Dilemma

Erstellt 01.07.2019, 17:05 Uhr, von Ivo. Kategorie: Allgemein vegan. 31 Antworten.

04.07.2019, 22:19 Uhr
Es ist auch manchmal echt nicht einfach, vor allem auswärts 😖
Jeder hat ja mal einen schwachen Moment, ich würde mich da nicht zu sehr fertig machen. Ich hatte auch schon Phasen, da ist mir das öfters passiert... vor allem im Urlaub wenn man mal keine Lust auf den Salat ohne alles hat (weil es sonst nichts veganes auf der Karte gab). Aber so lange es jetzt nicht jede Woche oder jeden Monat passiert, lasse ich mir das erstmal noch durchgehen 😄.
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05.07.2019, 02:08 Uhr
Mein Verständnis für "Rückfälle" oder andere "unvegane Unfälle" ist extrem eingeschränkt. Es sei denn, man möchte sich mit "vegan" lediglich etwas gesünder ernähren oder so und hat mit realem Tierlebensschutz sonst wenig bis nix am Hut.

Wenn ich mich dafür entscheide, dass kein Tier unter meinen Essgewohnheiten leiden und/ oder sterben muß, muss ich unter gewissen Umständen durchaus darunter leiden, dass die entsprechenden Anbieter (Restaurants, Pizzerien, Hotels und andere) mich als Kunden einfach nicht haben wollen. Verhungern allerdings würde ich auch nicht für empfehlenswert halten, aber mir wurde noch nicht berichtet, dass Veganer verhungert wären, weil sie im Urlaub oder sonstwie auswärts mal auf "Tierschonkostdiät" (also Salat mit Essig und Öl usw.) gesetzt wurden...
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!

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05.07.2019, 08:18 Uhr
Hallo Vegbudsd,

Zitat Vegbudsd:Mein Verständnis für "Rückfälle" oder andere "unvegane Unfälle" ist extrem eingeschränkt. Es sei denn, man möchte sich mit "vegan" lediglich etwas gesünder ernähren oder so und hat mit realem Tierlebensschutz sonst wenig bis nix am Hut.

Und genau diese "alles oder nichts" Einstellung fällt den meisten Veganern auf die Füße..

Mal Hand auf Herz:
Veganer welche kein vollkommen spaßbefreites Leben als wandelnde Moralapostel führen wollen, die Einkehr ihrer meist unveganen Sozialgruppen nicht verhindern können und im Jahr ein paar handvoll Mal auf Festen, in Restaurants oder bei sozialen Zusammenkünften vegetarisch essen sind doch nicht das Problem.

Das sind doch eher die Menschen, welche systematisch, Tag für Tag und zu jeder Mahlzeit mehrere Portionen, teils. Kilos, Tierprodukte verzehren, sodass Milliarden von Tieren gequält und getötet werden müssen.

Da muss man nicht noch den Leuten aufs Dach steigen, welche bereits möglichst viel Tierleid vermeiden wollen und zu 95% (oder sogar nur zu 80%) vegan leben und die bewusst Ausnahmen machen, bei welchen der Aufwand für diese in keinem Verhältnis zum persönlichen Nutzen steht.

Das Einzige was man dadurch erreicht sind Druck und Schuldgefühle, welche diese Leute nachhaltig und vollständig vom Veganismus vertreibt (psychologischer Abwehrmechanismus).

Liebe Grüße,
Falk
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05.07.2019, 11:47 Uhr
Zitat Nefasu:
Das Einzige was man dadurch erreicht sind Druck und Schuldgefühle, welche diese Leute nachhaltig und vollständig vom Veganismus vertreibt (psychologischer Abwehrmechanismus).


Agree! Das sage ich auch immer wieder: Wenn wir die Tiere retten wollen, ist es effektiver, dass ein Großteil der Menschen WENIGER Fleisch isst, vegetarisch mit der ein oder anderen Ausnahme oder wie auch immer, als wenn ein kleiner Anteil an radikalen Randgruppen Freundschaften mit Omnis kündigen und Restaurants, die auch Nicht-vegane Gerichte haben, nicht mehr betreten. Das treibt normale Menschen mehr vom Veganismus weg als dazu hin. Und letztendlich ist es ja genau das Gegenteil, das man bewirken will.
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05.07.2019, 18:38 Uhr
Lieber Nefasu und liebe Alle,
nun ja, auf die Nerven gehe ich meinen Mitmenschen schon, aber echte Freundschaften hab ich noch keine verloren - jedenfalls nicht wegen vegan.

