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Erstellt 03.06.2019, 15:07 Uhr, von Veilchen. Kategorie: Umwelt & Tiere. 65 Antworten.

10.06.2019, 15:29 Uhr
Zitat habanero79:Insofern ist das Tierheim leider teuer

Der Kaufpreis (z.B. beim Züchter) und die Schutzgebühr im Tierheim sind zwei vollkommen unterschiedliche Zahlungen.
Die Schutzgebühr, die vom Tierheim erhoben wird, setzt sich aus vielen unterschiedlichen Komponenten zusammen. Wie Spock ja schon erwähnt hat, ist jedes Tier, das man aus dem Tierheim zu sich holt, gründlich medizinisch untersucht, kastriert, entwurmt, geimpft und meist gechipt. Auch ist die Verweildauer von Tieren und die damit verbunden Kosten sehr unterschiedlich. Manche müssen darüber hinaus mit Spezialnahrung und Medikamenten versorgt werden.
Das Tierheim versucht mit dieser Schutzgebühr also meist nur seine Kosten zu decken, was leider kaum ausreicht. Für den Tierhändler hingegen ist der Kaufpreis größtenteils reiner Gewinn.
Darüber hinaus gibt es leider noch einen anderen traurigen Grund für die Schutzgebühr. Diese sollte nämlich immer etwas über dem Preis liegen, den ein „Käufer“ beim Wiederverkauf an Tierschänder erhält, die dann aus dem Kaninchen „lustige“ Fellbommel für Mützen oder Handtaschen machen. :evil:
Ich zahle diese Schutzgebühr also sehr gerne –lieber noch mehr als weniger. :-)

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10.06.2019, 17:43 Uhr
Die Preiseunterschiede für Zucht und Tierheimtiere zu vergleichen ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen. Das Tierheime mehr Geld nehmen müssen, liegt auch daran, dass vermittelte Tiere helfen müssen die Kosten für alle anderen zu tragen. Es gibt immer wieder die Tiere die nicht vermittelbar sind wegen Verhaltensauffälligkeiten (z.B. misshandelte Hunde) oder weil sie alt/ krank sind nur schwer einen Platz finden. Manche Tierheime nehmen für junge, gesunde Tiere auch eine höhtere Schutzgebühr und für schwer vermittelbare Fälle dafür eine niedriegere. Zudem soll man sich ja auch bewußt sein, dass das Tier später in der Haltung auch Geld kostet. Wer da schon bei einer Schutzgebühr geizig ist, wird später wohl auch nicht zum Tierarzt gehen, wenn es dem Tier schlecht geht. Was nichts kostet, ist nichts wert. So denken viele. Und zu alt ist heute auch schon fast alles. Katzen gelten dann schon mit einem Jahr als alt.
Ich habe ein Tierheim kenne gelernt die mir kein Kannichen vermitteln wollten. Ich wollte nur eins für meine Gruppe. Nachdem eines verstorben war, waren sie zu dritt etwas unausgeglichen. Das TH war der Meinung, dass nur je 2 zusammen leben können. Ich hätte also auch keins bekommen, wenn ich 2 genommen hätte. Platz wäre bei uns genug gewesen. Was machen die Leute, bei denen das Partnertier verstorben ist?
Wenn ein TH Mist ist, sucht man sich halt ein anderes.
Kollege: Du isst meinem Futter, das Futter weg.
Ich: Nein, ich esse kein Tiermehl.
Kollege: Was ist Tiermehl?
Ich: Das willst du nicht wissen.

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13.06.2019, 07:54 Uhr
Blaustern, solche Stories kenne ich aus dem Tierheim auch, da gibt es welche die haben schon einen an der Waffel.
Ich hatte vor Jahren mal vor ein Kaninchen aus der Kaninchenhilfe aufzunehmen, ein älteres Tier weil mir eines gestorben war.
Damals hatte ich noch ein wunderschönes Aussengehege, selbst gebaut. Einbetoniert, überdacht, mit Riesenauslauf und grossem Stall. Abends hab ich die Kaninchen immer in den Stall und morgens wieder raus gelassen.
Ich hab das Kaninchen nicht bekommen weil im Stall 10 Quadratzentimeter zu wenig Platz war (derer Meinung nach, der Stall hatte ca. 8 qm für 2 Kaninchen) und weil man angeblich durch die Gitter ein Ei durchstecken konnte (3x3cm, wer hat schon jemals ein Ei gesehen das 3 cm hat?) und da käme dann nachts der Marder durch.
Nunja, Kaninchen nachts drin..... 3 cm Abstand.....mehr muss ich nicht sagen.
Ich war dann wirklich sauer und hab die Dame rausgeschmissen.
Im Tierheim haben sie sich drum gescchlagen, welches Kaninchen dann bei mir einziehen durfte.

