(Kein) Gewichtsverlust durch vegane Ernährung?

Erstellt 11.08.2019, 01:06 Uhr, von Ivo. Kategorie: Allgemein vegan. 20 Antworten.

11.08.2019, 13:56 Uhr
Geheimtip: Süssigkeiten nur direkt als Nachtisch, niemals zwischendurch. Mein Zuckerinput hat sich dadurch um 70% verringert. Bin jetzt etwa bei den von der WHO empfohlenen 20g/Tag. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 100g..das entspricht 2 Tafeln Schokolade bzw. 36 kg ! im Jahr. Dass die Amis bei 72 kg im Jahr liegen tröstet da wenig. Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen, Studentenfutter usw. sind das deutlich kleinere Übel als Schokolade und Co. Der Fruchtzucker in Früchten und Trockenfrüchten ist deutlich harmloser als Zuckerisolate wie im Haushaltsszucker, weil er dort von Begleitstoffen entschärft wird. Auch Fruchtkonfitüren sind entspannt zu sehen, weil sie Pektine enthalten, die als Ballaststoffe wirken.
Bon apetit. :-)

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Strohhalme aus Glas
11.08.2019, 19:45 Uhr
Hi.
Ich ernähre mich seit Ende Oktober rein pflanzenbasiert. Das ist von heute auf morgen "passiert". Keine Umstellungsphase. Einfach schnipps - und vegan.
Mein Startgewicht lag bei 100 kg bei 1,78 Körpergröße. Mein jetziges Gewicht liegt nur knapp 2 kg darunter. Aaaaber, meine "Zusammensetzung" hat sich geändert. Mein Körper-Fettanteil ist von 28,5 auf 24 % gesunken und der Muskelanteil hat sich erhöht. Das hängt m. E. nur bedingt mit der Ernährung zusammen.
Ich treibe wesentlich mehr Sport als vorher. Das liegt daran, dass ich mich einfach besser fühle. Ich habe mehr Lust auf Sport. Mein Blutdruck hat sich normalisiert. Meine Blutwerte (Blutfett und Blutzucker) sind wieder am normalen Bereich dran. Meine Schuppen im Gesicht (Seborrhoische Dermatitis) unter denen ich seit fast 20 Jahren leide, sind WEG! Meine Gelenkschmerzen in den Fingern: WEG!
Alles in Allem, die vegan Ernährung war das Beste, was meinem Leben, meinem Körper, meiner Familie, meiner Krankenkasse, der Umwelt und dem Tierwohl passieren konnte.
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12.08.2019, 10:36 Uhr
Ich hätte da noch was, wir haben seit der Umstellung auf vegan auch Weißmehl gemieden. Weißmehl gilt ja als relativ wertloses und auch auf die Hüften gehendes Kohlenhydrat, wogegen Vollkornprodukte durch ihre Ballaststoffe die Darmtätigkeit anregen,und den Darm zum "arbeiten zwingen" was wiederum auch zum abnehmen beiträgt. Hinzu kommen noch wertvolle Inhaltsstoffe die nur im vollen Korn enthalten sind. Bei uns sieht das so aus: Dinkelvollkornnudeln, Haferflocken etc., Vollkornbrot und Kuchen, Vollkornreis und alles wenn irgendwie möglich nicht aus Weizen. Neulich haben wir sogar Dinkelvollkorntoast von Harry gefunden.
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12.08.2019, 18:39 Uhr
Lieber Ivo,
erst einmal finde ich es gut, dass du den Schwerpunkt deiner Beachtung auf den Bauchumfang und nicht auf das Gewicht legst. Denn dieser ist viel entscheidender für die Gesundheit. Das Gewicht unterscheidet nicht zwischen Wasser, Fett und Muskeln. Der Bauchumfang hingegen setzt sich bei den meisten Menschen weniger aus einem stählernen Sixpack sondern vielmehr aus dem s.g. viszeralen Bauchfett zusammen. Dieses Fett ist nicht einfach nur ein optisches Problem, sondern ist selber stoffwechselaktiv und für viele Entzündungsprozesse und Krankheiten im Körper mitverantwortlich.

Was du über deine Ernährung schreibst klingt aber alles schon sehr vernünftig und ist auch genau das, was ich dir geraten hätte:
- Zugesetzten Zucker meiden
- Industriell verarbeitete Speisen/Fertigprodukte meiden
- Esspausen einlegen/intermittierendes Fasten

Vielleicht achtest du zukünftig noch etwas mehr darauf, besonders am Abend die Kohlenhydrate zu reduzieren. (Aber bitte in der ersten Tageshälfte hier zugreifen, denn Ballaststoffe sind wichtig.)
Auch die Pause zwischen letzter und erster Mahlzeit am nächsten Tag so lang wie möglich zu halten.
Zusätzlich werfe noch mal einen kritischen Blick auf deine Portiongrößen. Zur Not vielleicht mal ein paar Tage dein Essen wiegen und tracken.

