Was soll ich nur tun?

Erstellt 14.09.2020, 15:29 Uhr, von PuschelQueen. Kategorie: Allgemein und Off-Topic. 32 Antworten.

Was soll ich nur tun?
14.09.2020, 15:29 Uhr
Hallo,

Schon seit längerer Zeit schleppe ich eine Sorge mit rum wo ich nicht weiß wohin damit. Es geht darum, dass meine Freundin bald heiraten wird. Sie ist standesamtlich schon verheiratet. Hier geht es um die kirchliche Trauung und die Feier danach. Das Ganze entstand sehr spontan vor etwa 2-3 Monaten (mein Zeitgefühl ist etwas durcheinander, entschuldigt).

Meine Einstellung zu Corona ist halt folgendermaßen. Ich meide jegliche unnötige Aktivität mit anderen Menschen (also halt auch größere Feiern). Alltägliche Dinge wie Einkauf, Arzttermine, usw. müssen ja sein (da führt ja kein Weg drumherum), aber ich hatte dieses Jahr auch nur selten Besuch Zuhause da ich mich mit dem Gedanken auch nicht wohlfühle eventuell andere in Gefahr zu bringen.

Mein Partner und ich haben ein großes Problem. Einerseits will mein Partner hin da es ja seine Schwester ist und geheiratet wird halt nur einmal, aber andererseits haben sie sich freiwillig entschieden zu Corona-Zeiten zu heiraten. Ich weiß nicht wie oft ich mich schon deswegen aufgeregt hatte und mir den Kopf zerbrochen hatte. Da es nur wenige Gäste sind ist das Risiko natürlich geringer, aber mich nervt der Druck dem meinem Partner und mir gemacht werden. Zwar wird gesagt, dass - sollte man nicht hingehen - das respektiert wird, aber ich weiß, dass das gerne dann einem immer vorgehalten wird (weil es ja ein wichtiges Ereignis ist).

Ach... ich weiß einfach nicht weiter und ehrlich gesagt nervt mich das alles gerade sehr. Bisher ist unser Plan, dass er hingeht (weil er halt der Bruder ist) und ich Zuhause bleibe. Das ist zwar noch nicht 100% fest, aber so richtig wohl fühlt er sich auch nicht dabei.


Was soll ich nur tun? :crazy:

Die meisten sagen einem dann "Geh hin, bist ja ihre Freundin." "Ist ihre Hochzeit." usw. und es ist so erschöpfend weil man quasi einfach dazu hingedrängt wird in jedem Fall zu gehen. Man ist ja jung, was soll schon passieren... :-(

Und irgendwo erhoffe ich mir, dass auch mal meine Seite verstanden wird denn die Hochzeit ist in nicht mal 2 Wochen und das alles bereitet mir furchtbare Bauchschmerzen. Könnt ihr mir irgendeinen Rat mit auf den Weg geben was mir die Entscheidung eventuell erleichtert?
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
14.09.2020, 16:17 Uhr
Veranstaltungen in Kirchen (insbesondere mit Gesang) und private Familienfeiern gehörten immer wieder zu Superspreader-Ereignissen.
Wenn das Ganze überwiegend in Innenräumen stattfinden soll, würde ich das aus Coronagründen boykottieren. Bestünde die Möglichkeit bei schönem Wetter überwiegend draußen zu verbringen, würde ich wahrscheinlich teilnehmen - Familie und Freunde sind trotz allem wichtig.
Wenn ich bei der Veranstaltung merke, dass den anderen ihre eigene Gesundheit ebenso wie die ihrer lieben Mitmenschen piepegal ist (insbesondere wenn Alkohol im Spiel ist und die Leute leichtsinniger werden), würde ich frühzeitig wieder gehen.
Vielleicht wäre das ja ein Kompromiss? Für den wichtigsten Teil der Zeit hingehen, für die Fotogalerie posieren und dann wieder verschwinden?
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14.09.2020, 16:43 Uhr
Da es der enge Familienkreis ist würde ich schon hingehen, wenn es hinterher eng wird bei der Feier mit zu wenig Abstand würde ich auch die Fliege machen. Da sind ja vielleicht auch gefährdete Personen wie Ältere und Kranke dabei. Oder bedrückt es dich/euch auch noch wegen dem Essen unter Nichtveganern ?
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14.09.2020, 17:34 Uhr
Ich würde hin gehen. Da hätte ich überhaupt keine Probleme damit. Bedenke rund 0,5 % (und ich habe da schon eine gewisse Dunkelziffer mit reingerechnet) der Bevölkerung haben/hatten Corona und 99,5 % haben/hatten keines. Ich glaube man sollte sich da mal die Zahlen vor Augen führen. Ich habe in letzter Zeit privat mit einigen Ärzten gesprochen und die sehen das genauso bzw. hinterfragen zwischenzeitlich die Verhältnismäßigkeiten der Anordnungen.


