Hungerstreik der "letzten Generation"

Erstellt 16.09.2021, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 5 Antworten.

Hungerstreik der "letzten Generation"
16.09.2021
In Berlin läuft ein Hungerstreik für Klimaschutz.
Die Aktivisten fordern:

  • ein live-übertragenes 2h Gespräch von vier Menschen des Hungerstreiks mit den Kanzlerkandidat:innen Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz über den Mord an der jungen Generation.
  • das Versprechen in der nächsten Regierung einen verbindlichen und repräsentativen Bürger:innenrat einzuberufen in dem unter anderem die Umstellung auf 100% aufbauende Landwirtschaft thematisiert werden muss.

http://hungerstreik2021.de/
Fotos: https://www.flickr.com/photos/184802432@N05/albums/72157719775728277

Einer der Aktivisten soll kollabiert ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Er ist jetzt wohl wieder wohlauf und nimmt weiter am Hungerstreik teil.

Was haltet ihr von der Aktion?

1x bearbeitet

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16.09.2021
Um darauf aufmerksam zu machen, wie dringlich das Problem ist, finde ich Hungerstreik und ähnliches als Mittel absolut angemessen.
Es ist eine Art vorweggenommene Verzweiflung in einer aussichtslosen Situation, die eintreten wird, wenn wir (ebenso wie der Rest der Welt) nicht deutlich schneller und ernsthafter auf die Bedrohung durch den menschenverursachten Klimawandel reagieren. Wenn man mit solchen Protestformen aber wartet, bis die ausweglose Lage eingetreten ist, ist es zu spät.

Aus demokratischer Sicht finde ich es aber schwierig, die Beendigung des Hungerstreiks an politische Maßnahmen zu knüpfen, die von einer demokratischen Mehrheit bzw. von deren gewählten Vertretern entschieden werden müssen (die Forderung nach dem Bürgerrat).


Was das Gespräch mit den drei Kandidaten angeht: da haben die Organisatoren der bisherigen beiden Trielle ziemlich versagt: die Klimathematik hätte deutlich mehr Raum bekommen müssen. Würde man die Fragen und Wünsche der vom Klimawandel betroffenen und darüber besorgten Menschen viel ernster nehmen und der Vorbeugung, Linderung und Bewältigung der dadurch entstandenen und entstehenden Probleme mehr Platz im Wahlkampf einräumen, müssten junge Leute nicht zu solch drastischen Protestformen greifen. Ich fände ein Drittel der Zeit angemessen, weil es erstens laut Umfragen bei den Wählern als das derzeit drängendste Problem wahrgenommen wird, und weil auch soziale und wirtschaftliche Fragen eng mit dem Klimawandel und seinen Folgen verknüpft sind.

Also nochmal kurz:
als Protestform, zur Erlangung von Aufmerksamkeit - gute Aktion
als erpresserisches Mittel zur Umgehung demokratischer Abläufe - nicht in Ordnung

Nachtrag: dieser Bürgerrat entspricht zwar noch nicht ganz den Forderungen der Aktivisten, da die Verbindlichkeit fehlt, aber vielleicht kann man in Zukunft darauf aufbauen: https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrat_Klima
1x bearbeitet

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16.09.2021
Ich befürchte die Dringlichkeit des Problems haben die Meisten nicht verstanden. In meiner Familie will niemand was ändern. Allen ist Klimaschutz wichtig, aber dafür kein Fleisch mehr, Auto stehen lassen oder E-Auto, erneuerbare Energien fördern...? Nee, das sollen lieber andere machen. Ausserdem geht das ja alles gar nicht oder man mache ja schon so viel.
1,5 Gard werden wir wohl nicht mehr schaffen, 2 Grad vielleicht. Wenn es darüber geht, werden wir wohl Kipppunkte erreichen und können dann bei 3-5 Gard ankommen. Was das bedeutet ist auch den Meisten nicht klar. Als es 4 Grad kälter war, lag Nordeuropa unter einer kilometerdicken Eisschicht.
Viele werden wohl erst was ändern wollen, wenn sie die Auswirkungen deutlich spüren. Dann ist es zu spät.
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17.09.2021
Hierzu ein kleiner Kommentar meines Vaters, der täglich Fleisch isst und jede kleine Strecke mit dem Auto fährt: "Ich tue doch schon viel für die Umwelt, ich trenne den Müll." :rolleyes:
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17.09.2021
Oh ja, das kenne ich. Meine Eltern so: „Andere sind noch viel schlimmer! Die Politik muss halt mal was unternehmen.“
Und dann war da die CO2 Abstimmung hier in der Schweiz, klar dass sie nein gestimmt haben. Mit der Begründung: „Wir sind so ein kleines Land, das bringt doch nichts. Sollen doch die anderen erstmal. Zudem wird dann das Benzin so teuer.“

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19.09.2021
Olaf Scholz hat sich mit einem Aktivisten unterhalten:

Video anzeigen?

Das Video wird von einem externen Dienst eingebunden. Dabei werden Daten an Dritte übermittelt.

Viel scheint dabei nicht herausgekommen zu sein.
"Sorge nach spontanem Gespräch mit Olaf Scholz: SPD-Kanzlerkandidat unterschätzt Ernst der Lage katastrophal", so die Aktivisten hier: http://hungerstreik2021.de/pressemitteilungen/
4x bearbeitet

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