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13.06.2019, 08:56 Uhr
Das die Höhe der Gebühren absolut gerechtfertigt ist, ist völlig klar. Selbst wenn das Tierheim damit einen "Gewinn" machen würde, wäre das in Ordnung. Sie setzen sich für eine gute Sache ein und das darf ruhig honoriert werden.

Ich denke was viele auch davon abhält ist, dass man sich im Tierheim quasi "nackig" machen muss. Da wird ein Schutzvertrag aufgesetzt indem unangekündigte Besuche, Rückholrechte und lauter so Zeug drin steht. Davor muss man aber auch noch viel von seinem Privatleben auspacken.

Wie lange gehen Sie arbeiten? Wie groß ist der Stall? Halten Sie das Tier im Garten oder in der Wohnung?

Klar, alles gerechtfertigte Fragen. Immerhin will man ja, dass das Tier gut untergebracht wird. Aber es ist für den "Käufer" eben unangenehm. Wesentlich unangenehmer als Ebay-Kleinanzeigen aufzumachen, sich ein Katzen/Hasen/Hundeinserat rauszusuchen und kurzerhand das Tier abzuholen.
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mache es nicht zum Problem.
-- Buddha --

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13.06.2019, 09:17 Uhr
Zitat habanero79:Wesentlich unangenehmer als Ebay-Kleinanzeigen aufzumachen, sich ein Katzen/Hasen/Hundeinserat rauszusuchen und kurzerhand das Tier abzuholen.

Das gehört schlicht und ergreifend verboten. Ich denke, an dieser Stelle sollten sich Tierschützer und Tierrechtler einig sein.
"Rettet die Erde - sie ist der einzige Planet mit Schokolade"
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13.06.2019, 12:46 Uhr
Zitat Sunjo:
Das gehört schlicht und ergreifend verboten. Ich denke, an dieser Stelle sollten sich Tierschützer und Tierrechtler einig sein.


Aber das wird schwierig. Den auch in privaten Auffangstationen, bzw. Pflegestellen läuft, im Gegensatz zu Tierheimen mit fester Anlaufstelle, fast alles über das Internet. Auch Pfelgestellen geben Ebay Inserate auf um auf sich aufmerksam zu machen.
Denen würde man auch einen Strich durch die Rechnung machen, oder wie will man das unterscheiden?

Wo fängt man dann an und wo hört man auf? Anzeigen für spezielle Tiere? Nur für junge Tiere? Oder nur wenn ein Tier direkt beworben wird?
Oder darf man sich als Züchter/ Notstation bewerben wenn man eben keine speziellen Tiere vorschlägt und damit wirbt die Tiere nur in gute Haltung zu vermitteln? Das kann ja jeder machen. Also ich stimme dir vom Prinzip zu, nur kann man das einfach schlecht kontrollieren. Und mit einem Verbot kommt wieder die Gefahr dass die Dinge versteckt ablaufen. Viele Tierschützer werden über solche Inserate erst auf Tiere in Not aufmerksam.

Es ist leider nicht so einfach.
Z.B. ist es mittlerweile normal dass Hobbyzüchter oder: Vermehrer in ihren Anzeigen nicht mehr von Kaufpreisen reden, sondern von einer Schutzgebühr welche angeblich nur zum decken der Kosten und zum Schutz der Tiere erhoben wird, blablabla...
Ein absolutes Unding um dem Käufer zu suggerieren dass er hier etwas gutes unterstützt, während der Verkäufer fröhlich weiter vermehrt.

Schwierig!

