Der (noch) Nicht-Ganz-Veganer

Erstellt 09.07.2019, 12:49 Uhr, von Kris. Kategorie: Neu hier. 45 Antworten.

11.07.2019, 08:50 Uhr
Zu dem B12 hat der Niko Rittenau auf YouTube einige gute Videos zum Thema wie viel man einnehmen sollte und so. Das ist so ein Klugmensch, bester Mann :clap:

Ja ganz genau, da war ich noch lange nicht eingelesen. Ich hab das mit dem Fleisch essen von heute auf morgen eingestellt weil ich mir Videos von der Massentierhaltung angesehen habe. Also war das erst mal eine rein moralische Sache.
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13.07.2019, 13:09 Uhr
So, es sind ein paar Sachen passiert.

Wir waren am Freitag zum ersten Mal vegan einkaufen. Meine Frau hat sogar richtig mitgemacht und selbst Zutaten für ein veganes Rezept eingekauft. :heart:

Beim Lidl gab es leider keine Produkte von Beyond und die restliche vegane Auswahl war mager. Kaufland hatte dafür ein reichliches Angebot. Nur Seidentofu habe ich auch dort vermisst.

Der Einkauf war durch die vielen Bio-Produkte und hochwertigeren Zutaten naturgemäß teurer als ein konventioneller Einkaufswagen. Für 3 Gerichte, 2 Desserts und einige Kleinigkeiten für Zwischendurch waren das um die 80 €. Allerdings sind auch Grundzutaten wie Öle und Gewürze dabei gewesen.

Zwei der Gerichte stammen übrigens aus PittBulls Lieblingsrezepte-Thread. Die werden nächste Woche ausprobiert.

Teil des Einkaufs waren pflanzliche Milchsorten und wir haben zum ersten Mal Hafermilch (Wasser, 10 % Hafer, Sonnenblumenöl und Salz) probiert. Sie hat gleich die Nase gerümpft, aber ich fand den Drink gar nicht schlecht und zum Müsli gefällt mir der leichte Eigengeschmack des Hafers fast besser als Kuhmilch. Dafür will sie es in ihrem Kaffee versuchen. Ich bin gespannt.

Und jetzt kommt's: Wir haben gemeinsam Cowspiracy geschaut. Eine fantastische Dokumentation, die mir aber ein wenig das Herz gebrochen hat. Und nicht nur mir, sie will es jetzt tatsächlich auch mit veganer Ernährung versuchen!

Ein Stein des Anstoßes war die Ente, welche – ihrem Besitzer vertrauend – stillhielt und geschlachtet wurde. Ich muss sagen, dass ich mich jetzt in Grund und Boden schäme, jemals Entenfleisch genossen zu haben.

Nach der Dokumentation wurden wir zufällig von der Schwester meiner Frau angerufen und sie hat feinste Aufklärungsarbeit geleistet. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Die Schwester hörte sich ehrlich schockiert an. Der Mann musste natürlich seine Fleischwitze machen und nach dem Telefonat hat er Bilder und Videos von Fleisch geschickt. Doch der Stein des (Denk)Anstoßes hat sich in Bewegung gesetzt. :haehae:

Meine Frau ist zwar noch skeptisch, ob sie es durchhalten kann. Und auch ich habe kurze Momente, in denen die Lust nach Fleischgerichten aufflackert. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns auf einem guten Weg des Entzugs befinden. Wir dürfen einfach nie das Ziel aus den Augen verlieren.
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13.07.2019, 14:36 Uhr
Das klingt ja fantastisch mit deiner Frau!!! Das würde ich euch echt gönnen, wenn das was wird! :thumbup: :clap: :star: :happy:
Vegans. We're not crazy, we're just from the future.

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13.07.2019, 19:59 Uhr
Ich beneide dich! Meine Frau weigert sich vehement mir vegane Sachen zu kaufen. Lediglich die Hafermilch bringt sie mir gelegentlich mit. Selbst probieren würde sie es niemals und auch diese Dokus wollte sie nicht mit anschauen. :|

Meine Frau ist zwar noch skeptisch, ob sie es durchhalten kann. Und auch ich habe kurze Momente, in denen die Lust nach Fleischgerichten aufflackert.

Mittlerweile habe ich diese "Flash's" eigentlich nicht mehr, aber ich kann mich noch gut dran erinnern. Wenn ich sie Mal hatte habe ich mich immer an die Bilder erinnert die ich in der Doku Earthlings gesehen hatte und mich gefragt:

"Sind diese 5 Minuten Genuss wirklich dass Leben eines Tieres wert?"

Die Antwort dürfte eigentlich jedem nicht egoistischen Menschen klar sein ;) . Inzwischen ist es bei mir sogar so, dass mir vom Geruch in der Fleischabteilung schlecht wird.
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mache es nicht zum Problem.
-- Buddha --

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13.07.2019, 20:30 Uhr
Die Dokumentation haben wir gerade gesehen und sie war nicht minder schockierend. Gestern bei Cowspiracy wollte meine Frau bei den schlimmen Szenen nicht hinsehen. Heute hat sie sich fast alles angesehen.

Echt super, wie sich das entwickelt. Gerade das Buch China Study beim lokalen Buchhändler zur Abholung bestellt. Muss nicht immer Amazon sein. :green:

Und ich hab noch jeweils zwei Dokumentationen und Bücher auf meiner 2Do-Liste stehen. Ich will die Bücher auch nicht in digitaler Form kaufen, damit ich sie mal verleihen kann. Falls die jemand lesen will.
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14.07.2019, 11:57 Uhr
Kris: das liest sich ja ganz wundervoll bei dir, da hat sich ja einiges getan!
Mein Freund meinte eben "manchmal wenn ich so ein Stück Fleisch esse denke ich schon 'was mach ich hier eigentlich"
Aber das sagte er auch schon vor Jahren, geändert hat er das aber nicht :rolleyes:
Also ich muss sagen, ich kaufe nicht nur Bio ein. Das ist mir zu teuer.

