Veganer Nachwuchs

Erstellt 13.04.2019, 19:02 Uhr, von VeganElena. Kategorie: Allgemein vegan. 14 Antworten.

Veganer Nachwuchs
13.04.2019, 19:02 Uhr
Ich weiß, dass ich noch zu jung bin um mir darüber Gedanken zu machen, doch die Frage lässt mich einfach nicht in Ruhe.
Stellt euch vor ihr seid seit Jahren Veganer und bereit eine Familie zu gründen.
Wie würdet ihr euer Kind/eure Kinder ernähren?
Würdet ihr es vegan ernähren?
Auch wenn viele Leute sagen:
Wenn du dein Kind vegan ernährst, dann zwingst du ihm diese Lebensweise auf.
Doch zwingt man dem Kind nicht auch die Omnivore Ernährung auf, wenn es noch nicht entscheiden kann, was es essen will?
Ich zum Beispiel würde gar nicht erst ein Kind bekommen wollen, wenn ich wüsste, dass ich es omnivor ernähren müsste. Denn das wäre ja wohl das widersprüchlichste, was man tun könnte. Man lebt jahrelang vegan und dann bringt man einen neuen Menschen auf die (eh schon überbevölkerte) Welt, um sie dann noch mehr mit Leid und Ignoranz zu zerstören? Wenn man auf den gesundheitlichen Aspekt eingeht, was wäre besser?
Ich habe mal von einer Mutter gelesen, die ihren Sohn von Geburt an vegan ernährt hat und es keine Komplikationen gab. Also meine Fragen sind einfach: 1. Wie würdet ihr euch entscheiden? 2. Was würde passieren, wenn man ein Kind vegan ernährt?
3. Habt ihr das schon gemacht, oder kennt jemanden? Und 4. Denkt irgendwer genauso(oder bin ich einfach mal wieder die einzige Verrückte hier )?
LG Elena
[und danke schonmal für die Antworten]

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
13.04.2019, 22:07 Uhr
Hallo Elena und willkommen,

ich finde es toll, dass du dir in deinem Alter da schon Gedanken drüber machst.

Zuerst sollten sich natürlich beide Eltern damit einig sein. Bringt ja nix wenn man sich deswegen immer streitet.

Ich denke, wenn man dabei auf die Nährstoffversorgung achtet ist es kein Problem. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht das genauso, betont aber auch, dass da genau aufgepasst werden muss. Andere Gesellschaften anderer Länder sind da offener. Kanada zum Beispiel. Ich habe auch schon öfter gelesen, dass es gar kein Problem sein soll. Anfangs wird ja sowieso gestillt bzw. Milchpulver gefüttert.

Ich sehe es genauso wie du. Egal wie man sein Kind ernährt, es wird ihm erstmal "aufgezwungen". Später kann es sich dann gern selbst entscheiden was sie essen wollen. Sie entwickeln irgendwann dann ja sowieso ihren eigenen Geschmack.

Ich glaube, dass zur Zeit auch eine Studie läuft bzgl Kinder und vegane Ernährung... Genaues weiß ich aber nicht.
Meine Pflanze braucht kein Wasser - die wächst knusprig.

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14.04.2019, 11:20 Uhr
@habanero79
Danke für deine Antwort. :-)

Doch eine Sache kann ich noch nicht ganz verstehen.

Ich habe noch nie wirklich mit meiner Familie über die vegane Ernährung meiner "zukünftigen" Kinder gesprochen. Doch ich weiß ganz genau, dass die meisten es nicht unterstützen/akzeptieren würden. Wäre es von einer Urgroßoma gerechtfertigt die eigenen Enkelkinder abzulehnen, nur weil ich nicht noch mehr Fleischesser auf dieser Welt haben will. Und kann man überhaupt Leute wegen ihrer Ernährung ablehnen? Ich weiß, dass ich Fleischesser auch nicht richtig akzeptiere (aber nur die, die wissen was den Tieren angetan wird und trotzdem noch Fleisch essen, weil es "lecker" ist. Und jedes Argument ignorieren) Meine Mutter zum Beispiel isst fast gar kein Fleisch mehr … ist zwar Käsesüchtig … , aber man merkt, dass sie es akzeptiert und mir sogar unter die Arme greift. Doch meine Oma findet es anstrengend mit einem Veganer... weil sie so die grausame Realität sieht.(Das will sie nicht) Von daher bin ich mir nicht sicher ob sie es akzeptieren würde. Doch darf sich die Familie überhaupt in die Erziehung einer Mutter einmischen(vor allem wenn es so eine gute und vorteilhafte Erziehung ist)? Und wäre es dann nicht eigentlich gerechtfertigter sich als veganer von den omnivoren loszusagen, als anders herum?
Ich weiß einfach nicht was ich davon halten soll und was man tun sollte wenn so etwas passiert. :question:
LG Elena :crazy:

