Fleischesser und selbstheuchlerische Veganerkritik

Erstellt 20.06.2016, 22:11 Uhr, von mousicorn. Kategorie: Allgemein und Off-Topic. 8 Antworten.

Fleischesser und selbstheuchlerische Veganerkritik
20.06.2016, 22:11 Uhr
Hallo liebe Mitveganer :)
Ich dachte ich werfe mal eine allgemeine Frage auf:
Wir ernähren uns vegan und dazu gehören natürlich Gemüse, Obst und Selbstgemachtes. Aber wir essen auch Käseersatz und mein Verlobter gönnt sich hin und wieder pflanzliche Mortadella.
Jetzt hatte ich doch im Supermarkt tatsächlich eine vorerst nette Unterhaltung mit einem jungen Mann was Veganer denn so essen. Beim Blick in den Einkaufswagen kam die Frage aller Fragen:
Ja aber wieso esst ihr denn dann Wurst und Käse?
Die Antwort, wir lebten ja nicht vegan weil wir kein Fleisch mögen sondern aus ethischen Gründen und freuen uns über pflanzliche Alternativen stieß auf die Antwort, das sei ja schummeln.
Ist es schummeln? Wieso sollten wir kein Recht haben zu genießen ohne dabei Lebewesen zu schaden?
Ist es nicht ein wenig unsinnig selbst Fleisch und tierische Produkte en mass zu vertilgen und andere zu kritisieren die es *besser* (ich stell das mal so hin) machen.
Ist das der Drang sich selbst besser zu fühlen?
Das beschäftigt mich seitdem doch sehr. Denn welcher Omnivor hat das Recht solche Kommentare zu bringen? Meiner Ansicht nach niemand. Oder wie sehr ihr das? Kommt ihr auch in solche Situationen? Wie handhabt ihr diese Ignoranz?
Wir sind selbst noch nicht allzu lang vegan und es geht auch nicht ums Fleisch essen, das entscheidet jeder für sich, aber dieses *rumhacken* verstehe ich nicht, auf solche Aurgumente wäre ich auch als ehemaliger Fleischesser nue gekommen :wtf:
Lieben Gruß :)

1x bearbeitet

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
21.06.2016, 08:42 Uhr
Hey!

Oh ja diese Aussagen und Diskussionen kenne ich :crazy:
als ob wir kein recht darauf hätten uns mal etwas aufs Brot legen zu dürfen oder etwas in der Pfanne zu braten etc.
ein bekannter von mir sagt immer er findet das total doof und unlogisch weil wenn ich das ja nicht mehr essen will dann sollte man auch keinen Ersatz essen weil sonst könnte ich ja gleich das "original" essen...

Ist es nicht ein wenig unsinnig selbst Fleisch und tierische Produkte en mass zu vertilgen und andere zu kritisieren die es *besser* (ich stell das mal so hin) machen.


-> ja da stimme ich dir vollkommen zu! Aber viele omnis sehen das nicht so, warum auch immer, keine Ahnung...

Ich ignoriere diese aussagen mittlerweile bloß noch und diskutiere nimmer.
das kostet mir zu viel Energie zudem es bei den meisten eh nichts bringt, weil sie es überhaupt nicht verstehen WOLLEN.
ich denke mir dann immer bloß krass wie dumm die Leute sind, wollen mich "bekehren" und haben selber überhaupt keine Ahnung :rofl:

Grüße :)

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21.06.2016, 09:51 Uhr
Ja ignorieren ist da wohl angebracht, auch wenn das mitten im Gespräch ein wenig schwierig ist :D
Es ärgert mich nur so. So etwas beschäftigt mich dann immer ewig. Eigentlich Unsinn :rolleyes:
Ich muss vielleicht noch lernen das einfach auf sich beruhen zu lassen.

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21.06.2016, 09:59 Uhr
Hallo mousicorn,

ein Gleichnis hilft manchen, aufgeschlossenen, Karnivoren meistens beim Verständnis.

Aber auch dumme und provokante Sprüche / Fragen lasse ich prinzipiell nicht unkommentiert im Raum stehen.

Allerdings begebe ich mich auch gerne in solche Situationen, da ich sowohl rhetorisch, als auch argumentativ flexibel reagieren und überzeugen kann.

Spontanität und Argumentanden kommen im Laufe der veganen "Karriere" von alleine, der Rest ist Übung und Gewohnheit ;)

Grüße,
Falk
1x bearbeitet

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21.06.2016, 10:04 Uhr
Hallo Nefasu :)

Ja rhetorisch rechne ich mir delbst auch einiges zu. Doch meist ist es ja so, dass dort Konfuzius selbst stehen könnte und auf taube Ohren stieße.
Am meisten störe ich mich glaube ich einfach daran dass man anscheinend alles richtig macht solange einfach alles falsch ist xD Esse ich einfach alles ohne zu Hinterfragen ist das vertretbar, tue ich das nicht bin ich auf einmal Regeln unterworfen die dann wohl noch die aufstellen die selbst alles essen?
Das ist einfach noch eine sehr verwirrende Situation für mich. :D
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21.06.2016, 10:17 Uhr
Hallo,
das ist ein Klassiker und da hilft wirklich nur eines: Sich nicht drüber aufregen und sich auf die Dinge konzentrieren, die einem Spaß machen.

Man regt sich auf, wenn man angesichts guter Argumente nur Plattitüden zu hören bekommt und sich dadurch einfach nicht ernstgenommen fühlt.
Aber man kann sich klar machen: Solche Leute wollen einen nicht damit angreifen, sondern sich nur selbst schützen vor einer vermeintlich furchtbaren Erkenntnis.