Nachtrag: Ich habe gerade mal gerechnet: Aktuell sind 0,02% der Bevölkerung infiziert (wobei wir da nicht wissen, wieviel wirklich Symptome haben). Der Einfachheit halber bin ich von einer nach unten gerundeten Bevölkerungszahl von 80 Millionen ausgegangen.



1x bearbeitet

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14.09.2020, 18:19 Uhr
Hallo Puschelqueen
nach all den Vorkommnissen auch mit Supespreadern, die gedankenlos ihre Krankheit verbreiten, kann ich Deine Angst vollkommen verstehen. Ich würde an Deiner Stelle Deine Schwägerin nochmal anrufen oder schreiben, dass es Dir einfach zu risikoreich ist und ihr Bruder eben alleine kommt. Wenn sie wirklich Deine Haltung respektiert, dann wird sie Dir später keine Vorhaltungen machen. Und falls eben doch jemand dabei ist der Covid 19, dann warst Du auf der sicheren Seite. Kann man dann nur hoffen, dass Dein Freund- also ihr Bruder dann nicht angesteckt wird. Außerdem wird sie damit rechnen müssen, dass vielleicht noch andere absagen, ich hätte an ihrer Stelle die kirchliche Trauung verschoben.
Lieben Gruß
METTA

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14.09.2020, 19:18 Uhr
Hey Puschelqueen,
ich habe genau dieselben Gedanken wie Du. Wieso muss man in Mitten einer Pandemie eine Hochzeitsfeier ausrichten, die man auch um 1 Jahr verschieben könnte? Ich gehöre auch zu den Menschen, die Socialdistancing sehr ernst nehmen, ich treffe ganz bewusst kaum Menschen, um meine alte Mutter zu schützen. Und es war mit meinem Partner auch immer schwer, weil er meint, das Leben müsse halt weitergehen, und er trifft sich mit einer Menge Menschen (Freunde, Sport etc), was ich für mich dann immer sehr schwierig fand. Für mich ist das fast nicht lebbar, wenn man dazu eine derart verschiedene Einstellung hat. Denn, wenn der andere unter Leute geht, und Du ihn dann küßt, dann kannste auch gleich bei der Veranstaltung dabei sein, was mir aber viel zu unangenehm wäre.
Es gab im Frühjahr in meiner Familie einen 85sten Geburtstag, da habe ich als erste gesagt, dass ich nicht komme, denn ich hätte dazu auch Zug fahren müssen, und ich habe dem Geburtstagskind gesagt, dass ich es nicht verantworten kann, ggf. mich noch auf dem Weg dahin anzustecken, und dann Corona an all die Senioren bei der Feier weiterzugeben. Sie hatte es verstanden. Ich finde, diese pandemische Zeit ist keine Zeit für Feiern, die Menschen können doch einfach mal 1 Jahr lang die Füsse stillhalten, und erstmal schauen, wie die Lage dann im nächsten Sommer ist. Vielleicht gibt es dann eine Impfung, und Entwarnung. Oder man stellt dann fest, dass das Virus sich genetisch so verändert hat, dass es seinen Wirt nicht mehr umbringt, oder es gibt noch ganz andere Aspekte.


