vegetarisch \//\\/ vegan

Erstellt 22.06.2020, 21:15 Uhr, von Salma. Kategorie: Umwelt & Tiere. 15 Antworten.

24.06.2020, 21:14 Uhr
Nun meine Sicht auf auf Vegetarisch vs. Vegan
Ich kann hier nur für mich und nicht für alle Vegetarier sprechen - ich persönlich bin weder Ovo-Lacto, Ovo- noch Lacto - Vegetarier ( ausser wie in einem anderen thread schon geschrieben, meine meine Ma ist mit der Kaffeesahne zu schnell ) aber dafür, das ich keine Eier (auf unbestimmte Zeit) noch Milchprodukte (für immer) konsumiere, verzichte ich auf das tierleidverursachendes Palmöl. Da ich mich aber nicht als einzigartig wahrnehme, denke ich das es noch einige Vegetarier mehr gibt die einfach in keine Schublade passen.
Ich mag einfach das trennende Argument "Vegetarier sind für Tierleid verantwortlich" (in einem Kommentar bei PETA 2 sollen Vegetarier schlimmer sein, als Omnivoren) nicht mehr hören bzw. mich damit abfinden oder wollt Ihr euch in der Schublade "Hildmann-Veganer" oder "Luxusproblem" wiederfinden ?
Es wird der individuellen Persönlichkeit einfach nicht gerecht.
Auch, das Vegetarier nur ein Stufe sind und Veganer sozusagen die Krönung finde ich individuell betrachtet zweifelhaft - mag sein das einige Veganer diesen Korpsgeist/Wirgefühl brauchen aber ist das hilfreich ?
Ich werbe vehement für eine differenzierte Sicht und ein Zusammenstehen - unsere kleine blaue Kugel und unsere nicht-menschlichen Mitgeschöpfe hilft ein Grabenkampf (vegetarisch vs. vegan) jedenfalls nicht!

Nun zu meiner Kritik an einigen Leuten der veganen Community.
PETA 2 bringt es regelmäßig fertig gegen Vegetarier zu haten und diesen u.a. Inkonsequenz vorzuwerfen und hypen z.B. aktuell einen "vegen" Schuh by Sioux (einem der zur Zeit noch größten Lederverarbeiters hier in Deutschland - hoffentlich beendet die Insolvenz diesen Zustand).
In den Posts von PETA wird verallgemeinert und es gibt meines Wissens keine evidenzbasierte Studie zu dem Ernährungsverhalten und der prozentualen Verteilung der Ernährungsweise von Vegetariern (ich lasse mich aber gern beleren).

Konsequenter Weise sollte Veganer auch Lebensmittel mit Palmöl (Manner-Waffel, Alsan ect.) meiden, denn diese sind weder tierleidfrei noch umweltverträglich - da hilft auch das "nachhaltige" RSPO-Siegel nicht.
Wie Vegbudsd bei Produkten mit Eiklar, Milchpulver treffend das V moniert hat, so sollte das Vegan bei Produkten mit Palmöl verschwinden - auch wenn diese keine direkten und indirekten Tierprodukte enthalten.

Fazit: Wenn ich hier lese, das Vegetarier keine Tiere gerettet hätten, dann stimmt das einfach nicht - und ist mE. einfach das Bedienen einer Schublade. Ich bin Ergebnisorientiert und daher mein Beispiel mit Hannes Jaenicke, Ralf Ruthe und vermulich Leonardo DiCaprio, die ja denn de facto kein Tier gerettet hätten noch dafür gesorgt hätten. In meiner Umgebung ernähren sich mein Kumpel und seine Frau seit einigen Monaten vegan, vermutlich bin ich auch daran ein klein wenig beteiligt. Meine Biker-Duds haben ihren Fleischkonsum drastisch eingeschränkt - man braucht keine Kamera um Veränderung zu bewirken. Ferner war ich jahrelang im Umwelt-/Tierschutz ehrenamtlich aktiv, das direkte Ergebnis läßt sich hier leider nicht messen.
Vegetarier, auch mit kleinen Schwächen, sind durchaus in der Lage aktiv Tiere zu retten und die Umwelt sehr positiv zu verändern und die hier getroffen Aussagen treffen mich persönlich und machen mich wütend.