In diesem Bereich sind diese Menschen ungefähr so, wie ein Stück totes Holz im Strom des Mainstreams. Sie tragen zum Weltgeschehen durch ihren Konsum bei (mit bekannten Auswirkungen), sind aber argumentativ auch keine Herausforderung oder gar "Gefahr", über die es sich lohnt, sich aufzuregen. Sie richten sich nicht nach Argumenten, sondern nach bestimmten Trendsettern und Vorbildern und von denen gehen Veränderungen aus (in jedem Sinne).

Oft sind das nicht weniger unreflektierte Leute, aber die haben wenigstens eine Reichweite und können etwas verändern. Und man sieht ja an vielen Prominenten, dass auch hier ein Umdenken stattfindet.

In der Diskussion hat man vielleicht manchmal das Gefühl, dass es wichtig wäre, jemanden mit Argumenten zu überzeugen, angesichts der Auswirkungen seines Handelns. Aber das bringt aus meiner Erfahrung fast nie was, außer Frust (und die Person fühlt sich angegriffen). Argumente sind für viele Menschen etwas, das nach Belieben genutzt werden kann :-)

Viele Grüße
Kilian
2x bearbeitet

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21.06.2016, 13:39 Uhr
Diese ganze Argumentationsstruktur ist doch im Grunde nur eine Rabulistik, die von falschen Prämisse ausgeht und das ganze ad absurdum führen will.


Die Leute haben ja ihre grundlegenden Vorurteile: Veganer wollen nur besser sein als andere, Veganer fordern Dinge, die sie selbst nicht einhalten können und sie haben ja nur Luxusprobleme, weil sie keine echten Probleme in der Welt haben.


Dieses "du solltest ja keine Wurst und keinen Käseersatz essen" führt ja dieses Bild vom Veganer als "besserem" Asketen auf die Spitze und mischt das ganze mit den absurden Idi*****, die die im Fernsehen immer als Vegan-Opfer hinstellen: Wir würden ja alle am Ende nur Licht essen wollen, wir knabbern nur an Obst, das freiwillig vom Baum geschenkt wurde und so ein kram. Als ob Vegan sein = besser = du darfst nur noch an Gemüse nuckeln bedeuten würde. Die Leute verlangen dann von einem, dass man nur noch Moralapostel ist und die Lösung für alle Ungerechtigkeit in der Welt hat.


Die Leute führen Veganismus ad absurdum und denken sich: ich kann eh nicht leben, ohne anderen was wegzunehmen, warum also überhaupt an irgendwas denken? Dieser Nihilismus geht mir ziemlich auf den Senkel. Wenn ich so einen Vollpfosten getroffen hätte, hätte ich dem aber was gehustet. Und überhaupt, sobald man Veganer ist ist man ja immer Sprecher für ALLE Veganer und ist ja jederzeit Ansprechpartner für die einsamen und frustrierten.


Und sowieso immer dieses Argument mit dem "echten" und dem "falschen": Sollen doch alle mal eine ECHTE Pizza essen und keinen Fertigkram, oder eine ECHTE Wurst vom Bauern ohne Geschmacksverstärker und Industriemüll drinnen - was ist denn schon das Echte? Als ob so ein halbfettkäse oder so ein Minus-L Dingens noch was mit Kuhmilch zu tun hätte.
Die Menschen verzapfen so einen Käse, wenn sie sich auf solche Diskussionen einlassen, ich weiß oft gar nicht, wo ich anfangen soll :( Das ist Halbwissen+Feindbild Öko+"ich will dem jetzt eine reinwürgen diesem doofe Veganer" und raus kommt: Aber bei der Weizenernte sterben auch Tiere!
(Das Wetter ist Schuld an meiner Laune!)

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21.06.2016, 14:26 Uhr
Ich sehe das so wie ihr. Es ist nur einfach schade und es macht einen wütend.
Da hast du wohl Recht pummelchen, Feindbild Öko trifft es gut. Dabei ging es in dieser Situation nicht einmal um belehren wollen oder Fehler aufzeigen es war nur ein profanes Gespräch darüber was wir essen, das nicht einmal von mir ausging. Ich verstehe eine gewisse Verteidigungshaltung und auch eine gewisse Empörung die aus Verdrängung her rührt, wenn man als Veganer den Moralapostel spielt oder anderen die Lebensweise aufdrängen oder vorpredigen will. Aber das ist ja nicht einmal das das in solchen Fällen zwangsläufig vorangeht, da wird angegriffen obwohl nicht mal eine Diskussion stattgefunden hat, geschweige denn eine Verurteilung meinserseits. Eine Unverschämtheit. Ich verstehe gut dass du dich ds so aufregst pummelchen, das ist wirklich eine Frechheit sondergleichen.
Und obwohl ich auch nicht gerade ein verschüchtertes Mauerblümchen bin, war ich in dieser Situation überrumpelt und sprachlos. Was denen so alles einfällt...

1x bearbeitet

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22.06.2016, 14:05 Uhr
Liebes Mousicorn,

wie Falk bereits sagte, wird es mit der Zeit besser. Am Anfang meiner Karriere hatte ich auch viele solche "Begegnungen". Einige Antworten fand ich hier im Forum und nach einer gewissen Zeit und etwas eigen Recherche, bist du auf (ziemlich) alles vorbereitet. Und du lernst noch zu unterscheiden, ob es sich jetzt rentiert ein "Fass aufzumachen" oder nur nett lächelst.

Lieben Gruß

Bettina
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