Was lest Ihr gerade?

Erstellt 04.07.2019, 10:41 Uhr, von kilian. Kategorie: Allgemein und Off-Topic. 92 Antworten.

14.01.2020, 22:46 Uhr
Zitat PeeBee:Jon Fosse: Der andere Name. (Roman)

Kannst du dazu schon etwas sagen, oder bist du noch ganz am Anfang?


antworten | zitieren |
Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
15.01.2020, 07:27 Uhr
Ich bin noch ganz am Anfang, da es sehr schwer zu lesen ist. Kennst Du etwas von ihm? Fosse hat ja einen ganz eigenen Stil, oft verwendet er keine Satzzeichen, manchmal verwendet er nur Kommata, keine Punkte, er erzählt (in seiner Prosa) sehr assoziativ, so, als ob der Ich-erzähle "denkt". Und daher ist das neue Buch nicht nur sehr dick, sondern auch sehr anstrengend zu lesen. Ich mag seine Werke SEHR, sowohl die Dramen als auch die Prosa, und ganz besonders seine Gedichte. Seinem einzigen in deutscher Übersetzung erschienenen Gedichtband "jage" ich seit 2 Jahren antiquarisch hinterher, da es beim Verlag vergriffen ist. Der Verlag hat nur noch die Vorzugsausgabe mit Originalgrafiken von O.C.Jenssen, aber der kostet 600 Euro, das geht deutlichst über meine finanziellen Möglichkeiten. Ich habe aber ein Buch über eine Preisverleihung an Fosse, in dem 6 oder 7 Gedichte von ihm drin sind, aber allein die reichten aus, mich zu "packen"... ;-)


antworten | zitieren |
15.01.2020, 20:49 Uhr
Nein, von Jon Fosse hatte ich ehrlich gesagt vorher noch nie gehört. Hab jetzt mal noch seinen Wikipedia-Artikel gelesen - und bin da ein wenig zwiegespalten, ob das was für mich wäre. Wenn es von ihm Hörbücher gäbe, würde ich es einfach ausprobieren, aber die bei audible sind nur auf Dänisch, und das werde ich vorerst nicht lernen ;-)
antworten | zitieren |
15.01.2020, 21:48 Uhr
Jon Fosse ist ein düsterer Autor, melancholisch, aber nicht im romantischen Sinn, sondern eher im pessimistischen, resignativen. Seine Werke kreisen um die Möglichkeit, in der Stille zu leben, um die Fähigkeit, Möglichkeit und Unmöglichkeit der Liebe, um Abschied, Tod und Trauer, und fast immer (meist indirekt) um die Frage nach Gott. Er steht seit Jahren auf der Kandidatenliste für den Literaturnobelpreis.

Wenn Du es mal versuchen möchtest, würde ich mit einem der kürzeren Sachen anfangen, z.B. "Schlaflos" (Erzählung) oder "Morgen und Abend" (Roman (aber sehr kurz, nur 120 Seiten)).

Zu Hörbüchern kann ich nichts sagen, ich mag sie nicht und lese immer "richtige" Bücher.


antworten | zitieren |
16.01.2020, 07:14 Uhr
sondern eher im pessimistischen, resignativen.

Oha, dass passt ja dann zu dir immerwährendem Pessimisten :lol:
(ironisch gemeint!)
antworten | zitieren |
16.01.2020, 07:39 Uhr
Ich habe vor kurzem "Krieg am Westwall" (Siegfried Line) von Edgar Christoffel gelesen. Ein Riesen Wälzer mit fast 600 großen Seiten und alles sehr klein geschrieben, an dem Buch wäre ich fast "verhungert", ein ausführliches aber trockenes Stück Zeitgeschichte. Inzwischen habe ich es verkauft.
Zur Zeit lese ich von dem Norweger Lars Mytting das Buch "Der Mann und das Holz", habe ich geschenkt bekommen.
antworten | zitieren |
16.01.2020, 09:30 Uhr
Zitat Smaragdgruen:
Zur Zeit lese ich von dem Norweger Lars Mytting das Buch "Der Mann und das Holz", habe ich geschenkt bekommen.


Oh, das hört sich schon vom Titel interessant an. Und dann auch noch Norweger. Ich habe eine grosse Liebe zu Skandinavien, besonders Norwegen, obwohl ich nie dort war.

Oha, dass passt ja dann zu dir immerwährendem Pessimisten


Gewiss, Habanero. Ich finde übrigens, dass ein Pessimist weniger Enttäuschungen erfährt als ein Optimist. Für einen Pessimisten kann es nur besser werden... ;-)

antworten | zitieren |
20.01.2020, 23:32 Uhr
Zitat Sennaciulo:Soeben habe ich „Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk, der neuen Nobel-Literaturpreisträgerin, gelesen.

Nachdem du das geschrieben hattest, hab ich bei audible kontrolliert und festgestellt, dass es dieses Buch dort als Hörbuch gibt. Drei, zwei, eins...meins. :-)
Und ich muss sagen, die erste Stunde war einfach nur :surprise:
Eine ein wenig schrullige (sehr an Astrologie interessierte) alte Dame beschreibt ihre faszinierende Beobachtungs- und Gedankenwelt. Zum gelegentlichen Schmunzeln. Und wenn es ums Mitleid für die Tiere geht, zum Zustimmen.
Sprachlich für mich ein Genuss.
Und als Bonus für mich: der Ort der Handlung scheint sich in der Region meiner Silvester-Esperantowoche zu befinden (Polen, Grenze zu Tschechien, Tafelberge, nächstgelegener größerer Ort Kudova).

Davor hatte ich (ebenfalls auf den Ohren): "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy Montgomery: ich war vorher nahezu unwissend zum Thema Kraken/Oktopoden und weiß jetzt sehr viel mehr. Faszinierende Lebewesen, und zweifelsohne wurde das Buch aus großer Liebe zu diesen Tieren geschrieben. Es fehlt allerdings jegliches Unrechtsbewusstsein, die Tiere zu fangen und in ein Aquarium zu sperren, um sie auszustellen und kennenzulernen. Und ob die Freundschaft (bei eigentlichen Einzelgängern) auf Gegenseitigkeit beruht, oder doch nur Wunschdenken und Vermenschlichung entspringt, ist schwer zu beurteilen. Leuten, die diese Tiere noch essen, kann man das Buch aber unbedingt empfehlen, denn nach der Lektüre dürfte das eigentlich keiner mehr guten Gewissens tun können.
antworten | zitieren |
21.01.2020, 03:10 Uhr
Wo wir gerade bei Tieren sind:

Versuche gerade, mich durch einen Text von Prof. Bülte (Uni Mannheim) zum Thema "instutionalisierte Agrarkriminalität" zu wühlen. Wie ich finde, ein lohnendes Unterfangen.

https://www.jura.uni-mannheim.de/media/Lehrstuehle/jura/Buelte/Dokumente/Veroeffentlichungen/Buelte__Zur_faktischen_Straflosigkeit_institutionalisierter_Agrarkriminalitaet__GA_2018__35-56.pdf
antworten | zitieren |
05.02.2020, 17:41 Uhr
Haruki Murakami - Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt :) Das ist mein Lieblingsautor
antworten | zitieren |

Nächster Thread:

Wassersprudler

Weiterlesen:

Forensuche

Werde Teil der Community

Melde Dich jetzt an und werde Teil einer der freundlichsten veganen Communities. Kostenlos.
Jetzt registrieren
Renderzeit: 0 Sek.