Ich bin lieber aktiv und bewirke was, als den theoretisch-ideologischen Zeigefinger zu nutzen !

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
24.06.2020, 22:06 Uhr
Dem kann ich nur zustimmen, Hinterfrager. Und ich bin froh, dass das hier im Forum nicht so praktiziert wurde/wird, dass alle Vegetarier sofort durch "Belehrung" und durch "Vorwürfe" vertrieben werden. Ich hoffe, das bleibt auch so.

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25.06.2020, 02:57 Uhr
@ PeeBee: Versprochen, das bleibt zumindest bei mir so. Schön, dass Du wieder dabei bist. :wink:

@ Hinterfrager: Die Sache mit dem V ist sogar noch schlimmer - es gibt so gut wie gar kein Gemüse oder irgendein anderes Produkt auf dieser Welt, dem nicht in irgendeiner Weise vorgeworfen werden könnte direkt oder indirekt Tierleid hervorzurufen. Insofern hast Du natürlich vollkommen Recht, auch Veganer haben einen "Tierleidfußabdruck" und deshalb wäre bei vollkommen konsequenter Handhabung kein Label dieser Art überhaupt vertretbar. Allerdings zur Unterscheidung von mehr oder weniger Tierleid in der Rezeptur durchaus.

Ansonsten bliebe ja nur "Ich bin Veganer Stufe 7 - ich esse nichts, was Schatten wirft..." oder die Sonnendiät.

Niemand wirft hier nach meiner Kenntnis Vegetariern übrigens vor, dass sie Vegetarier sind. Der Konflikt kommt in dem Moment auf, wo behauptet wird, mit Milchprodukten und Eiern würden Tiere "gerettet" - das ist und bleibt ein Irrglaube, der durch nichts belegt werden kann. Die Tiere, denen diese "Produkte" genommen werden, werden ausnahmslos nach viel zu kurzer Lebenszeit (bei Milchkühen ca. nach 3 - 5 Jahren bei einer biologischen Durchschnittslebenserwartung von bis zu 15 Jahren)I gnadenlos plattgemacht - teilweise sogar die bereits wieder schwangeren, weil es in der Milchviehgefangenhaltung so gut wie keine Schwangerschaftslose Zeit für diese armen Tiere gibt. Das ist so schlimm wie es ist das Gegenteil von "gerettet".


Das heißt aber nicht, dass Vegetarier niemals Tiere retten können. Nur durch ihre Ernährung eben nun mal leider nicht, jedenfalls so lange nicht, wie Milchprodukte, Eier oder gar Fisch dabei eine Rolle spielen - obwohl ich die Verärgerung über diesen Tatbestand durchaus verstehe - ich würde sie aber eher nicht den Überbringern diese schlimmen Nachricht angedeihen lassen.

Was das böse Palmöl angeht: Ja, in der derzeitigen Anbau- Ernte- und Verarbeitungsweise stellt dies einen ziemlich schlechten Kompromiss dar. Allerdings weniger schlimm, als wieder auf Butter und ähnliche Tierleid massiv verursachende "Produkte" zurückzugreifen.

Mich würde allerdings sehr interessieren, mit welchen umweltfreundlichen pflanzlichen Produkten du das Palmöl ersetzt?`Zumindest was Flächenverbrauch im Verhältnis zum Ölertrag angeht, soll Palmöl eine der günstigsten Pflanzen sein, weit vor Raps und vor allem Soja - was ja massiv in der Tiergefangenhaltung als Futtermittel eingesetzt wird und wofür aus genau diesem Grund sowie den Weiden der Rinder die Regenwälder tatsächlich in weit größerem Umfang niedergemacht werden müssen.

