Umgang mit "Vegan-Kritikern"/blöden Sprüchen

Erstellt 26.09.2016, 22:21 Uhr, von thegreenway. Kategorie: Allgemein vegan. 184 Antworten.

20.01.2019, 00:02 Uhr
Hallo PuschelQueen,

Zitat PuschelQueen:Habt ihr einen Tipp für mich?
[...]
Bin damit momentan auch sehr überfordert und traurig. :-(

Schreib ihr wie du dich fühlst.
Je ausführlicher, desto besser.

Deine Mutter hat im Moment kein Problem mit dir oder deiner Ernährung sondern mit sich selbst.
Und daran kann nur sie selbst etwas ändern ;)


Biete ihr, wenn du magst, an sie dabei zu unterstützen ihre Vorurteile und Abneigung abzubauen, aber im Endeffekt hast du keinen Einfluss auf das Verhalten anderer Menschen; und es liegt auch nicht in deinem Verantwortungsbereich eine Änderung einzuleiten :D

Aber auch Ratschläge sind Schläge und sollten weder verteilt, noch unkommentiert hingenommen werden - zumindest, wenn nicht konkret danach gefragt wurde ;)

Liebe Grüße,
Falk
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20.01.2019, 08:10 Uhr
Ich denke auch, dass Deine Mutter einfach in diesem Moment überfordert war. Das ganze telefonisch mitzuteilen, ist eher ungeschickt. Man räumt der ganzen Sache dann einen viel zu großen Raum ein. Lieber beiläufig und vor allem im Zusammenhang mitteilen. Ich verstehe nicht, wieso man die Situation der ganzen Verwandschaft und Bekanntschaft mitteilen möchte? Ich würde mich doch auch als omnivor ernährender Mensch nicht bei neuen Bekannten hinstellen und sagen: "Hallo, ich bin Dana und esse Fleisch!" Ich finde es im Zusammenhang erheblich besser. Man macht dann kein Aufhebens um die Sache und stellt es als eine normale Ernährungsform hin. Gerade wenn ihr öfters Essen geht, kann man das doch prima integrieren. Kurz vorher im Restaurant anrufen und die Sachlage erklären. Wenn sie ein Problem damit haben, bleibt immer noch der Weg Salat und Pommes. Das gibt es überall. Beim Griechen esse ich zum Beispiel sehr gerne einen Bauernsalat ohne Käse und dann eben Pommes dazu. Schmeckt echt prima. Man zeigt auch seinem Gegenüber, dass es eben auch in "normalen" Restaurants etwas veganes gibt.
लोकाः समस्ताः सुखिनो भवन्तु,

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu - Mögen alle Wesen auf dieser Welt verbunden sein, in Harmonie sein und Glück erfahren. (Sanskrit)

Dana

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20.01.2019, 10:09 Uhr
Hallo PuschelQueen,

meine Tochter war 16, als sie mich geschockt hat mit ihrer Entscheidung, nur noch vegan speisen zu wollen...

Damals lebte ich noch mit ihr und ihrem etwas älteren Bruder zusammen. Für ihn durfte es schon immer gern ein bisschen Salami, ein Würstchen, ein Stück Fleisch, Käse usw sein. Ich selbst hatte auch vegetarisch leben können... wäre es nicht zu unbequem gewesen oder die Salami immer so lecker :-/
Jedenfalls meinte meine Tochter beim Essen einigermaßen unvermittelt: "Mama, ich esse jetzt nur noch vegan." Joa. Krass :wtf:
Meine ersten Gedanken kreisten irgendwie um mich selbst. "Ist mein Essen also nicht gut genug?! Was soll ich denn jetzt noch servieren, damit alle zufrieden sind? Wie soll ich das bezahlen? Vegan ist doch völlig durchgeknallt. MUSS das denn sein?!" ... und habe das entsprechend auch geäußert.
Die nächsten Gedanken waren Sorge um mein Kind... "Kann sie jetzt nur noch Getreide und Algen essen? Woher kommen die Nährstoffe? Das kann doch nicht gesund sein..." Auf die Idee, dass ich ja auch Gras mit etwas geraspelter Baumrinde servieren könnte, kam ich damals natürlich noch nicht ;)

In der nächsten Zeit hat sie versucht, mir das nahe zu bringen, was sie zu diesem Schritt bewegt hat - kaum was davon könnte wirklich bei mir landen. Trotz meiner vegetarischen Ambitionen war ich im Verdrängen noch ziemlich gut :lol:
Wir haben dann aber auch gern zusammen was ausprobiert in der Küche, gekocht, Kuchen gebacken usw.

Den anderen Antworten würde ich mich so weit anschließen... Und vielleicht tut es deiner Mutter beim nächsten Mal einfach gut, wenn sie weiß, dass es nicht an ihr liegt. Nicht direkt an IHREM Essen. Dass du sie liebst und schließlich ihretwegen, nicht nur wegen Speis und Trank, zu ihr kommst. Wenn sie sieht , dass ihr noch gemeinsam essen könnt... gemeinsam kochen könnt...

