Vegan-Gespräche im täglichen Leben?

Erstellt 09.10.2018, 16:01 Uhr, von Elsu. Kategorie: Allgemein vegan. 30 Antworten.

13.10.2018, 09:22 Uhr
Solche Situationen erlebe ich auch tagtäglich immer mal wieder.
Im Falle der Rinderwurst im Vegan-Regal hätte ich eher im Laden direkt eine/n Mitarbeiter/in gesucht, die Kassiererin ist hier meiner Meinung nach eher die falsche Ansprechpartnerin. Ich finde es richtig, die Mitarbeiter auf solche falsch einsortierten Produkte aufmerksam zu machen, und wenn das häufiger vorkommt, auch mal schriftlich. Die Antwort "Ich gebe das dann mal weiter" ist oft eher eine Ausrede, obwohl ich es auch schon mehrfach erlebt habe, dass bei meinem nächsten Besuch tatsächlich etwas geändert wurde.

Was ich auch schon mal erlebt hatte, war das ein Produkt als vegan gekennzeichnet war, auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass Milch enthalten war. Eine weitere Nachfrage ergab, dass die Mitarbeiterin gar nicht wusste, was vegan überhaupt bedeutete.
Das Nachfragen-Müssen finde ich oft nervig, aber leider ist es notwendig. Trotzdem immer höflich bleiben, Verständnis zeigen, aber ich lasse mich nicht auf Diskussionen ein - ich sehe es nicht ein, warum ich mich dafür rechtfertigen soll, dass ich auf Fleisch und MoPro verzichte - lieber erhöhe ich die Nachfrage nach veganen Produkten.

Bei meiner Arbeit am Greenpeace-Stand erlebe ich aber auch immer häufiger einen Positiv-Trend. Wenn ich mit den Leuten über die Anti-Billigfleisch-Kampagne spreche, erzählen mir immer mehr Menschen, dass sie vegetarisch leben. Bei der Gelegenheit "oute" ich mich dann auch oft, die Reaktionen sind überwiegend positiv - von "hey, ich auch" bis "wow, bewundernswert, sollte ich auch mal drüber nachdenken" war so ziemlich alles dabei. Ein Umdenken findet statt, für meinen Geschmack zwar etwas zu langsam, aber es kommt.
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
13.10.2018, 10:12 Uhr
Was ich auch schon mal erlebt hatte, war das ein Produkt als vegan gekennzeichnet war, auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass Milch enthalten war. Eine weitere Nachfrage ergab, dass die Mitarbeiterin gar nicht wusste, was vegan überhaupt bedeutete.


Genau das meine ich! Und da macht es doch einen entscheidenden Unterschied, ob mein Gegenüber/Gesprächspartner im Lebensmittelhandel tätig ist, oder z.B. Besucher eines Greenpeace-Standes ist, an dem Interessenten aus allen Bereichen vorbeikommen.
Der eine ist "zuständig", der andere nicht.

Arthemisia, Respekt vor Deinem Engagement für Greenpeace! So ein Standdienst erfordert doch bestimmt jede Menge Kraft und Geduld.
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15.10.2018, 09:39 Uhr
Hallo!
Ich persönlich führe nur Gespräche mit Leuten die auf mich zu gehen. Alles andere ist sinnlos. Musste feststellen gerade im Supermarkt haben manche keine Ahnung was vegan bedeutet.

LG Rossi und Orlando

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16.10.2018, 13:32 Uhr
Zitat CrySor:Hey Elsu,
Ich denke sinnlos müssen die Gespräche nicht immer sein, aber mir selbst fällt es auch schwer einen bleibenden Eindruck mit meinen Worten zu hinterlassen. Gerade gestern hatte ich in einer WhatsApp Gruppe, die ich eigentlich nur wegen einem Videospiel habe, mit einem Mädchen diskutiert. Sie konnte es nicht nachvollziehen und irgendwann haben sich die anderen aus der Gruppe noch auf ihre Seite gestellt, sie haben zwar immer wieder die selben Argumente benutzt, waren aber sichtlich stolz darauf dass sie es der Veganerin "gezeigt" haben.