Die Problematik mit dem Palmöl ist nach meiner Auffassung eher ein Problem der gesamten Lebensmittel- Kosmetik und Treibstoffherstellung, also ein Problem des kapitalistischen Systems, in dem das Ganze auf ausschließlich Gewinnmaximierung ausgerichtet stattfindet - wie bei so vielen Dingen, die wir tagtäglich benutzen. Dass es Initiativen zur Verbesserung dieser Situation gibt ist ein guter Ansatz Dass die allerdings wegen der rein zahlenmäßigen Übermacht von Plantagenbesitzern und anderen geschäftlich an diesem System interessierten Beteiligten hintertrieben wird, kann man trotz Manner und Alsan nur schwerlich den im Vergleich extrem niedrigen Verbrauchszahlen durch Veganer*innen zuschreiben.

Dass jemand auf Palmöl verzichtet hört vermutlich spätestens beim Benutzen von Benzin- oder Dieselgetriebenen Fahrzeugen auf, bei denen ebenfalls Palmöl eingesetzt wird. Nur beim Fahrradfahren kann man den Palmölverbrauch beim Treibstoff vermutlich deutlich senken.


Die so genannte "reine Lehre" gibt es tatsächlich nicht - auch nicht bei Veganern, weshalb es auch keinen Grund für das "Sitzen auf dem hohen Ross" gibt. Aber es gibt durchaus die Möglichkeit, sich einem Ideal entgegen zu bewegen, oder es zu lassen. Das muss nach persönlichen und ethischen oder auch kulturellen Gewohnheitsgründen jeder für sich selbst entscheiden.

Dass Vegetarier sich nicht auch zumindest in Teilen umweltfreundlich verhalten können, hat hier ja nach meiner Kenntnis niemand behauptet. Nur die Behauptung, dass es "genauso gut sei wie vegan" kann man sicher so einfach nicht stehen lassen, was aber eben kein persönlicher Angriff auf Vegetarier ist, sondern lediglich eine durchaus sachlich begründbare Angelegenheit ist. Dabei ist es egal, ob das jemand wütend macht oder nicht (was aber sicher nicht mein Ziel ist!). Es sind einfach die jeweils anfallenden Mengen an umweltschädlichen Einsatzstoffen (z.B. in der Milchviehhaltung - siehe Soja usw.) und Verfahren, die das Gift im Ergebnis ausmachen. Ganz abgesehen vom systematisch permanent erzeugten massiven Tierleid in der Tiergefangehaltung, den unsäglichen Tiertransporten und den an Irrsinn grenzenden Schlachtorgien mit bis zu 40 % fehlerhaften unzureichenden oder fehlenden Betäubungen! Siehe hierzu die Stellungnahme des Deutsche Ethikrates zur Nutztierhaltung vom 16.06.2020
Hier nachzulesen - glaubt mir, es lohnt sich!

Das sind nach meiner Kenntnis übrigens keine Veganer, die das aufgeschrieben haben. Aber offensichtlich Menschen, die Tieren einen höheren Status als den eines reinen Lebensmittels bzw. den einer "Produktionsanlage zur Herstellung von (auch vegetarischen) Lebensmitteln zugestehen, so, wie es auch im Grundgesetz verankert ist.

https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-tierwohlachtung.pdf

Soviel ganz ohne Belehrungs- oder andere Wut auf Peta2 oder sonstwen zu den Fakten.

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25.06.2020, 08:10 Uhr
Dank Dir, Vegbuds,

ich sehe das ja ähnlich wie Du. Ich war, lange bevor hier ins Forum kam, in einem anderen Vegetarier-Veganer-Forum, das immer "veganer" wurde, und sobald ein Veganer es dort wagte, zu sagen, es habe bei der Oma Eieromelette vorgesetzt bekommen und es auch gegessen, wurde der von allen Seiten belehrt, wie sündenvoll sein Handeln doch sei, und dass er ja eigentlich gar kein Veganer sei, sondern schlimmer als jeder Fleischesser. Ganz zu schweigen von einem Vegan-Forum, in dem ein Herr Achim St. mitgemacht hat. Da wunderte ich mich, dass der nicht die sofortige Gefangennahme von Vegetariern forderte... Aber das ist sehr lange her, ich weiss gar nicht, ob es jenes Forum noch gibt.