Liebe Grüße,
Sabine



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20.01.2019, 12:55 Uhr
Ich habe ihr jetzt nochmal geschrieben. An sich esse ich natürlich lieber vegan, aber ich habe mit mir auch ausgemacht, dass es okay wäre wenn ich 2-3 Mal im Jahr vegetarisch im Restaurant bestelle sofern es keine veganen Alternativen gibt. :angel: Ich würde ja trotzdem 97% des Jahres vegan essen. :thumbup:

Ansonsten hat sie leider nur wenig Ahnung von meiner Ernährung. Sie meinte halt, dass ich doch Fleisch brauche und mir da die Energie fürs Arbeiten fehlen würde (weil ich ja körperlich anstrengende Arbeit mache). :|

Na ja, was es für mich viel schwerer macht ist, dass sie einerseits nicht darüber reden will, aber andererseits mich dann ständig mit dem Thema konfrontiert. :crazy: Für mich ist es vollkommen okay über meine Ernährung zu sprechen, aber sie will es an sich ja gar nicht da sie offenbar immer noch glaubt Veganer essen nur Gras. Warum auch immer glaubt sie, dass ich z.B. keine Nudeln mehr esse.

Hach... das kann noch witzig werden. :rofl:

Da wir sie sowieso spätestens November besuchen würden hat sie ja noch ein paar Monate Zeit zu überlegen ob sie sich nicht doch mal über meine Ernährung informiert. ;) Ich hoffe einfach ihr habt Recht und sie nimmt es irgendwann an.

Momentan bin ich einfach mit dieser harten Ablehnung überfordert, aber ich höre auch leichte mütterliche Besorgnis heraus. Sie denkt wohl jetzt wo ich vegan esse könnte es sein, dass ich jeden Moment im Krankenhaus lande. :rolleyes: Obwohl bisher eher das Gegenteil der Fall ist. :green:
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20.01.2019, 19:01 Uhr
Liebe Puschelqueen,
in den Kommentaren oben wurde schon sehr viel Richtiges und Wichtiges gesagt. (Das ist echt ein tolles Forum hier. :D )
Ablehnung entsteht oft ganz einfach nur aus Unwissenheit und Unsicherheit. Meine Mutter war auch erst einmal überfordert mit der Tatsache, aber jetzt ist es für Sie ganz normal.
Ich bin sowohl Mutter als auch Tochter und kann sagen, dass es nun mal in der Natur der Mutter liegt, seine Nachkommen so gut wie möglich ernähren zu wollen (egal wie erwachsen sie mittlerweile sind). Und je älter die Generation, desto größer ist die Bedeutung dessen.
Rückblickend gibt meine Mutter sogar zu, einfach nicht gewusst zu haben, was sie nun kochen soll, ob sie mich satt kriegt, ob ihr Essen mir gut genug ist etc. All diese Befürchtungen konnte ich ihr mittlerweile nehmen.
Du solltest ihr vielleicht auch klar machen, dass sie für dich gar nichts Besonderes extra kochen muss, sondern lobst einfach die leckeren Kartoffeln, den tollen Salat, das regionale Gemüse oder was immer du gerade an Veganem auf dem Tisch findest. Dann merkt sie, dass vegan kochen keine Zauberei ist, sondern das du einfach nur einige Dinge weglässt.
Später kannst du dann ja auch einfach mal ein paar Vorschläge machen oder z.B. statt Pralinen einen leckeren Räuchertofu als Mitbringsel überreichen. :angel:

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20.01.2019, 21:37 Uhr
Hallo Annabelle,

Ja, ich bin auch froh hier zu sein. Es ist einfach schön unter Gleichgesinnten zu sein. :angel: Dadurch fühlt man sich auch nicht so alleine.

Leider hat meine Mutter wirklich sehr viel Unwissenheit über meine Ernährung, bzw. mit dem Thema Ernährung allgemein. Das sehe ich alleine schon daran weil mein Bruder sich extrem ungesund ernährt (Energie-Drinks, Fast Food, usw.). Natürlich ist das auch seine Entscheidung, aber da macht sie sich ja auch keine Sorgen. Schon leicht paradox. :crazy:

Momentan hat sie aber auch eine absolute Ablehnung gegen mich, bzw. jeden Veganer. Woher dieser Wut/dieser Hass kommt kann ich mir leider selber nicht erklären. :-( Jedenfalls will sie momentan auch nicht mehr mit mir reden. Deswegen lasse ich sie auch erst mal in Ruhe da es (und ich kenne sie nun mal sehr gut) keinen Sinn hat da weiter mit ihr zu reden.

Der Vorschlag: Wir zahlen alle unsere Lebensmittel selber, zur Ausnahme esse ich im Restaurant auch vegetarisch (was dort übrigens auch angeboten wird ;) und das in Bayern) hat alles nichts gebracht. Es interessiert sie nicht. Und ich hab auch keine Kraft da weiter nachzubohren.