Ich würde mich an Deiner Stelle davon frei machen, dass Du als Schwägerin Dich irgendwie verpflichtet fühlst. Es geht hier um Lebensschutzmaßnahmen, und jeder sollte so handeln dürfen, wie er sich am sichersten fühlt!!!
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14.09.2020, 19:28 Uhr
Hallo PuschelQueen
Mein Bruder hat auch vor kurzem geheiratet.
Wir hatten keine Bedenken hin zu gehen , obwohl wir auch zur sogenannten Risikogruppe gehören. Ich bin der Meinung , wenn man sich vorsichtig verhält ,ist das Risiko doch nicht zu gross. Du kann auch irgendwo anderes jemanden treffen , der infiziert ist. Dann könntest Du doch nur noch zuhause bleiben. Und immer alles verlegen halte ich auch nicht für sinnvoll. Niemand weiß wie lange wir noch damit leben müssen. Meine Meinung.
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14.09.2020, 21:30 Uhr
Ich habe heute auch nochmal mit einem guten Freund von mir geredet, bzw. wir beide und haben da auch nochmal so seine Meinung dazu gehört. Er sieht es halt so, dass es ja auch immer noch unsere freie Entscheidung ist wie wir handeln. Wahrscheinlich würde er auch nicht hingehen denn selbst wenn nichts passiert kann man sich ja trotzdem eventuell anstecken. Es reicht ja auch schon wenn man Träger ist. Und sein Vorschlag war noch, dass wir wirklich nur kurz hingehen und dann wieder fahren.

Na ja, mein Bauchgefühl hat mich bisher nur selten getäuscht. Wahrscheinlich handhaben wir es doch so wie gedacht. Er geht hin und ich bleibe. Mir fällt diese Entscheidung auch nicht leicht da sie zudem auch noch meine Freundin ist. Und man möchte ja bei der Hochzeit dabei sein. Was halt noch mit reinfließt ist, dass wir vor Kurzem noch einen großen Krach mit ihrem Ehemann hatten der mich halt überhaupt nicht ausstehen kann (lange Geschichte).

Also meine Bedenken wegen dem Essen sind da jetzt nicht so groß obwohl das Hotel jetzt nicht unbedingt verlockend wäre als Veganer (in ihrer Speisekarte sind zu 90% nur Fleischgerichte). Zwar wird da extra was Veganes angerichtet, aber ja... da waren anfangs auch meine Vorbehalte sehr groß.

Noch ein Problem (und das ist es wirklich) ist die Organisation. Man weiß zwar von der kirchlichen Trauung und auch, dass es danach so was wie Kaffee und Kuchen und halt etwas zu Essen geben wird, aber das wars auch. Ich war ja jetzt schon auf zwei Hochzeiten und habe die Erfahrung gemacht, dass man zumindest etwas informiert wird. Das ist hier das absolute Gegenteil (weil sie halt so spontan vor 3 Monaten geplant wurde und das merkt man auch) und das ärgert mich einfach total denn ich fühle mich da komplett ins Schwarze geworfen und das mag ich halt auch nicht.


Ich glaube es macht auch die Mischung aus all diesen Dingen die mich so davon abhalten dieser Hochzeit fernzubleiben. :-(

Denke mir halt warum nicht ein Jahr später? Kenne so viele Paare die vernünftig sind und das verschieben, aber sie wollen es unbedingt sofort machen. Verstehe auch nicht warum so viele Menschen kein Jahr mal ohne so große Feiern auskommen. Man kann sich doch mal etwas zusammenreißen.
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15.09.2020, 07:44 Uhr
Also bei 2,69 Millionen Autounfälle jährlich (2019) ist die Chance, während der Fahrt zu der Hochzeit einen Autounfall zu haben größer als ein Corona zu erkranken.
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15.09.2020, 08:30 Uhr
Auch das Risiko von Autounfällen lässt sich verringern, z.B. indem man den Zug nimmt. Außerdem sind Autos sichtbar und Autounfälle nicht ansteckend. Ich denke, die Statistik bei Corona ist in dem Sinne verfälschend, dass die Vernünftigen (die sich und andere schützen) und die Coronaverharmloser (insbesondere die, die das mit dem exponentiellen Wachstum immer noch nicht verstanden haben) alle in der selben Statistik landen. Und man muss davon ausgehen, dass die, die jede Feier mitnehmen, ein deutlich höheres Risiko haben, sich zu infizieren und Überträger des Virus zu werden, selbst wenn sie es selbst nicht merken. Und dann stirbt eben die Oma, oder der Onkel, die gesundheitlich schon nicht mehr so ganz auf dem Damm waren, weil der Rest der Familie sich nicht an die einfachsten, nur wenig einschränkenden Schutzmaßnahmen halten wollte. Und zwar wegen Corona und nicht wegen der Vorerkrankungen.
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