Aber wie dem auch sei: Ich selbst wurde auch in unserem vegpool-Forum angegriffen oder zumindest ermahnt, weil meine Frau immer noch Vegetarierin sei und selbst mein Hinweis, dass sie pro Woche kaum mehr 100 Gramm Käse äße, zählte nichts. Das wurde mir sogar als Verharmlosung von Tierleid ausgelegt.

Mit solchen Hinweisen, Ermahnungen und Belehrungen verjagt man die Leute, denn vegan zu werden kann man von anderen nicht erzwingen, sondern man kann andere Menschen meiner Meinung nach nur durch das Vorleben zum Nachdenken bringe. Und auf Anfrage stelle ich gern Informationen (Filme usw.) zur Verfügung. Ich mag keine Missionierungen, egal von wem, sei es religiös, politisch oder anderes. Und ich denke, so geht es vielen Menschen.


Und nicht zuletzt sollte auch jeder Veganer immer bedenken, dass er selbst Jahre und Jahrzehnte lang KEIN Veganer war...

1x bearbeitet

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25.06.2020, 13:01 Uhr
Und nicht zuletzt sollte auch jeder Veganer immer bedenken, dass er selbst Jahre und Jahrzehnte lang KEIN Veganer war...


Danke PeeBee, dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf!

Ausgrenzen ist selten eine gute Sache.Einer meiner besten Freunde ist trotz all meiner Bemühungen nach wie vor unverbesserlicher Fleischist, er ist durch und durch ehrlich. Er bleibt trotzdem noch immer und weiterhin mein Freund. Ein anderer hat das Problem verstanden und schafft es trotz all seiner Bemühungen nicht wirklich, von seinen Essgewohnheiten völlig abzulassen. Ich hab ihn trotzdem lieb und wir bleiben selbstverständlich Freunde. Auch wenn hier Vegetarier auftauchen, wurden und werden sie jedenfalls von mir nicht für ihr vegetarisch Ernähren angegriffen, im Gegenteil, ich bin sehr froh, dass sie hierher gefunden haben. Und vielleicht versteht der ein oder andere ja auch durch die Auseinandersetzung mit dem Thema vegan besser, weshalb dieser Unterschied für Menschen wie mich so wichtig ist.

Es ist häufig so, dass diese aggressiven Mechanismen bei Leuten auftreten, die sich ihrer Sache selbst nicht unbedingt so sicher sind - z.B. Jung - und Neuveganer*innen. Bei etlichen dieser Leute habe ich über die Jahre beobachten können, dass je aggressiver jemand "Nichtveganer" angeht, desto schneller ist er / sie wieder ein "Wiealleanderenesser".

Den psychologischen Zusammenhang mögen andere erklären (jetzt fehlt Falk mal wieder!). Es scheint jedoch so zu sein, dass Menschen, die in sich unsicher sind, häufig "Feindbilder" brauchen, um sich selbst wohler zu fühlen. Die Konvertiten sind wie beim Glauben manchmal die Genauesten. Ich bin froh,solchen Leuten nur sehr selten begegnet zu sein. Um so enttäuschender war die Erfahrung z.B. bei Leuten, die als Veganer noch Tiere aus Ställen befreit hatten, plötzlich wieder ganz "normal" gegessen haben und sich plötzlich nichts mehr dabei dachten. Solche Wandlungen führen bei mir dann allerdings zum Überdenken der Beziehung und auch zum Abbruch weil mir für derartiges Verhalten jedes Verständnis fehlt.