2x bearbeitet

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14.04.2019, 12:36 Uhr
Hallo VeganElena,
ich finde es sehr gut , dass Du Dich damit beschäftigst, wie Du Dein Kind ernähren wirst! :thumbup:
Denn viele Erwachsene machen sich erst Gedanken darüber , wenn das Kind schon da ist und dann gibt es vielleicht auch noch Krach unter den Eltern.
Wir haben uns damals vor über 30 Jahren entschlossen unser Kind vegetarisch bei uns zu ernähren,
Damals Ende der 80er war vegan für uns noch keine Option und wir kannten uns da auch nicht gut aus. Unser Junge(geb. 1990) hat dann bei uns vegetarisch gegessen und bei den Großeltern normal. Als er ca. 7 Jahre war hat er bei einem Treffen des Vegetarierbundes( heute Proveg) im betreuten Kinderbereich den Film Schweinchen Babe gesehen und sich danach entschieden auch bei den Großeltern vegetarisch zu leben( die uns das natürlich als Beeinflussung angekreidet haben, dennoch akzeptiert haben). Heute ist er erwachsen nicht , zwar nicht 100% vegetarisch , aber wenn er mal bei uns ist, isst er das , was wir haben und das ist meistens vegan!

Ich denke, es ist gut, dass wenigstens Deine Mutter Dich unterstützt. Deine Oma wird vielleicht Dein Baby gar nicht mehr mitbekommen, geschweige denn Deine Uroma. Ich würde es den Beiden schon erklären, was Du vorhast, Und vor allem ist es gut, wenn Du schon mal Beweise sammelst, dass es geht ( vielleicht können Dir hier im Forum Familien das erzählen) dann ist da schon ein Hindernis weniger. Und Dich eben auch selbst vorher gut informierst wie es geht!

Das war jetzt ein langer Text. sorry.
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14.04.2019, 15:52 Uhr
Hallo VeganElena, willkommen hier
Schön dass du dir schon so früh Gedanken um vegane Ernährung machst. Die meisten Leute die negativ über vegane Ernährung reden haben keine Ahnung davon oder verdienen Geld mit dem Leid der Tiere.
Ich empfehle dir mal folgende Broschüre, sollten deine Mutter und deine Oma sich auch mal reinziehen damit sie wissen worum es geht, die kannst du so lesen oder kostenlos bestellen:
https://www.provegan.info/de/
1x bearbeitet

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14.04.2019, 22:03 Uhr
Es gibt tatsächlich Menschen die genau wissen was Sache ist, es ihnen aber mehr oder weniger egal ist weil es ihnen schmeckt. Ich glaube aber nicht, dass sie es tief drinnen richtig finden was den Tieren angetan wird. Ich denke sie haben nicht die Kraft bzw. Willensstärke um ihre Ernährung zu ändern. Bei manchen, vor allem älteren (wie deine Uroma), kann ich mir vorstellen, dass da vielleicht einfach die Zeiten anders waren. Damals hat man eben alles gegessen was man bekommen konnte um zu überleben. Es war einfach normal.

Viele verdrängen die ganzen Gräuel aber auch sehr stark. Als ich z.b. meiner Mum erzählte dass ich vegan lebe sagte sie mir, dass sie kein Kalb isst weil sie das grausam findet das sie so jung geschlachtet werden. Ich hab dann gesagt, dass sie trotzdem geschlachtet werden weil die Kühe ja Milch geben müssen. Konsequenter Weise dürfte sie dann auch keine Milchprodukte mehr konsumieren. Das wollte sie dann schon nicht mehr hören.

Der Großteil der Menschen dürfte einfach nicht wissen was tatsächlich abgeht. Ich würde deshalb auch nicht gleich irgendwelche Kontakte zu Menschen die dir was bedeuten abbrechen. Viele sind schlecht informiert und Veganer haben immer noch irgendwie den Ruf von extremistischen Spinnern mit chronischer Mangelernährung. Manche machen sich vielleicht einfach nur Sorgen um dich und dein zukünftiges Kind.