Andererseits habe ich es aber auch schon geschafft einer Freundin von mir den Hunger auf Fleisch zu nehmen^^
(Eine meiner kaum vorhandenen Überredungs-Leistungen)
Ich würde aber sagen man sollte sich von einem verlorenen Kampf nicht unter kriegen lassen, weiter so!

Liebe Grüße
Elena:heart


in deinem Alter ist das aber auch nicht Verwunderlich. Ich bin 16, und da juckt Veganismus auch keinen. Alle immer so: "Ja, Klimawandel, Deforestation, Massentierhaltung, Welthunger, alles ziemlich scheiße. Da sollte man echt mal etwas tun." Also an sich sind sie nicht abgewandt vom Veganismus, aber aus ihrer Sicht kann selbst ich als Veganer nichts an dem System ändern, weil es immer Dinge selbst in meiner Handlungsweise gibt, die gegen meine Ideologie sind. Recht haben sie ja schon z.T, weil auch auf den Feldern Mäuse z.B. sehr unter den Giften und dem Ernten leiden, und auch Gezüchtete Bienenvölker werden für viele Obst- und Gemüsesorten umgesiedelt. Da kann man selbst als Veganer fast nichts gegen tun. Aber so etwas als Ausrede zu benutzen, weiter Tierisches zu essen, ist einfach nur billig. Vor allem, weil an meinem Gymnasium in meinem Jahrgang die meisten nicht dumm sind und ähnliche politische Ansichten haben, wie ich. Aber sobald man selbst aktiv was tun könnte, ist aus deren Sicht ja sowieso nichts machbar, weil ja die Politiker nicht wollen und Angebot = Nachfrage dann komischerweise irgendwie nicht zutrifft. Naja...

Das hört bei dir schon irgendwann auf. Man sollte aber gerade in Videospiel-Chats nicht mit sowas Anfangen. Das macht einen nur selbst fertig. Kommt natürlich drauf an, wer anfängt, aber manche Menschen können ihren wahren Charakter wegen einer Sache binnen Sekunden preisgeben.
1x bearbeitet

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16.10.2018, 13:48 Uhr
Zitat Vegbudsd:...Jedes gesprochene Wort, jeder übermittelte Gedanke, jeder Hinweis auf falsch einsortierte Ware usw. hat eine Wirkung! Nur darf man nicht erwarten, dass jemand der auf Fleischessen sozialisiert wurde oder sich nie zuvor darüber Gedanken gemacht hat sofort seine Widersprüche erkennt und dann auch sofort umschwenkt. Zunächst verteidigt jeder! sein Weltbild, von dem ja auch jeder überzeugt ist, dass es das richtige ist. ... Die Veränderungen in der Beurteilung stellen sich erst nach und nach ein.


Das sehe ich genau so!!!! Ich habe früher Vegetarier und Veganer auch immer als weltfremde Spinner empfunden (auch wenn ich so höflich war, das nicht zu sagen). Ich habe zwar selbst Ekel bei rohem Fleisch empfunden und irgendwie taten mir die Tiere auch Leid (wie wohl den meisten), aber irgendwie habe ich das gar nicht so an mich herangelassen. Aber dadurch, dass ich immer öfter etwas von Vegetariern und Veganern mitbekam, wurde es einfach normaler für mich. Und als ich dann durch eine zufällige Recherche zu Milch min Internet überzeugt wurde, von einem Tag auf den anderen vegan zu essen, hatte ich nicht das Gefühl, damit ganz allein zu sein. Das heißt, immer wenn wir als Veganer/ Vegetarier davon erzählen ohne zu missionieren und zu nerven, schaffen wir einfach die Grundlage dafür, dass sich die anderen mal anfangen Gedanken zu machen.
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16.10.2018, 18:47 Uhr
davon erzählen ohne zu missionieren und zu nerven, schaffen wir einfach die Grundlage dafür
...zum Leidwesen meiner Mitmenschen neige ich da eher zu der Ansicht, dass es für die Entscheidung für oder gegen etwas relativ egal ist, ob der, der mich "missionieren will" mich damit nervt oder nicht. Der Nervfaktor bewirkt lediglich zunächst eine stärkere Abwehr, schließlich geht es ja um nichts weniger als um das gesamte bisherige Weltbild, also gefühlt um das ganze bisherige Leben meines Gegenübers.