Und hier noch mal ein ganz anderer Tip, der dir dabei helfen kann, auch verlässliche Werte bezüglich deines Bauchumfanges zu erhalten: Messe den Bauch immer morgens möglichst zur gleichen Zeit. Ansonsten können nämlich auch Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke erhebliche Schwankungen mit sich bringen.

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12.08.2019, 21:15 Uhr
Danke für die Rückmeldungen :thumbup: Ich gehe jetzt nicht auf alle im Detail ein und resümiere nur.

Aaaso…
- Bauchumfang messe ich zwei, dreimal die Woche nach dem Aufstehen und Morgenpipi.
- Es gibt zu 90% Vollkorn. (Reis, Nudeln, Brot) Ich habe eine Kornmühle und backe mein Brot selber. Ausserdem kaufe ich viele meiner Nudeln aus Alternativmehl (Erbsen, Linsen usw.)
- Industriefutter nur Ausnahmsweise (Veggieburger oder Pseudohühnchen), sonst immer alles frisch.
- Intervallfasten 8/16. Zwischen 20:00 und 12:00 gibt es nur Wasser
- Normale Portionsgrößen, viel Gemüse, roh und/oder gekocht.

Für den Rest, wie schon etwas weiter oben geschrieben :-)

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13.08.2019, 09:11 Uhr
Hallo. Ich habe seit ich auf vegane Ernährung umgestiegen bin einiges an Gewicht verloren. Allerdings habe ich in der Zeit auch mehr Sport gemacht deshalb möchte ich nicht unbedingt sagen das es jetzt am Verzicht an tierischem Essen lag.

Was ich allerdings empfehlen würde, ist Frühstück. Ich habe jahrelang kein Frühstück gegessen weil es für mich relativ einfach war das Frühstück wegzulassen und ich mir dachte das es eine gute Art des "Kaloriensparens" ist um Gewicht zu verlieren. Sei dem ich aber ein gesundes Frühstück esse geht es mit dem Gewichtverlieren viel besser als zuvor. Ich habe auch mal 10 Tage probiert nur einmal am Tag zu essen, in der Zeit habe ich gerade mal ein halbes Kilo verloren und hatte jeden Nachmittag extrem hunger. Für mich sind drei Mahlzeiten also deutlich besser als 1-2 Mahlzeiten. Probier es doch auch mal, vielleicht bringt es dir persönlich auch was.

Ich esse jeden morgen Haferflocken (5 Esslöffel) kurz gekocht in Hafermilch (200ml) mit Leinsamen (1 EL) und einigen Kürbiskernen. Dazu dann etwas Obst, zum Beispiel eine Birne oder einen Apfel. Da kommt man auf ungefähr 350 Kalorien und ist bis zum Mittag satt. Außerdem hat man viele Nährstoffe zu sich genommen und fühlt sich insgesamt wacher und hat mehr Energie für den Morgen.


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21.08.2019, 10:37 Uhr
Hallo Ivo, Du kannst folgendes probieren.
1-2 pro Woche auf das Abendessen verzichten, an diesen Tagen muss der Körper zur Energiegewinnung an die versteckten Reserven ran. Diese nutzt er nicht, wenn er schnell verfügbaren Brennstoff, also das Abendessen zur Verfügung hat. Viel Erfolg.
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21.08.2019, 22:59 Uhr
Danke für den Tip, Lilibe, aber das wird schwierig ;) Ich praktiziere schon seit etwa einem Jahr Intervallfasten 16/8. Also zwischen 20:00 und 12:00 gibt es nichts, was die Verdauung anregen könne.
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22.08.2019, 07:56 Uhr
Zitat Ivo:Ich praktiziere schon seit etwa einem Jahr Intervallfasten 16/8. Also zwischen 20:00 und 12:00 gibt es nichts, was die Verdauung anregen könne.


Das mache ich auch schon seit Jahren und es bekommt mir sehr gut. Wenn es aber dann trotz allem mal wieder ein paar Kilos zu viel werden, weite ich die Zeiten auf ein 18/6 Intervall aus und reduziere bei der letzten Mahlzeit die Kohlenhydrate. Das funktioniert dann bei mir ganz gut.
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25.08.2019, 04:33 Uhr
Lieber Ivo,

ich bin zwar eine Frau und mir bewusst, dass es Unterschiede zwischen dem weiblichen und männlichen Metabolismus gibt, aber vielleicht kann ich Dich etwas trösten. Ich habe nach der Umstellung auf vegan erst einmal krätig zugenommen!