Jemanden Wegen seiner Ernährung abzulehnen halte ich für kleingeistig und intolerant. Damit würde man einen Menschen mit all seinen Charakterzügen und seinem Wesen auf das reduzieren was er sich zwischen die Backen schiebt. Finde ich ein wenig übereilt.

Wenn es aber immer wieder zu Diskussionen oder Streit kommt, würde ich sehr wohl den Kontakt abbrechen. Leben und leben lassen. Und wenn mich derjenige nicht leben lassen kann, dann darf ich auch ohne ihn Leben ;) .
Meine Pflanze braucht kein Wasser - die wächst knusprig.

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16.04.2019, 14:23 Uhr
Kleine Kinder sind noch nicht in der Lage, weitreichende und insbesondere moralische Entscheidungen zu treffen. Es ist die Aufgabe der Eltern (oder anderer relevanter Bezugspersonen), dies für ihre Kinder zu übernehmen, solange sie es nicht selbst können. Ob vegane oder omnivore Ernährung, beides ist eine Entscheidung, und Erziehungsberechtigte müssen sich an Stelle des Kindes nach bestem Wissen und Gewissen für eine Variante entscheiden (wobei die Entscheidung für omnivore Ernährung oft gar nicht als Entscheidung erscheint, weil es quasi als das "default-setting" gilt...). Hier von "aufzwingen" zu sprechen, finde ich irreführend, denn in diesem Sinne wird sehr kleinen Kindern ausgesprochen viel "aufgezwungen", ohne dass dies unbedingt etwas Negatives wäre.
Wenn sich Eltern nicht einig sind oder das Umfeld nicht mitspielt, kann es natürlich kompliziert werden. Ein völlig pro-veganes Umfeld hat wohl kaum jemand. Ein Kind abzulehnen wegen einer Entscheidung, das seine Eltern für es gefällt haben, ist aber schon ziemlich verdreht :wtf: gibts sowas?!
Vegans. We're not crazy, we're just from the future.

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17.04.2019, 12:04 Uhr
Zitat VeganElena:Veganer Nachwuchs

Omnivore Ernährung steht auf sehr sehr schwachen Beinen, während die Faktenlage für vegane Lebensweise spricht. Aber die meisten Erwachsenen halten an ihren herkömmlichen Essgewohnheiten fest, weil sie keinen Grund sehen wollen, dies zu ändern.
Wunderbare Emotionen könnten da helfen.
Empfehlung auf YT die glückliche Großfamilie: "DAD OF 10 / NIGHT ROUTINE (ONLY MONDAY'S)".
Ebenso: "What Our PLANT-BASED Children Eat (PART 1/2) VEGAN/PLANT-BASED".
1x bearbeitet

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17.04.2019, 23:43 Uhr
Hallo Elena,

ich erinnere mich, dass Peta mal solche Videos rausbrachte, wo Mütter ihre Kinder vegan ernähren und Tipps geben. Vielleicht kannst du da schauen und eventuell Kontakt aufnehmen.
Ich persönlich kenne live keine Veganer und kann dir diesbezüglich leider keine Tipps geben.

Es gibt zwar Eltern, die ihren Kindern das eine oder andere Essen aufzwingen, aber generell würde ich nicht sagen, dass eine omnivore Ernährung aufgezwungen wird.
Als Kind hatte ich immer eine Vielfalt von Obst, Gemüse, Gebackenem und anderem Essen auf dem Tisch, habe mir aber immer Fleisch oder Fisch geschnappt. Gemüse ass ich, wenn überhaupt, im Salat, gekocht oder gedünstet gar nicht, habe da immer das Gesicht verzogen und schön bei Mama oder Papa auf den Teller getan.
Meine Mutter wollte, dass ich mehr Gemüse esse, ich habe das aber immer abgelehnt.
Es wäre eher ein Zwang, wenn meine Mutter mir Fisch oder Fleisch weggenommen hätte.
Aber gut, ich kannte ja den Geschmack und es war im Angebot auf dem Tisch... aber ich habe dann freiwillig Fleisch und Fisch gegessen.
In der Pubertät fand ich das Gemüse auf einmal mega lecker :D , vor allem Pilze, die ich als Kind total eklig fand (weiss nicht, wieso :D )
Kurze Rede, langer Sinn: informiere dich mal im Internet über vegane Kinder, die seit Geburt vegan ernährt werden.
Liebe Grüße
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18.04.2019, 15:55 Uhr
Würde meine kinder nicht von Anfang an vegan ernähren. Sondern bestenfalls mit beiden Essensvarianten und dann selber entscheiden lassen.
Wegen SPAM gesperrt.

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