Mein Freund möchte sich von mir trennen, weil ich Vegan geworden bin!

Erstellt 09.10.2019, 09:49 Uhr, von marku8. Kategorie: Allgemein vegan. 21 Antworten.

09.10.2019, 17:32 Uhr
Bei Normalmenschen dreht sich mir der Magen um. Solche Menschen sind zu dumm um zu verstehen, das alles einmal unnormal war.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
10.10.2019, 14:14 Uhr
Zitat Layla-Eve:Frag mich auch, ob das mit Liebe zu tun hat.


Sorry, das ist viiiel zu lang - nur lesen, wenn es wirklich interessiert ;)

Nein, aber viel mit Macht. Aber auch mit dem, woran so viele Beziehungen sogar noch nach vielen Jahren zerbrechen: An einem ungeschriebenen Vertrag der da so ungefähr lautet: "So wie ich heute bin, bleibe ich für Dich für immer - genau so verliebt, genau so schön schlank und genau so anschmiegsam, gehorsam und ich will auch immer essen, was Du essen willst." Gibt noch ein paar Sachen, die da noch fehlen - strengt Eure Phantasie an ;) .

Dieser unausgesprochene, aber ganz sicher beim Beginn der Beziehung eingegangene Vertrag wird unweigerlich gebrochen wenn einer der Partner einen zentralen Punkt für sich alleine und unabgesprochen verändert. Das wird dann - wie bei jedem anderen Vertragsbruch -vom anderen "Vertragspartner" mit klarer Ablehnung geahndet. Führt wie gesagt in vielen Fällen dann ja auch zur Trennung. Beiden Partnern kann man dabei durchaus konstatieren, dass sie den "Beziehungsvertrag" sich vorher "nicht richtig durchgelesen haben". Im "Kleingedruckten" steht da nämlich: Wir sind Menschen, die sich ihr Leben lang durch das Anwachsen von Erfahrungen und Erkenntnissen verändern. Aber auch durch neue Impulse anderer Art (z.B. auch andere Mütter haben schöne Söhne/Töchter) oder berufliche Veränderungen.


Dass mit so was immer zu rechnen ist, und eigentlich als erstes zwischen Partnern zu klären wäre, wie gehen wir beide mit solchen Dingen wie Fremdgehen/ neue Freunde/ Hobbies/ politische Einstellungen und anderen zentralen Wertmaßstäben um? Wollen wir gemeinsam wachsen und neugierig bleiben, neue Dinge gemeinsam entdecken (Achtung, viel Arbeit und manchmal schwer auszuhalten, aber sehr interessant und macht auf die Dauer zufriedener), oder wollen wir eine statische Beziehung nach dem Motto: Ich will so bleiben wie ich bin - und Du verdammt noch mal auch!


Beide Varianten sind möglich, aber sollten idealerweise eben klar vereinbart werden - und dann bitte auch daran zu halten versuchen. Aber wer macht das schon...?

Gerade bei den strengen "Verträgen" des Ich will so bleiben wie ich bin, kommt es immer wieder zu Konflikten, die dann auch schnell in schweren Auseinandersetzungen münden.
Im Zweifel setzt man dann seinen Anspruch brutalstmöglich auch durch... (siehe Österreich, wo eine ganze Familie getötet wurde, weil ein Ex-Partner mit dem Ergebnis der Veränderung seiner Partnerin nicht klar kam.)


Scheidungsdrohungen sind dann oft die noch harmlosere Antwort auf solche unabgesprochenen Veränderungen in zentralen (Werte-) Punkten des einen Partners.

Also hat das eher nix mit "vegan oder nicht" zu tun, sondern viel mehr mit der Veränderung an sich, die ohne "Mitnahme" des Partners durchgeführt wird. Man zeigt sozusagen dem Partner ähnlich wie bei einer Trennung die "Rücklichter" - man entfernt sich vom vorherig gemeinsamen Leben. Das macht Angst und da man ungern zurückgelassen wird, auch mindestens ungehalten bis hin zu aggressiv.
Ich finde, man kann aber solche Veränderungen durchaus gemeinsam bewältigen und wenn man selbst seinen Partner/ Partnerin liebt wird man einen Weg zu finden versuchen, das auf einer gemeinsamen Basis in die Zukunft zu führen - vielleicht mach der so "mitgenommene" und weiterhin geliebte Partner ja auch dann gerne mit...