Ich wünschte ich könnte ihr auch diese Befürchtung nehmen, aber wie gesagt: Sie hört mir ja gar nicht zu. Als ich ihr das alles geschrieben habe hat sie sofort dicht gemacht. Das Einzige was sie versucht hat in dem Gespräch zu erreichen war mich wieder vom Fleisch essen zu überzeugen. :|

Es wäre schon ein großer Erfolg wenn sie es überhaupt akzeptieren würde. Doch davon bin ich noch kilometerweit entfernt. *sfz*

Na ja, wenigstens hat der Kumpel meines Freundes es sehr gelassen aufgenommen. Ich bin froh zumindest von dem Großteil meiner Familie Rückhalt zu bekommen. :angel: Es macht mich trotzdem traurig da ich immer eine sehr tiefe Verbindung zu meiner Mutter hatte und sie eigentlich auch ein toleranter Mensch ist (ihr ist es egal was für eine Sexualität, Glaube, Sprache, usw. der Mensch hat).

Dass sie gerade dieses Thema so triggert überrascht mich selbst da sie wie gesagt ansonsten ein sehr toleranter Mensch ist.

Ich hoffe einfach, dass sie ihre Einstellung noch überdenkt und, dass sie mich jetzt nicht (was ich extrem oberflächlich fände) wegen meiner Ernährung komplett aus ihrem Leben ausschließt. :-(
Veg-Badge

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20.01.2019, 23:57 Uhr
Hallo PuschelQueen,

Zitat PuschelQueen:
Woher dieser Wut/dieser Hass kommt kann ich mir leider selber nicht erklären.
[...]
Dass sie gerade dieses Thema so triggert überrascht mich selbst da sie wie gesagt ansonsten ein sehr toleranter Mensch ist.

Die Antwort auf diese Fragen findest du im Buch "Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus - eine Einführung" (ISBN 978-3981462173) von Dr. Melanie Joy.

In diesem Buch sind die Meisten der Indikatoren recht gut und verständlich beschrieben :thumbup:

Liebe Grüße,
Falk
Auf eigenen Wunsch deaktiviert.

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12.04.2019, 19:27 Uhr
Uff... ich muss einfach mal etwas Luft machen. :crazy:

In einem anderen Forum hab ich in einem Thread über meine Ernährung geredet. Jedoch in einem so neutralen Ton, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass das jemand als Angriff sieht. Jedenfalls ist eine Userin richtig fuchsteufelswild auf mich los gegangen und hat quasi ständig versucht meine Argumente zu "zerstören" da sie selber Tierprodukte konsumiert. Das Ende vom Lied war, dass sie Mailab als "wissenschaftliche Quelle" verlinkt hat und mir zudem auch noch unterstellt hat, dass ich keine Laktose Intoleranz hätte, sondern das 1-wöchige-Sodbrennen was ich letztes Jahr nach dem Mac'n Cheese hätte ja nur an dem Fett läge und nicht etwa an der Kuhmilch. :rolleyes:

Oi... jetzt weiß ich warum ich nicht gerne im RL mit anderen Leuten über meine Ernährung rede. Oder meist selten. Zwar ist mein Umfeld da um einiges angenehmer als diese Person gewesen, aber die Argumente haben mich stark an meine Mutter erinnert.

Sie hatte mit jedem Preis versucht sich rechtzufertigen und mich als "die Böse" dazustehen. -_-"

Kurz gesagt: Mann, war das anstrengend. Dabei hatte ich mir bei meinen ersten Post wirklich nichts gedacht. Da sieht man aber mal, dass man nicht mal irgendwelche Aussagen gegen Mischköstlern richten muss um selber in die Schusslinie zu gelangen. :|
Veg-Badge

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12.04.2019, 19:49 Uhr
Hey
Zitat PuschelQueen:Jedenfalls ist eine Userin richtig fuchsteufelswild auf mich los gegangen und hat quasi ständig versucht meine Argumente zu "zerstören" da sie selber Tierprodukte konsumiert.

einfach ignorieren und schon ist ruhe. :happy:
Warum Zeit für Idioten verschwenden?
LG
FLO
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12.04.2019, 20:35 Uhr
Ach, ich finde solche "Fights" immer ganz lustig und je mehr sich der andere aufregt, desto größer ist mein Grinsen. Wohl aber nur wenn es irgendwo online ist. Im RL ist mir das auch zu anstrengend und ich ignoriere das meistens.

Solche Leute wirst du aber zu 99% nicht überzeugen können. Etwas anderes ist es, wenn du ihnen mit deinen ethischen Grundsätzen kommst. Die lassen nämlich keinen Spielraum für Diskussionen ;) .

Übrigens, wenn dein Englisch einigermaßen gut ist, kannst du auf YouTube Mal nach Earthling Ed suchen. Da sieht man mehrere Argumentationen mit Mischköstlern und er macht das echt gut.
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Wenn du es nicht lösen kannst, mache es nicht zum Problem.
-- Buddha --

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