Was die Politik angeht, versuche ich immer auch darauf hinzuweisen, dass Tierschutz ohne die politischen Entscheidungen und vor allem deren flächendeckende Durchsetzung fast unmöglich ist, solange wirtschaftliche Interessen damit verbunden sind. Das geht los bei Tierbordellen, in denen Menschen sich an Tieren vergehen und hört bei der intensivtiergefangenhaltung und Tötung (egal ob Bio oder konventionell) nicht auf.
Da ist es nach meiner Auffassung dringend notwendig, dass Menschen, die sich für Tierschutz einsetzen wollen, sich auch dem Gedanken öffnen, sich politisch zu engagieren, um die Missstände überall besser angehen zu können. Wenn ich dabei für meine Partei werbe dann nicht, weil ich z.B. die Grünen für als Allheilmittel für alle Weltprobleme gleichzeitig halte (wenn auch durchaus für viele :D ) und jeden da rein ziehen will, aber den Haufen tatsächlich für die derzeit beste Möglichkeit ansehe, politisch wirksam für Tierschutz erfolgreich zu agieren z.B. in Sachen Kastenstand:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/sauenhaltung-neuer-kompromissvorschlag-zur-weitgehenden-abschaffung-des-kastenstands-a-c874f36f-bb91-4ad8-b9f4-13a856e09feb

Wem das auf den Keks geht bitte ich ehrlich, das dann zu überlesen und mich einfach wie einen seltsamen Verwandten zu betrachten, der zwar nervt, aber dennoch zur Familie gehört - Dank dafür.



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25.06.2020, 16:23 Uhr
Zitat Vegbudsd:@ PeeBee: Versprochen, das bleibt zumindest bei mir so. Schön, dass Du wieder dabei bist. :wink:

Oh ja, es ist gut wieder von Dir zu lesen
Zitat Vegbudsd:
@ Hinterfrager: Die Sache mit dem V ist sogar noch schlimmer - es gibt so gut wie gar kein Gemüse oder irgendein anderes Produkt auf dieser Welt, dem nicht in irgendeiner Weise vorgeworfen werden könnte direkt oder indirekt Tierleid hervorzurufen. Insofern hast Du natürlich vollkommen Recht, auch Veganer haben einen "Tierleidfußabdruck" und deshalb wäre bei vollkommen konsequenter Handhabung kein Label dieser Art überhaupt vertretbar. Allerdings zur Unterscheidung von mehr oder weniger Tierleid in der Rezeptur durchaus.

Ansonsten bliebe ja nur "Ich bin Veganer Stufe 7 - ich esse nichts, was Schatten wirft..." oder die Sonnendiät.
Den Tierleidfußabdruck sehe ich überwiegend bei Palmöl, welches sich mE. in der vegetarisch/veganer Ernährung, im günstigsten Fall mit regionalem Öl, ersetzen lassen sollte.
Und bitte mache keine Sonnendiät - das Experiment Lichtnahrung ging so weit ich weiß bisher immer schief und das wäre gerade in Deinem Fall sehr schade.
Zitat Vegbudsd:
Niemand wirft hier nach meiner Kenntnis Vegetariern übrigens vor, dass sie Vegetarier sind. Der Konflikt kommt in dem Moment auf, wo behauptet wird, mit Milchprodukten und Eiern würden Tiere "gerettet" - das ist und bleibt ein Irrglaube, der durch nichts belegt werden kann. Die Tiere, denen diese "Produkte" genommen werden, werden ausnahmslos nach viel zu kurzer Lebenszeit (bei Milchkühen ca. nach 3 - 5 Jahren bei einer biologischen Durchschnittslebenserwartung von bis zu 15 Jahren)I gnadenlos plattgemacht - teilweise sogar die bereits wieder schwangeren, weil es in der Milchviehgefangenhaltung so gut wie keine Schwangerschaftslose Zeit für diese armen Tiere gibt. Das ist so schlimm wie es ist das Gegenteil von "gerettet".


Das heißt aber nicht, dass Vegetarier niemals Tiere retten können. Nur durch ihre Ernährung eben nun mal leider nicht, jedenfalls so lange nicht, wie Milchprodukte, Eier oder gar Fisch dabei eine Rolle spielen - obwohl ich die Verärgerung über diesen Tatbestand durchaus verstehe - ich würde sie aber eher nicht den Überbringern diese schlimmen Nachricht angedeihen lassen.