Aber auch die Zweite Möglichkeit sollte nicht außer acht gelassen werden. Manchmal ist eine solche Auseinandersetzung ja auch nur der Kristallisationspunkt, an dem sich eine bereits durch viele andere Dinge ziemlich ermüdete Beziehung dann einen Konflikt sucht, unter dessen Vorwand man dann aus ihr ausbrechen und sie beenden kann.

Das kann man als selbstbewusster Mensch dann durchaus als Chance betrachten, jetzt neue Menschen und mögliche Partner kennen lernen zu können, oder einfach mal eine Zeit für sich alleine zu sein und sich selbst neu zu entdecken. Menschen mit weniger Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen empfinden hingegen solche Trennungen eher als massive Bedrohung und reagieren mit großer Angst darauf.


Dabei kann dann aber sehr gut ein Familientherapeut helfen (Pro Familia ist eine mögliche Anlaufstation). Die kennen sich meist hervorragend mit diesen Sachen aus und helfen in aller Regel hervorragend - in beide Richtungen.

In jedem Fall wünsche ich allen, die mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben viel Erfolg!
1x bearbeitet

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10.10.2019, 15:01 Uhr
Es ist aber doch schrecklich langweilig, wenn jeder so bleiben will wie bisher und wenn er das auch von seinem Partner erwartet.


Es ist doch gerade das sich Ändernde, die Entwicklung, der Fortschritt eines Menschen, der ihn so interessant und liebenswert macht.


Meine Frau hat vor 45 Jahren einen jungen omnivoren, überzeugt römisch-katholischen Hippie geheiratet! Und ich heiratete eine junge Frau, die sehr emanzipiert und radikal-feministisch war.


Hätten wir darauf bestanden, dass jeder so bleibe wie damals, wären wir heute nicht mehr zusammen. Ich bin heute ein GANZ anderer als damals, ausser Hippie bin ich heute nichts mehr davon. Und meine Frau findet das spannend und ermutigt auch sie, "anders" sein zu können, als man das von einer fast 70jährigen erwartet. Meine Frau hat sich auch verändert, sie ist viel entspannter als früher, geduldiger, ruhig, aber zugleich auch viel neugieriger als früher, mutiger, und nach wie vor sehr selbstbewusst. Das alles ist für mich sehr liebenswert.

Ich verstehe Menschen nicht, die im Anderen immer nur ihr Spiegelbild sehen wollen. Das ist narzisstisch und öde, langweilig und wenig motivierend.

Aber Du hast recht, Vegbudsd, solche Verträge gibt es sicher, nicht wirklich geschrieben, aber in den Köpfen.
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10.10.2019, 15:13 Uhr
Hey, PeeBee,


Ihr habt es geschafft! Mein Kompliment! Tolle Entwicklung.

Genau so kann das eben auch laufen - aber wie gesagt, dazu gehört auch Mut, Neues entdecken zu wollen. Auch ein entsprechendes Selbstvertrauen - das hat nicht jeder zu Hause gelernt und muss es sich mühsam oft erst zulegen.

Euch weiter alles Gute!
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11.10.2019, 01:10 Uhr
Hallo marku8,

das tut mir sehr leid, daß Du jetzt so hart angegangen wirst. Ich hätte Dir gern darauf geantwortet, aber PeeBee, Spock und Habanero haben bereits alles geschrieben (und noch mehr dazu) und was gerade durch meinen Kopf ging, stand schon da! Bleibt nur noch die Schilderung meiner persönlichen Erfahrung:

Auch meine Frau hat sich nach über 20 gemeinsamen Jahren von mir getrennt. Zwar nicht wegen der veganen Lebensweise, aber "wegen der Art, wie Du mit Deiner Krankheit umgegangen bist", die mich und offensichtlich auch sie über Jahre gefoltert hat. Ihrer Meinung nach hätte ich gelegentlich Schmerzmittel einnehmen sollen. Ich habe ihr erklärt, daß erstens laut Krankenschwester der Hautklinik nicht alle Schmerzmittel gegen alle Arten von Schmerz wirken (Ibuprofen in meinem Fall z.B. nicht), daß man zweitens diese Schmerzmittel nicht einfach in der Apotheke kaufen kann, daß drittens diese Mittel ihre Wirkung erst nach mehrtägiger Anwendung richtig entfalten, daß sie viertens Suchtpotential haben, sowie den Magen angreifen, und daß es fünftens unmöglich ist, Mittel zur Schmerzlinderung zu testen, während das Schmerzempfinden ausgeschaltet ist.