Später dann aber werden die Abwehrkräfte gegenüber wirklichen Argumenten immer schwächer. Irgendwann erinnert sich der/ die zunächst Genervte kaum noch oder gar nicht mehr an sein Genervtsein und entscheidet sich anhand der Argumente. Diese allerdings hätte er wohl nie so aufmerksam zur Kenntnis genommen, wenn er/ sie nicht wenigstens ein mal mit der Nase massiv drauf gestoßen worden wäre. Letztlich ist es völlig egal, wie eine Information ins Gehirn kommt, Hauptsache, sie ist drin.

Deshalb bin ich nach wie vor der Ansicht, dass man außer gar nix sagen oder boshaft aggressiv sein kaum was richtig falsch machen kann.

Wer es aber ohne den Nervfaktor schafft, möglichst viele Neuveganer zu erreichen, dem bin ich um so dankbarer.
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22.10.2018, 14:05 Uhr
Ich hätte es in Deinem Fall genau so gehalten und die Kassiererin darauf hingewiesen. Zumal du es ja sehr freundlich gemacht und auch noch ein Lob voran gestellt hast. Ich arbeite (immer weiter) daran, auch wirklich heiter, gelassen und freundlich zu bleiben, wenn ich genervt bin, halte ich i.d.R. den Mund.

Generell frage ich z.B. in JEDEM Café, ob es einen Milchkaffee auch mit Sojamilch oder einer anderen pflanzlichen Alternative gibt, wenn nein, dann bestelle ich freundlich einen schwarzen Kaffee oder Espresso.

Ich denke immer, wenn jeder Veganer freundlich nachfragt, bleibt vielleicht bei dem einen oder anderen Laden hängen, dass da ein Bedarf sein könnte und macht sich Gedanken, vielleicht mal eine Alternative anbieten zu wollen. Genau so verfahre ich (übrigens seit 10 Jahren inzwischen) an der Kuchentheke jedes konventionellen Bäckers, ich frage immer: Welche der Teilchen sind denn vegan? (Natürlich weiß ich, dass meist keins vegan ist, suggeriere aber bewusst, dass es doch komisch wäre, wenn KEINS dabei wäre... :green: ) Es gibt ja inzwischen auch tatsächlich vegane Angebote bei der einen oder anderen Kette... im Bioladen ist die Auswahl inzwischen sehr, sehr groß, ich habe also definitiv den Eindruck, dass sich Nachfragen lohnt. ;)
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27.10.2018, 20:56 Uhr
Ich habe vor kurzem- nach einem Krankenhausaufenthalt in Frankfurt auf einem Lob ,Anregung , und Kritikzettel (nennt sich dort LAKRIZ) ein Lob für die freundlichen Schwestern und Pfleger ausgeteilt, auch für das vegetarische Essen, das an manchen Tagen - eher ungeplant- auch vegan war und auch geschrieben, dass ich es mir vorstellen könnte, dass die Krankenhausküche sicher irgendwann auch vegan kochen könnte. Darauf haben sie sich bedankt und auch geschrieben, dass sie sich über veganes Essen in Zukunft Gedanken machen werden! :thumbup:
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27.10.2018, 21:16 Uhr
Also wir leben hier ja in der tiefsten Provinz, aber selbst in unserem Krankenhaus gibt es veganes Essen. Meine Tochter war im Rahmen ihres Praktikums mal eine Zeit für die Essensbestellung zuständig und war völlig erstaunt, dass es angeboten wurde - allerdings nur auf spezielle Nachfrage, es steht nicht auf dem "normalen" Menu-Plan.
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27.10.2018, 21:23 Uhr
Hi Dana, das ist ja toll, aber für mich ein wenig zu weit bei akuten Nieren-Koliken :green:
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