Basiswissen

Warum trinken Veganer keine Milch?


Warum keine Milch? Gesundheitliche Gründe

Milch ist bei allen Säugetierarten – also auch bei Menschen – Babynahrung. Sie versorgt den Nachwuchs mit allen wichtigen Nährstoffen, bis dieser feste Nahrung verdauen kann.
Für Babys empfehlen Ernährungsberater das natürliche Stillen mit Muttermilch. Dies wird selbstverständlich auch von Veganern befürwortet.

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Laktoseintoleranz: Keine Krankheit oder Allergie

Ein gesunder Mensch benötigt nach der Entwöhnung (also nach dem Säugealter bzw. dem Abstillen) keine Milch mehr und kann feste Nahrung vertragen. Die Produktion des körpereigenen Enzyms Laktase, das für die Verdauung des Milchzuckers zuständig war, wird auf ein Minimum zurückgefahren. Bei Menschen, die dennoch auch nach dem Säugealter noch Milch trinken und Milchprodukte verzehren, kann das zu Blähungen und Bauchschmerzen führen. Diese so genannte Laktoseintoleranz ist ein natürlicher Vorgang und keine Allergie oder Krankheit.

In vielen südamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Ländern, in denen keine Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen, haben die meisten Menschen Laktoseintoleranz. In Europa werden Bauchschmerzen und Blähgefühle häufig anderen Ursachen zugeschrieben, obwohl sich auch dahinter eine Laktoseintoleranz verbergen kann.
Das Gegenteil einer Laktoseintoleranz ist die Laktose-Toleranz. Eine wirkliche Milch-Verträglichkeit gibt es nach dem Säugealter nicht mehr.

Übrigens: Auch Hunde und Katzen entwickeln Laktoseintoleranz – sie lieben zwar bereitgestellte Kuhmilch, können diese aber ebenfalls nur schlecht verwerten (und haben in der Natur ohnehin keine Chance, nach dem Säugealter an Milch, geschweige denn Kuhmilch, zu gelangen).

Der Verzehr von Milch nach dem Säugealter entspricht – ganz natürlich – nicht den biologischen Bedürfnissen des menschlichen Körpers. Schon gar nicht der Konsum artfremder Milch.
Warum?
Kuhmilch hat eine andere Zusammensetzung als Muttermilch, ist z. B. reich an Eiweiß und speziell auf die Bedürfnisse von Kälbern abgestimmt.

Warum Kuhmilch, aber keine Menschenmilch?

Kuh
Bild: Alex Schweigert,
flickr.com (bearbeitet) CC-BY
Der Schritt von der Muttermilch zur Kuhmilch wird als selbstverständlich angenommen und selten hinterfragt. Doch einmal provokativ gefragt: Würden Sie Milch einer fremden Frau trinken?
Natürlich nicht?
Doch „natürlicher“ als der Verzehr von Kuhmilchprodukten wäre es gewiss! Und hygienischer wohl obendrein. Dennoch gilt es in Deutschland als natürlich, ja sogar notwendig, Kuhmilch zu trinken.

Ihr Favorit bei den Milchalternativen?
Sojamilch
Hafermilch
Reismilch
Sonstige

Aber würden die Kühe nicht platzen, wenn man sie nicht melkt? Wohin sonst mit der ganzen Milch? Ist es deshalb nicht Tierquälerei, KEINE Kuhmilch zu trinken?
Vielleicht klingen diese Fragen absurd – doch sie zeigen, wie abstrakt das Wissen über die Produkte ist, die für viele Menschen ganz gewöhnlich auf dem Speiseplan stehen.

Warum keine Kuhmilch? Ethische Gründe für Tierfreunde

Wie bei anderen Säugetieren und den Menschen, muss eine Milchkuh erst Nachwuchs zur Welt bringen, bevor der Milchfluss beginnt. Ohne vorherige Schwangerschaft – bei Milchkühen nennt man es Trächtigkeit – fließt keine Milch.
Milchkühe werden deshalb schon im jungen Alter künstlich befruchtet und bringen in ihren etwa sechs Lebensjahren vier Kälber zur Welt. Mutterkuh und Kalb werden umgehend getrennt – eine extrem traumatisches Erlebnis für Mutter und Kalb, sagen Tierschützer. Doch die Milch ist schließlich für die Menschen bestimmt.
Auch schwere Verletzungen wie Beckenbrüche und Bänderrisse stehen oft im Zusammenhang mit der Haltung und den häufigen Geburten.

