckersirup für die Bienen viel verträglicher ist als Sommerhonig und deshalb weniger Krankheiten wie Nosematose auftreten. Der Gipfel ist aber die Behauptung Honig sei im Wesnetlichen nur gesüsstes Wasser: Die Inhaltstoffe wie Pollen und Enzyme leisten Hervorragendes in der alternativen Medizin. Aber macht euch selber schlau im Internet (Apitherapie). Und letztlich: Mit einer solchen Haltung zerstört ihr letztlich das Ökosystem, da es ohne Imker keine Honigbienen mehr gäbe!

kilian
Kommentar #3 24.02.2014, 20:32 Uhr
Hallo Solli,
vielen Dank für den Kommentar!
Es gibt viele verschiedene Methoden, Bienen zu halten, sie zu überwintern und ihren Honig zu „ernten“. Ich hatte mit einigen Imkern und Bienen-Experten gesprochen, darunter auch mit Markus Imhoof, dem Regisseur von „More Than Honey“ (siehe Interview).
Ich habe den Eindruck, dass bei den nicht-kommerziellen Hobby-Imkern, die das aus Liebhaberei betreiben, durchaus auch mal im Sinne der Bienen gehandelt wird (sofern man das so sagen kann). Im Artikel ist meist die Rede von kommerzieller Honigproduktion.
Liebe Grüße:
Kilian Dreißig

Solli
Kommentar #2 27.08.2013, 11:35 Uhr
Dieser Artikel zeigt Praktiken der fiesesten Imker auf. Das trifft auf die Mehrheit aber nicht zu. In Deutschland werden Bienen nicht mit Antibiotika behandelt. Das Gitter wird auch nicht zur Verhinderung von Schwärmen verwendet. Und es gibt mittlerweile viele Imker (vor allem Hobbyimker), die den Bienen nur sehr wenig Honig entnehmen um nicht mit Industriezucker zufüttern zu müssen. Ein Volk produziert rund 40 kg und diese Imker entnehmen pro Volk 1-2 kg.
Das trifft zugegebenermaßen nicht auf die Mehrheit der Imker zu, aber wenn man ein bißchen rumfragt, findet man auch ökolologisch arbeitende Imker, deren Ziel es ist das Aussterben der Bienen zu verhindern und nicht sie auszubeuten.

Hanna
Kommentar #1 13.06.2013, 21:07 Uhr
Also mein liebster Honigersatz ist auf jeden Fall Palmenhonig...der Name trügt-Bienen müssen hier keine arbeit leisten und werden auch nicht ausgebeutet! Der Kanarische Dattelpalme wird hierfür einfach nur der Saft abgezapft, danach kann sie sich wieder regenerieren.
Ich hab den Miel de Palma im Urlaub kennen gelernt, jetzt gibts ihn endlich auch bei uns, entweder bei Ebay oder bei www.palmenhonig.de
Schmeckt fantastisch würzig süß, probiert es mal aus!
LG

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