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13.06.2019, 13:22 Uhr
Hm ja, ich war bei den ebay-Kleinanzeigen von Hobbyzüchtern ausgegangen. Nochmal verdeutlicht: Ich bin für ein Verbot von privater Zucht. Und gewerbliche Zucht muss in regelmäßigen, nicht zu langen Abständen ohne Vorankündigung kontrolliert werden. Sollten sich zuchtbedingte Krankheiten erst später herausstellen, muss der Züchter zur Verantwortung gezogen werden können und ihm bei überdurchschnittlich häufigen zuchtbedingten Problemen gegebenenfalls die Genehmigung zur Zucht entzogen werden können. Wer ein Tier vom Züchter erwerben möchte, muss mindestens die selben Voraussetzungen erfüllen, die man für ein Tier aus dem Tierheim erfüllen muss. Meiner Meinung nach müssten zukünftige Tierhalter zusätzlich noch einen Sachkundenachweis erbringen und einen charakterlichen Eignungstest bestehen. Spätere gelegentliche Kontrollen beim Halter fände ich auch nicht verkehrt.
Ist mir klar, dass das der Wunsch einer absoluten Minderheit ist (selbst hier im Forum), aber man kann's ja trotzdem mal sagen :|
Nachtrag: Nee, eigentlich noch krasser: ich bin fast grundsätzlich gegen Tierzucht, da es dabei nie um die Interessen des Tieres geht.
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1x bearbeitet

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13.06.2019, 20:15 Uhr
Hallo Sunjo
Ja wenn man überlegt, wieviel Käufer unbedacht ein junges Tier kaufen beim Züchter und dann - wenn sie es nicht mehr brauchen, aus welchen Gründen auch immer- beim Tierheim abgeben, oder noch schlimmer im Urlaub irgendwo anbinden etc.- dann hast Du schon recht, dass man Tierzuchten verbieten sollte. Denn im Normalfall würden m.E. die Tiere, also z. B. Hunde ., Katzen etc. nicht dauernd geschwängert werden wollen, da sie sich ja teilweise noch um ihren ersten Wurf kümmern. Und auch aus anderer Sicht ist es schlecht, dass so viele Tiere gezüchtet werdendenn die wenigsten Leute ernähren ihre Tiere- also Hunde oder Katzen oder Iltis oder andere fleischfressende Tiere dann vegan, wenn sie nicht selbst vegan leben, also muss wieder Fleisch von anderen Tieren gekauft werden , ein unendlicher Leidenskreislauf…. :-(
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13.06.2019, 20:24 Uhr
Da muss ich jetzt aber doch einbringen, dass es auch genug Tiere gibt die nicht vegan leben. Das wäre ja auch nicht die richtige Haltung. Wenn dann sollte man das Tier auch so ernähren wie es die Natur vor sieht. Bin bei diesem Thema noch immer sehr zwiegespalten. :-/
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13.06.2019, 21:03 Uhr
@Sunjo

Aber, Regel und Auflagen gibt es doch bereits... nur leider sind die unterirdisch. Selbst wenn es gravierende Missstände gibt und des Veterinäramt kommt haben die oftmals keine Handlungsmöglichkeiten, bzw. können oder wollen (Finanziell, Platz, Zeit...) nichts machen.
Die Standards müssten da hochgesteckt werden, das wird aber nicht passieren. Den warum sollte man Hobbyzüchtern höhere Auflagen machen als Massentierhaltern.
Oder sagen wir es so, diese Auflagen gelten nicht für alle Tiere. Hunde und Katzen, würdest du 30 Katzen auf je 30x30 cm in Buchten halten, übereinander gestapelt, dann wäre das Vetamt aber flott und was meint ihr was das durch die Presse ging! Bei Kaninchen allerdings kein Problem, normaler Alltag für unzählige Seelen.

Das Kaninchen was ich letztens geholt habe, Parasiten, Unterernährt, hatte nicht dauerhaft Wasser und Futter, verdrecktes Streu, Käfig, Bisswunden ... .
Habe mit meiner Tierärztin gesprochen da zwei weitere Tiere da waren die man aber behalten wollte. Sie hat sich extrem darüber aufgeregt aber ganz ehrlich zugegeben dass man da nichts machen kann, da es völlig legal ist. Solange kein Tier halb tot im Käfig liegt und offensichtliche Schmerzen hat- Machste nix.

Ich bin auch für die Abschaffung sämtlicher Tierzucht, ohne wenn und aber. Das tut mir sehr für diejenigen Leid die ihre Tiere wirklich liebevoll behandeln und auch vielleicht verantwortungsvoll züchten (soll’s ja geben...). Aber im Ganzen betrachtet brächte das erhebliche Vorteile und wesentlich weniger Leid. Ist aber eh alles utopisch weit weg, von daher :green:
Ich gebe zu, manchmal bin ich da etwas radikal. :happy: Aber solange es halt Tiere in Not gibt finde ich es gut wenn diese adoptiert werden und ein tolles Leben bekommen und auch der Mensch seine Freude daran hat :heart:

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