Ja, ich sehe das sehr eng - das war nicht immer so. Seit ich aber die getöteten und gequälten Tiere zu meinen Familienmitgliedern und Freunden erklärt habe (ok, ohne sie zu fragen, ob sie das ihrerseits überhaupt wollen), fällt es mir immer schwerer, "tolerant" zu sein, vor allem, nein eigentlich ausschließlich bei Menschen, die sich selbst Veganer nennen. Das ist für mich immer wieder wie ein Schlag in die Magengrube. Das ist schlimmer geworden, seit ich die Filmaufnahmen von SOKO Tierschutz und Deutschem Tierschutzbüro von Schlachthöfen habe mit ansehen- und hören müssen.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Miniatur-Wunderland-eckt-mit-Plakataktion-an,miniaturwunderland276.html

Ich bin der Überzeugung, dass es die "radikalen Spinner" ebenso geben muss, wie diejenigen, die sich überlegen, wie denn ein guter und für möglichst viele Menschen gangbarer Weg aussehen kann.

Und was bei zu viel Toleranz raus kommen kann, kennen wir seit ewigen Zeiten - es bleibt viel zu lange alles wie es schon immer war, vor allem dann, wenn sich im politischen Bereich nix wirklich ändert wie Förderung der bio-veganen Landwirtschaft, weiterhin Förderung nach Fläche, keine flächengebundene Tierhaltung, weiterhin beinahe uneingeschränkte Erlaubnis für Tierversuche in der Neugierforschung usw. usw..

Sagen wir es so: Ich freue mich über jeden, der sich ganz radikal und ohne Ausnahme für sich entscheidet, keinerlei tierische Produkte mehr zu verbrauchen. Für mich ist das keine Frage wie "in welches Kino gehen wir heute Abend?", sondern ziemlich existenziell. Klar überfordere ich die meisten Menschen damit. Ging mir selbst früher ja auch viel zu lange so. Aber ohne überzeugte und überzeugen wollende Veganer wäre das vielleicht noch heute so.

Das "Missionieren von Nichtveganern" halte ich allerdings ebenfalls für kontraproduktiv - man ist ja zumindest teilweise lernfähig.

Mal sehen, wie sich das noch entwickelt...

In jedem Fall gut, dass wir darüber gesprochen haben ;)

Liebe Grüße
Vegbudsd :wink:
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17.09.2019, 13:51 Uhr
Zitat Ivo:
Einen Garnelenersatz hatte ich auch schon, war aber total enttäuscht, der war auf Sojabasis. Andere habe ich noch nicht gefunden.

Guck mal, Ivo, das habe ich gerade gelesen und gleich an dich gedacht:
https://vegconomist.de/food-and-beverage/tyson-investiert-in-den-pflanzlichen-meeresfruchtspezialisten-new-wave-foods
Vielleicht wird es ja doch noch was mit einem wohlschmeckenden pflanzlichen Garnelenersatz :-)
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18.09.2019, 01:23 Uhr
Das ist sehr interessant, danke. Bin mal gespannt, wie schnell die „Dinger“ bei uns auf den Markt kommen. Garnelen sind so ziemlich das einzige, worauf ich wortwörtlich „verzichte“, denn im Gegensatz von anderen Tierischen Nahrungsmitteln, vermisse ich die schon relativ oft.
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18.09.2019, 02:55 Uhr
Zitat Ivo:Garnelen sind so ziemlich das einzige, worauf ich wortwörtlich „verzichte“, denn im Gegensatz von anderen Tierischen Nahrungsmitteln, vermisse ich die schon relativ oft.


...bei mir war und ist es in Teilen auch noch heute der Käse in seinen verschiedensten Sorten. Deshalb kann ich so was sehr gut verstehen. In zweiter Linie war es tatsächlich das Speiseeis wie Magnum usw - das hat sich inzwischen allerdings erledigt...
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18.09.2019, 11:16 Uhr
Erstaunlicherweise vermisse ich Käse so gut wir gar nicht. Dabei war ich ein großer Käseesser. Nach etwa drei Wochen verschwand die „Gier“ danach. Irgendwann später, hatte ich meinen damaligen Lieblingskäse vor mir liegen, habe mir ein Zipfelchen in den Mund geschoben und war überrascht, wie wenig „Emotionen“ es ausgelöst hat. Dabei dachte ich anfangs, dass der Käse mein größtes Hindernis darstellen würde, auf dem veganan Weg.
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18.09.2019, 13:03 Uhr
Hollo, Ivo,

mein grösster "Verzicht" 1981, als ich Vegetarier wurde, waren (ich wage es kaum zu sagen!) Fischstäbchen! Ich habe diese Dinger mehr geliebt als Käse, Wurst oder sonst irgendwas Tierisches (normalen Fisch habe ich NIE gegessen!). Es hat richtig lange gedauert, bis ich drüber weg war. Interessanterweise habe ich später Fischstäbchen mit "Kranksein" assoziiert, und wenn ich mal eine fiebrige Erkältung oder so hatte oder habe, habe ich noch heute Appetit auf Fischstäbchen. Verrückt, wie sehr man doch geprägt ist. Natürlich habe ich seit 1981 nie wieder ein Fischstäbchen gegessen...




Lieben Gruss

PeeBee

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