Mailserie: Veganer Ökostrom

Warum essen Veganer keine Eier?


Eier gehören neben Kuhmilch zu den meistverarbeiteten Tierprodukten. Sie werden genutzt als Frühstücksei, Spiegel- und Rührei, als Bindemittel in Gebäck und sogar in Eierlikör. Von Ostereiern ganz zu schweigen.
Eier dienen der Fortpflanzung von Vögeln und enthalten den befruchteten Dotter, aus dem sich beim Brüten das Küken entwickelt.

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Im Supermarkt erhältliche Hühnereier, die aus Massentierhaltung stammen, sind in den seltensten Fällen befruchtet. Eine Befruchtung ist jedoch nicht immer ausgeschlossen, da trotz „Sortierung“ männliche Hühner in der Herde verbleiben können.

Was spricht gegen den Verzehr von Eiern?

Vor allem ethische Gründe sprechen aus Sicht vieler Veganer gegen den Konsum von Eiern. Denn auch für die Produktion von Eiern müssen unzählige Tiere sterben.

Küken mit Ei
Küken mit Ei
Bild: © Anatolii - Fotolia.com
Ur-Hühner, so genannte Bankiva-Hühner, legten im Jahr ungefähr 6-12 befruchtete Eier. Allerdings nicht, damit die Menschen sie aufessen sondern schlicht, um sie auszubrüten. Heutige „Turbo-Hühner“ legen etwa 230 Eier im Jahr – etwa das 20-fache ihrer entfernten Vorfahren. Diese Eier sind meist unbefruchtet.

Die Haltung von Hühnern – selbst in Freilandhaltungen – ruft immer wieder Tierschützer auf den Plan. Herden mit Tausenden Tieren seien schlicht zu groß und würden Panik auslösen, so dass die Tiere den zur Verfügung stehenden Platz gar nicht nutzten. Boden- und Volierenhaltung sind aus Sicht von Tierschützern ohnehin nicht akzeptabel. Dennoch – und obwohl viele Tiere unter den Bedingungen der Massentierhaltung sterben – gelten Eier als vegetarisch.

Die enorme körperliche Belastung, denen heutige Hochleistungs-Züchtungen ausgesetzt sind, führt dazu, dass die Hennen schon nach weniger als einem halben Jahr Legezeit völlig ausgezehrt und nicht mehr wirtschaftlich sind. Auch im Biobereich (wo übrigens meist normale Hybrid-Sorten genutzt werden) leben Hennen kaum länger als 2 Jahre. „Alte“ Legehennen werden beispielsweise als „Suppenhuhn“ genutzt. Für die Produktion von „Grillhähnchen“ werden andere Züchtungen genutzt, die früher Fleisch ansetzen und schneller geschlachtet werden können.

Was passiert mit den Hähnen?

Ca. 50% der schlüpfenden Küken sind männlich und werden gleich nach dem Schlüpfen getötet. Der Vorgang heißt „sexen“ und bedeutet, dass die Tiere z. B. vergast oder zerhäckselt werden. Tierschutz-Organisationen bemühen sich, diese Massentötung ohne "vernünftigen Grund" zu stoppen – bisher nicht erfolgreich. Vor Allem im Biobereich gibt es Anstrengungen, so genannte Doppelnutzungsrassen zu züchten, bei denen die Hennen zunächst für die Eierproduktion und die Hähne als Fleischlieferant genutzt werden. Diese Doppelnutzungsrassen sind möglicherweise nicht weniger tierquälerisch – allein: Die Tötung der Hähne hat nun einen „vernünftigen Grund“, nämlich den Verzehr.


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Gründe für den veganen Lifestyle:

Kommentare

Moby
Kommentar #4 12.08.2016, 08:15 Uhr
Die Überschrift lautet:
"Warum essen Veganer keine Eier?"
(Also subjektive Beweggründe)
Die primär beschriebenen Gründe sind jedoch großteils keine Antwort auf diese Frage, sondern darauf, was generell(!) dagegenspricht (Also 100% objektiv)

Die meisten Veganer wissen nicht, dass für Eier (&Milch) Tiere sterben.
Sie leben meist vegan, weil sie generell die NUTZUNG von Tieren gegen ihren Willen ablehnen. (Aber tw. Pferde reiten. LOL)

Oder wegen der typischen Massentierhaltung in dunklen Räumen.
(Ähnliches Szenario wird im Beitrag beiläufig erwähnt)
Dieser Grund spricht zwar nicht gegen Bio-/Freiland-Eier/-Milch, doch solang sie dieser Unlogik folgen, verhindern sie immernoch das Töten von ("Bio-")Tieren, welches sie nicht mal geahnt haben.

Ferner sind sie eben oft skeptisch bei (EU-)"Bio"-Auszeichnungen und lehnen deshalb jedes Tierprodukt schon rein prophylaktisch ab.
Wenn sie das nicht tun, zählen sie per Definition nunmal nur zu den Vegetariern.

Micha
Kommentar #3 16.01.2014, 18:54 Uhr
Was man nicht vergessen sollte, ist, dass das Vergasen und Zermusen der männlichen Küken selbst im Bio-Bereich üblich ist, allerdings gibt es dort zumindest Anstrengungen, daran etwas zu ändern. Das bezieht sich nicht nur auf die angesprochenen Doppelnutzungsrassen, sondern auch auf Initiativen wie http://www.bruderhahn.de/
Dass das Töten der männlichen Eintagsküken erlaubt ist, widert mich regelmäßig aufs Neue an. Allerdings gibt es auch Fortschritte: NRW hat die Tötung inzwischen verboten, da sie gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Immerhin ein Anfang.

Gustl
Kommentar #2 12.12.2013, 23:53 Uhr
Ich bin selbst Vegetarier und wenn ich Eier esse, dann nur die Vom Bio-Bauern aus dem Nachbarort, von dem wir auch unsere Milch beziehen.
Wie auch immer, ich will mit dem Kommentar nur anderen die Angriffsfläche wegnehmen und euch daruaf hinweisen, dass 230 bei weitem nicht das 200fache von 6-12 ist.
Macht weiter so! Solche Internetseiten sind um soviel wichtiger als die mindestens 200fach so oft besuchten Meme- und Failpages dieser Welt :D

PS: Was ich gefunden hab: "Der Champion unter den Superhühnern ist das „LSL-Huhn“. Bis zu 355 Frühstückseier bringt es in seinen 14 Legemonaten zustande. Mit gemütlichem Leben auf dem Bauernhof hat das nichts mehr zu tun, hier geht es um industrielle Fertigung, um Effizienzsteigerung und sinkende Stückkosten." Auch nicht das 200fache, aber haarsträubend genug...

Butterfly
Kommentar #1 02.11.2013, 12:30 Uhr
Klare Fragen - klare Antworten! Noch bin ich nicht im Lager der Vegetarier und der Veganer, als ich Kind war, war Fleich noch etwas Besonderes. Am Sonntag wurde die Bratwurst geteilt, Papa bekam das größte Stück. Aber jeden Tag nehme ich mehr wahr, was es mit der Fleichproduktion auf sich hat. Und ich kaufe immer weniger davon. Auch im Restaurant schaue ich automatisch nach vegetarischen Gerichten. Und viele vegetarische Rezepte sind auch vegan oder man kann sie dazu machen mit Soyamilch etc. Also, auch die ältere Generation ist nicht unbelehrbar. Ich betätige mich auch gern als Multiplikator und serviere meinen Gästen oft Vegetarisches. Meistens sagen sie hinterher, dass es sehr lecker war. Ich hoffe, es ist nicht nur Höflichkeit gewesen.
Butterfly

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