Nach etwa sechs Jahren lässt die Milchleistung der Milchkühe nach und die Tiere werden damit unwirtschaftlich. Da sich die Population bei jährlichen Geburten nach einem Jahr verdoppelt hätte, werden die meisten Kälber gemästet und geschlachtet. Die Milchproduktion ist Ursache für die große Zahl an Nachwuchs und damit auch für die zahlreichen Schlachtungen. Ohne die Haltung und Nutzung können Rinder ca. 20 Jahre alt werden. In der Milchhaltung erreichen sie meist nicht einmal ein Drittel dieser Zeit.


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Bitte beachten Sie: die hier veröffentlichten Informationen wurden nach bestem Wissen recherchiert, können eine professionelle ökotrophologische bzw. ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen und sollten nicht als einzige Informationsgrundlage für gesundheitliche Entscheidungen genutzt werden. Alle Angaben ohne Gewähr! Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.
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Kommentare

Paula
Kommentar #6 02.09.2016, 17:19 Uhr
Ich denke für viele ist auch die Umwelt wichtig (für mich ist das, neben den tierethischen Aspekten, der wichtigste Punkt). Denn Tierhaltung ist eine der größten CO2-Quellen. Zudem werden für Sojafelder zur Futtermittelherstellung in Südamerika naturbelassene (oder von Einheimischen genutzte) Flächen brandgerodet (bzw. von großen Konzernen aufgekauft), was nicht nur schlecht für die Umwelt ist, sondern oft auch mit sozialen Probelmen für die Einheimischen einhergeht.

Andy Bayer
Kommentar #5 28.04.2015, 12:52 Uhr
Wer industrielle Milch trinkt, beiligt sich am Tod eines Kälbchens und beteiligt sich am Foltern einer Kuh. Sicher glauben manche Menschen, dass Kühe gerne eng in einem engen Massentierhaltungs-Komplex stehen. Aber das ist Knast. Das einzige Verbrechen der Kuh ist: sie kann weiße Flüssigkeit absondern, für die der Mensch bereit ist, Geld zu zahlen. Falsches Futter und Entzug von Sonnenlicht und Bewegungsmangel lässt die Tiere dabei derart krank werden, dass auch der Einsatz von Medikamenten nötig wird. Bovine-Viren werden dank internationaler "Freihandelsabkommen" auch bald in Europa eingesetzt werden und tragen so zu einem erhöhten Milch-Output von 10-30% bei. Und dann gibt es die Tierschützer/Gläubige, die Schnitzel essen und Milchkaffee trinken. In keiner Religion wird gelehrt, Tiere zu quälen. Shame on us. Shame on me for eating meat as a sign of "good behaviour" on family partys. Cheers!

Vegetarier
Kommentar #4 05.04.2015, 13:16 Uhr
Diese Sache mit der Milch, ist schon lange bei den Menschen verankert. Weil eben immer nur die Vorteile der Milch genannt hat.. Alternativ wäre der Soja Drink schon eine Lösung, wenn der Geschmack besser wäre. Kuh und Kalb sollten auch nie getrennt werden, die Tiere sind dadurch total gestresst.

fräulein hinterberg
Kommentar #3 12.03.2015, 13:54 Uhr
sollte die Seite zur Aufklärung dienen, möchte ich sagen: gute Argumentation, schön zusammengefasst... und ich denke recht verständliche Informationen auf den Punkt gebracht für Menschen, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben.
Argumente über Ausbeutung der Ressourcen (plus Folgen Hunger, Armut) wären auch interessant angeführt zu werden. Im generellen denke ich jedoch, dass diese zweiträngig für viele Menschen sind, da diese dem Bewusstsein noch zu weit weg sind und die direkten Einflüsse leichter greifbar und spürbar sind!!

anyone
Kommentar #2 28.10.2012, 14:04 Uhr
"Doch viel logischer wäre doch der Konsum von menschlicher Muttermilch anderer Frauen (unabhängig von ethischen und wirtschaftlichen Aspekten). Dass diese Vorstellung bei vielen Menschen Ekel verursacht zeigt doch, wie unlogisch es ist, als Heranwachsender oder Erwachsener Kuhmilch zu trinken. "

Ekel und Logik sind zwei paar Schuhe.
Wer sich nur von Fleisch ernährt, wird sich vor Gemüse ekeln und umgekehrt.
Alles eine Frage der Gewöhnung.
Beschränkt euch lieber auf wenige gute Argumente, das macht die Sache überzeugender.

Mein Lieblingsargument taucht in dem Artikel übrigens garnicht auf:
Industriell hergestellte tierische Produkte verschlingen enorme Mengen an Ressourcen (Ackerfläche, Dünger...) und sind daher mitverantwortlich für Hunger, Armut und Ausbeutung (von Menschen).

Veganerin
Kommentar #1 19.03.2012, 19:48 Uhr
Ich würde mich fühlen wie ein Kälbchen, wenn ich Kuhmilch trinken würde.

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