Ich hätte noch eine Ergänzung bei euren Doku Marathon: "What the healht"
Ich denke das wird ihr auch die letzten zweifel nehmen.

habanero79:
Diese Frage Stelle ich mir zur Zeit ganz oft. "Ist es das jetzt wert...?" Und ich muss sagen die Antwort lautet immer nein.

Ich verstehe nicht warum manche Menschen sich nicht mal informieren wollen. Ob sie im grunde wissen das sie falsch liegen?



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14.07.2019, 12:25 Uhr
What the Health ist eine der Dokumentationen auf meiner Liste. Vorher wird aber Dominion geschaut. Hab heute auch einen Vortrag in einer Schule auf YouTube gesehen. Dort wurde das Lügenkonstrukt der Tierindustrie mit der Matrix verglichen. Auch sehr interessant. Falls es jemand noch nicht kennt: https://www.youtube.com/watch?v=l_q53pQ5QKQ

Zitat PittBull:Ich verstehe nicht warum manche Menschen sich nicht mal informieren wollen. Ob sie im grunde wissen das sie falsch liegen?


Ich denke, viele wissen zumindest einen Teil dessen. Es gibt vermutlich keinen, der noch nicht von Massentierhaltung gehört hat. Aber sie informieren sich nicht weiter und daraus entsteht – gepaart mit Vorurteilen und Desinformation – ein gefährliches Halbwissen.
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14.07.2019, 15:34 Uhr
Verstehen kann ich das schon. Es ist ja noch gar nicht so lange her, wo ich selber gedacht habe Veganer sind alles Spinner. Dabei wußte ich schon einiges. Ich habe mir gesagt, ja ich weiß das Küken getötet werden, aber ich mag ja so gerne Eier. Ja, ich weiß das in jeder Hennenhaltung die Tiere sich gegenseitig kapput picken, aber es ist so schwer Eier zu vermeiden. Ja, ich weiß, dass den Kühen die Kälber weggenommen werden und es unsinnig ist Milch zu trinken, aber es so umständlich vegan zu leben. Ich muss dann B12 nehmen und dann kann die Ernährung ja nicht vollständig sein.
Das wurde mir mein ganzes Leben immer so gesagt und es ist nicht leicht, etwas was man für selbstverständlich hält zu hinterfragen. Ich habe mich lange nicht gefragt, ob Eier wirklich so gut schmecken. Es war wohl eher die Remoulade, weil ich Eier ohne nicht mochte. Oder wieso B12 eigentlich in tierischen Produkten drin steckt.
Letztlich habe hat mir Youtube ein Video vorgeschlagen "Cage Henns see gras for the first time". Das war wie ein Tropfen von vielen, der eine der zuviel war und dann habe ich mir gesagt, dass auch meine Eier solche Hühner hervorbringen. Auf einmal wollte ich das nicht mehr. Heute fühle ich mich schlecht bei dem Gedanken, dass ich das 10 Jahre wußte und ignoriert habe.
Letzlich gibt es viele Vorurteile, Gewohnheiten und Halbwissen, aber ich wir können andere nur sachlich aufklären und ein Vorbild sein.
Frag mich nicht nach meinem Protein und ich frage dich nicht nach deinem Cholesterien.

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21.07.2019, 12:31 Uhr
Zitat PittBull:Ich verstehe nicht warum manche Menschen sich nicht mal informieren wollen. Ob sie im grunde wissen das sie falsch liegen?

Ich glaube, dass es im Grunde genau das ist. Wenn man sich sicher ist, dass man im Recht ist, warum würde man dann so vehement vermeiden wollen, sich die Fakten dazu genauer anzusehen? Ich glaube, sie wissen, dass sie falsch liegen, und wollen sich das selbst nicht eingestehen. Wegschauen ist einfacher, als etwas an sich selber zu ändern und sich als Teil des Problems zu begreifen. Da fällt mir immer eines meiner Lieblingszitate der Punkband WIZO ein:

Doch gibt es nur ein Mittel, wenn ich etwas ändern will:
Dann muss ich halt bereit sein, meine Lieblinge zu killen!

Zu den Dokus: Ich schaue auch gerade Dominion und es ist wirklich heftig. Ich hoffe, dass ich ein paar Freunde und Verwandte überreden kann, sich diese Doku auch einmal mit mir anzusehen. Ich finde, das sollte jeder einmal gesehen haben - zumindest jeder, der Tierprodukte konsumiert. Von What The Health war ich übrigens auch begeistert, das ist eine wirklich inspirierende und zum Nachdenken anregende Doku.

Neulich habe ich außerdem einen guten Text entdeckt, vor allem für diejenigen, die lieber lesen, als sich solche Videos und Dokus anzusehen. Es ist aber dennoch nicht minder heftig. Es handelt sich um den Bericht der Tierärztin und damaligen Studentin Christiane Haupt über ihr Pflichtpraktikum, welches sie 6 Wochen lang in einem Schlachthof absolvieren musste. Wen es interessiert: http://www.vegetarismus.ch/pdf/b10.pdf
Veg-Badge

„Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.“
- Pythagoras

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21.07.2019, 13:39 Uhr
Hallo Nane,
Das ist wohl die selbe Tierärztin und ehemalige Praktikantin wie in der Broschüre von Provegan, dort benannt als Christiane M. Haupt.
1x bearbeitet

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