Auch ich stehe selten auf der Waage und orientiere mich eher daran, ob meine Hosen/Röcke noch passen, welches Loch am Gürtel angesagt ist und was mir mein Spiegelbild mitteilt ;-)

Die Rechnung zur Gewichtszunahme bzw. -abnahme ist ja erst einmal ganz einfach: Nimmst Du mehr Kalorien zu Dir, als Dein Körper benötigt, nimmst Du zu. Bei weniger Kalorien, nimmst Du ab.
Wenn man nun seine Ernährung umstellt, muss sich alles erst einmal wieder "einpegeln". Die Faktoren "Sättigungsgefühl" und "Genussbefriedigung" durch Essen darf man jedoch nicht außer acht lassen. Fleisch, Käse und Eier machen ordentlich satt UND zufrieden... Dass man bei der Umstellung auf die veganen Ernährung plötzlich zu viel Energie (k/cal) zu sich nimmt, ist eigentlich gar nicht so überraschend. Viele für Veganer gesunde und empfohlene Nahrungsmittel sind extrem energiereich: Nüsse, Hülsenfrüchte, Öle... Für die Seele gibt es ja weiterhin die gewohnten alkoholischen Getränke und Naschereien...

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Nahrungsmittel in welchen Mengen Dir und Deinem Zielgewicht zuträglich sind, würde ich Dir empfehlen, einmal eine Weile lang ein Erhährungstagebuch bei fddb.info zu führen. Dort wird Dir ganz gut vor Augen geführt, wo Du vielleich doch zu viel Energie aufnimmst, als Du verbrauchst. Hier wird Dir auch ganz schnell klar, dass eigentlich gar keine radikale Diät, sondern nur geringfügige Anpassungen der Mengen und Zusammenstellung der Nahrungsmittel notwendig sind. (Körperliche Arbeit, Sport etc. können bei fddb angegeben und berücksichtigt werden.)
Das soll nicht in "Kalorienzählen" ausarten, sondern nur generell die eventuellen individuellen Schwachstellen aufzeigen.

Ich weiß durchaus, dass auch die Genetik und der individuelle Stoffwechsel eine Rolle spielen. Es gibt in der Tat "gute und schlechte Futterverwerter"... Ich würde aber erstmal mit der Grundenergiebilanz anfangen und erst dann gucken, ob Dein Körper eher auf Fett, Kohlehydrate oder Protein mit Gewichtszunahme reagiert.

Ich habe es geschafft, innerhalb von ca. 4 Monaten 15 kg loszuwerden, indem ich mir angwöhnt habe, mehr auf mein echtes "Hungergefühl" zu achten und mein Essverhalten von "Appetit" oder den anerzogenen konventionellellen Essenszeiten abzukoppeln. Kalorienrarmes Gemüse und Salat in großen Mengen sorgen für die Sättigung. (Zusammen mit Flüssigkeit = Wasser und Gemüsebrühe). Alles andere sind genussvolle Beilagen und werden in geringeren Mengen konsumiert: Nudeln, Reis, Getreide, Kartoffeln, Brot, Tofu, Tempeh. Saitan. (= Kohlehydrate und Eiweiß)... Wobei es gern etwas mehr Eiweiß sein sollte, als Kohlehydrate. (Dazu muss ich anmerken, dass ich ein regelrechter Vieffraß bin: großes Nahrungsvolumen im Bauch = satt. Kleine, "übersichtliche" Portion = immer noch unzufrieden und hungrig...)

Obst ist gut und wichtig, sollte aber aus meiner Sicht eher sparsam gefuttert werden. Der Fruchtzucker wandert sofort in die Fettzellen und kann zu Gewichtszunahme führen. (Bei machen Menschen, die sich super gesund ernähren, liegt der Schlüssel zur Gewichtsabnahme in der Reduktion des Obstkonsums.)
Gerne übersehen werden hier die Säfte und Smoothies, die wahre Kalorienbomben sind.

Nüsse und gesunde Öle dienen der Ergänzung und fördern den Geschmack, sind aber in Maßen wichtig für die gesunde vegane Ernährung und sollten nicht komplett weggelassen werden, nur um abzunehmen.

Komplett auf Alkohl und Süßkram zu verzichten ist auch nicht die Lösung... Das macht (mich zumindest) auf Dauer nicht froh. Ich beschränke mich hier einfach auf die Wochenenden (mit wenigen Ausnahmen) und fahre damit sehr gut.

Sport treibst Du ja bereits... Diesbezüglich würde ich mich nicht selbst noch weiter unter Druck setzen.
Ich würde sagen, dass Du bereits fast alles richtig machst und nur noch an der Feinjustierung arbeiten könntest.

Viel Erfolg weiterhin! :-)

Liebe Grüße
NaNiMe

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