Da bin ich relativ bei dir - alles was Du über Eier, Milch und Fisch geschrieben hast aber nicht den Umgang mit Vegetariern. Nochmal ich konsumiere keine Eier (ich könnte mir theoretisch vorstellen, Eier aus "Bevölkerungsregulierung" zu essen - also von einem ehrlichen Hühnerschnabelfreund der Eier los werden mag, weil auch ein Freilaufgelände Grenzen hat), ich konsumiere keine Milch (nie wieder - ausser der blöden Kaffeesahne die manchmal, Undank meiner Mutter, vll. 1 x im Vierteljahr in meiner Tasse ist), verständlicher Weise esse ich auch keinen Fisch aber dennoch wird pauschalisiert der Stab über mich gebrochen - Vegetarier verursachen Tierleid - NEIN, manche Vegetarier verursachen Tierleid und die dann bitte direkt und persönlich ansprechen ;-)
Zitat Vegbudsd:
Was das böse Palmöl angeht: Ja, in der derzeitigen Anbau- Ernte- und Verarbeitungsweise stellt dies einen ziemlich schlechten Kompromiss dar. Allerdings weniger schlimm, als wieder auf Butter und ähnliche Tierleid massiv verursachende "Produkte" zurückzugreifen.

Mich würde allerdings sehr interessieren, mit welchen umweltfreundlichen pflanzlichen Produkten du das Palmöl ersetzt?`Zumindest was Flächenverbrauch im Verhältnis zum Ölertrag angeht, soll Palmöl eine der günstigsten Pflanzen sein, weit vor Raps und vor allem Soja - was ja massiv in der Tiergefangenhaltung als Futtermittel eingesetzt wird und wofür aus genau diesem Grund sowie den Weiden der Rinder die Regenwälder tatsächlich in weit größerem Umfang niedergemacht werden müssen.

Die Problematik mit dem Palmöl ist nach meiner Auffassung eher ein Problem der gesamten Lebensmittel- Kosmetik und Treibstoffherstellung, also ein Problem des kapitalistischen Systems, in dem das Ganze auf ausschließlich Gewinnmaximierung ausgerichtet stattfindet - wie bei so vielen Dingen, die wir tagtäglich benutzen. Dass es Initiativen zur Verbesserung dieser Situation gibt ist ein guter Ansatz Dass die allerdings wegen der rein zahlenmäßigen Übermacht von Plantagenbesitzern und anderen geschäftlich an diesem System interessierten Beteiligten hintertrieben wird, kann man trotz Manner und Alsan nur schwerlich den im Vergleich extrem niedrigen Verbrauchszahlen durch Veganer*innen zuschreiben.

Dass jemand auf Palmöl verzichtet hört vermutlich spätestens beim Benutzen von Benzin- oder Dieselgetriebenen Fahrzeugen auf, bei denen ebenfalls Palmöl eingesetzt wird. Nur beim Fahrradfahren kann man den Palmölverbrauch beim Treibstoff vermutlich deutlich senken.