Sie hatte (und hat noch immer) darauf keine Antwort, aber ich habe trotzdem Unrecht. Mit anderen Worten, der wirkliche Grund für die Trennung ist ein anderer.

Also, wie Spock schon schrieb, das eigentliche Problem ist nicht Deine vegane Ernährungsweise an sich, sondern allenfalls das, was Dein Freund damit verbindet. Oder es geht um etwas völlig Anderes, was Dein Freund aber nicht nennen will. Versuche also herauszufinden, was ihn tatsächlich so zornig macht. Wenn es ein Mißverständnis über Veganer ist, kann es vielleicht behoben werden. Wenn es ein anderer Grund ist, mußt Du die Baustelle wechseln.

Liebe ist etwas, daß nur freiwillig gegeben werden kann. Man kann sie nicht verdienen oder erzwingen.

Ich wünsche Dir jedenfalls, daß noch alles gut wird.

Liebe Grüße

FriendlyFox



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11.10.2019, 06:46 Uhr
Hallo FriendlyFox
Hautklinik ? Darf ich mal fragen worunter du leidest ? Ich hatte über viele Jahre Neurodermitis, laut Ärzten unheilbar. Jetzt nach über 6 Jahren ist das bei mir längst Vergangenheit, durch meine vegane Ernährung. Ich hatte damals auch die Geschichte einer Christine aus München gelesen mit der selben Erkrankung, die hatte etliche Klinikaufenthalte ohne Erfolg. Erst die Umstellung auf vegane Ernährung und ohne raff. Zucker und Weißmehl machte sie gesund. Auch das hat mich inspiriert, ich habe ihre Geschichte heute noch, ausgedruckt und in meinem Ordner !
Ps: Ich bin mit meiner Frau fast 40 Jahre zusammen, über 36 Jahre verheiratet. Als ich mit Vegan anfing hat sie sofort begeistert mitgezogen, welch ein Glück für uns beide. Sie ist ja auch meine Köchin und ist durch unsere Umstellung auch ihre Beschwerden wie Allergien und Migräne los geworden. :heart:
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06.11.2019, 10:43 Uhr
Wow...das ist schon komisch.
Meine Frau macht jetzt auch keine Luftsprünge aber sowas...hmm...

Schwer zu sagen...aber grundsätzlich finde ich es ziemlich Schade dass er eure Beziehung auf deine Ernährung reduziert.
Aber wie schon gesagt...lass es mal ein bisschen sacken. Auch bei ihm.
Grundsätzlich sollte man sich aber nicht für andere verändern sondern nur für sich selbst. Alles andere ist über kurz oder lang zum scheitern verurteilt weil du dann gegen deine Natur leben würdest.
Wenn dein Weg der vegane ist sollte er das akzeptieren. Die "Anpassungsphase" darf aber bestimmt etwas ruckeln ;)
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06.11.2019, 12:44 Uhr
Na, so dramatisch kann es bei Marku8 nicht gewesen sein, da er sich seit seinem ersten Post nicht mehr gemeldet hat.
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06.11.2019, 12:58 Uhr
Genau dasselbe habe ich auch gedacht, Dana...
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06.11.2019, 16:50 Uhr
Manchmal wollen Menschen auch einfach rumfrusten, Aufmerksamkeit und Zuspruch haben, trollen oder spamen, ohne jemanden was unterstellen zu wollen.


Da ich selbst seit Jahren ein Forum leite, sind mir solche Erstvorstellungen zur Genüge untergekommen. Einmal virtuell Frustablassen und dann "Tschüß". Sollte es so sein, schade, denn Unterstützung schadet nie und die hätte er/sie/xier hier wohl bekommen.
1x bearbeitet

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