Über Palmöl vs. Butter brauchen wir nicht reden - ich hatte als Omni schon kaum Butter gegessen und als Vegetarier erst recht nicht. Aber ist Palmöl eine gute Alternative in der vegetarisch/veganen Ernährung ? - ich meine Nein und es gibt zum Glück andere Alternativen.
Für mich ist die Palmölwirtschaft, sowas wie das pflanzliche Gegenstück zur Massentierhaltung - es zerstört Biotope und pflastert seinen Weg mit Tierleichen.
Das die EU dieses Treiben mit dem Biodiesel unterstützt,wundert mich nicht. Bei Benzin ist mE. Ethanol aus Mais drin ?
Den Palmölverbrauch schreibe ich mitnichten den Veganer*innen zu, da hast Du mich ggf. falsch verstanden aber es ist ein nichttierisches Produkt dessen Anbau überpropotional Tierleid verursacht. Und ja, wir leben in einem kapitalistischem System und dieses reagiert auf Geld, auch auf Geld von Konsumenten, Verbrauchern oder wie auch immer.
So wie die Massentierhaltung am Besten gestern beendet sein sollte, so sollte es auch beim Palmölanbau sein. Die Futtermittelflächen die durch die Massentierhaltung wegfallen, können dann mit heimischen Ölpflanzen in Mischkultur umgewandelt werden. Aber bis das so weit ist, sollte auf Palmöl möglichst verzichtet werden - was am Einfachsten bei der Ernährung (da deklariert) geht. Bei Kosmetik und Reinigungsmittel läßt sich das eventuell bei einigen Produkten eruieren.[/quote]
Zitat Vegbudsd:
Die so genannte "reine Lehre" gibt es tatsächlich nicht - auch nicht bei Veganern, weshalb es auch keinen Grund für das "Sitzen auf dem hohen Ross" gibt. Aber es gibt durchaus die Möglichkeit, sich einem Ideal entgegen zu bewegen, oder es zu lassen. Das muss nach persönlichen und ethischen oder auch kulturellen Gewohnheitsgründen jeder für sich selbst entscheiden.
Zustimm :thumbup:
Zitat Vegbudsd:
Dass Vegetarier sich nicht auch zumindest in Teilen umweltfreundlich verhalten können, hat hier ja nach meiner Kenntnis niemand behauptet. Nur die Behauptung, dass es "genauso gut sei wie vegan" kann man sicher so einfach nicht stehen lassen, was aber eben kein persönlicher Angriff auf Vegetarier ist, sondern lediglich eine durchaus sachlich begründbare Angelegenheit ist. Dabei ist es egal, ob das jemand wütend macht oder nicht (was aber sicher nicht mein Ziel ist!). Es sind einfach die jeweils anfallenden Mengen an umweltschädlichen Einsatzstoffen (z.B. in der Milchviehhaltung - siehe Soja usw.) und Verfahren, die das Gift im Ergebnis ausmachen. Ganz abgesehen vom systematisch permanent erzeugten massiven Tierleid in der Tiergefangehaltung, den unsäglichen Tiertransporten und den an Irrsinn grenzenden Schlachtorgien mit bis zu 40 % fehlerhaften unzureichenden oder fehlenden Betäubungen! Siehe hierzu die Stellungnahme des Deutsche Ethikrates zur Nutztierhaltung vom 16.06.2020
Hier nachzulesen - glaubt mir, es lohnt sich!
Wenn denn Vegetarier, sich so verhält wie Du mutmaßt - und wenn er dies nicht tut, ist die Reaktion verständlich und du musst dann mit dieser klar kommen - also, wenn Du keine Spitzen mehr magst dann betrachte bitte jeden Vegetarier individuell - ich nenne mich ab sofort "Öko-Vegetarier" und ich und meinesgleichen sind die Diamaten in der Krone der Veganer *lachundschnellwegduck*

Zitat Vegbudsd:
Das sind nach meiner Kenntnis übrigens keine Veganer, die das aufgeschrieben haben. Aber offensichtlich Menschen, die Tieren einen höheren Status als den eines reinen Lebensmittels bzw. den einer "Produktionsanlage zur Herstellung von (auch vegetarischen) Lebensmitteln zugestehen, so, wie es auch im Grundgesetz verankert ist.

https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Stellungnahmen/deutsch/stellungnahme-tierwohlachtung.pdf

Soviel ganz ohne Belehrungs- oder andere Wut auf Peta2 oder sonstwen zu den Fakten.

Bleibt zu hoffen, daß unsere Politiker auf die Räte (auch den Bioökonomierat -> https://biooekonomierat.de/fileadmin/Publikationen/empfehlungen/BOERMEMO_06_Final.pdf ) hört und handelt. Meine Wut auf PETA /PETA 2 reicht für mehrere Personen - vll. geht das PETA Siegel demnächst an einen Jagdreiseanbieter, weil man an einem schießfreien Tag Blümchen pflücken kann.

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