Tofu selbst herstellen

Erstellt 10.01.2019, 19:26 Uhr, von Jacqueline. Kategorie: Vegan kochen & backen. 5 Antworten.

Tofu selbst herstellen
10.01.2019, 19:26 Uhr
Hallöchen,

ich habe mir schon vor einiger Zeit vorgenommen, meinen Tofu selbst herzustellen. Dazu habe ich mir Sojabohnen, eine Tofupresse und Nigari gekauft und werde in den nächsten Tagen einfach mal loslegen.

Hat von Euch schon mal jemand Tofu selbst hergestellt? Wie hat der Tofu geschmeckt? Hat es sich gelohnt?

Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es ausgegangen ist :lol:


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11.01.2019, 07:09 Uhr
Hallo Veganandlife,

freu mich grade über dieses Thema, da ich sehr gerne mal Erfahrungen mit jemandem austauschen möchte, der Tofu auch selber macht.

Die Tofuherstellung aus Sojamilch ist relativ simpel.
Aufwändig gestaltet sich eher die Herstellung der Sojamilch selbst, da das Zeug beim längeren Kochen, das hier erforderlich ist, saumäßig schäumt. Die Sojamilch kocht noch schneller über, als Kuhmilch. Auch brennen die festeren Bestandteile der Sojamilch leicht an. Mit Geduld, Aufsicht und viel Umrühren ist das aber machbar. Auf 1 Liter Wasser nehme ich 130 g trockene Sojabohnen.
Inzwischen habe ich mir einen Pflanzenmilchkocher zugelegt. Hier werden einfach die eingeweichten Sojabohnen mit Wasser reingegeben und der Kocher stellt in ca. 30 Minuten die Sojamilch her.
Die Gekochte Sojamilch muss dann durch ein Tuch oder feines Sieb gefiltert werden, um die festen Bestandteile auszusieben.

Zur Tofuherstellung:
Mit Nigari bzw. Magnesiumchlorid habe ich auch schon Tofu hergestellt, bin aber dann auf den guten alten Essig zurückgekommen und mache den Tofu inzwischen nur noch mit Weißweinessig. In 1 Liter heiße Sojamilch gebe ich 2 EL Essig und lasse das Ganze ca. 15 Minuten stehen. Die Ausflockung passiert manchmal sofort, manchmal später.
Für weichen Tofu gieße ich die Masse einfach nur durch ein Tuch mit einem Sieb darunter (z.B. gleich im Waschbecken) . Für festen Tofu braucht man dann die Presse.

Meiner Meinung nach lohnt es sich unbedingt, Tofu selber zu machen. Man spart Plastikverpackung und kann deutsche Sojabohnen verwenden. Der Tofu schmeckt neutral, aber besser, als der gekaufte. Und er dient als Basis für viele weitere Einsatzmöglichkeiten.

Ich wünsch Dir gutes Gelingen und bin gespannt auf Deinen Bericht!


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11.01.2019, 09:39 Uhr
Hallo veganandlife,

Zitat veganandlife:Hat von Euch schon mal jemand Tofu selbst hergestellt? Wie hat der Tofu geschmeckt? Hat es sich gelohnt?

selbstgemachter Tofu schmeckt einfach herrlich und es gibt nichts besseres!

Wenn man die Grundlagen erstmal kennt und anfängt mit Gewürzen und Marinaden im Tofu zu experimentieren eröffnen sich völlig neue Geschmackswelten :thumbup:

Mein bisheriges Highlight bisher war:
Mango-Räuchertofu :thumbup:

Während der Tofu für die Gerinnung köchelt fein geschnittene Mango-Stückchen einrühren und nach dem pressen mit Buchenholz räuchern.
Einfach unfassbar lecker! :happy:

Elsu hat bereits eine solide Anleitung geschrieben :thumbup:
Im Rahmen meiner Shoujin Ryouri Themenserie hatte ich ebenfalls beriets einen Artikel zu festem Tofu fertig, aber bisher, mangels Bilder, nicht veröffentlicht.

Die Bilder werden noch nachgereicht, aber vielleicht hilft dir auch die Textform bereits weiter :thumbup: :D

https://www.vegpool.de/forum/rezepte-anleitungen/shoujin-ryouri-momendoufu-1.html

Meine Sojabohnen bestelle ich ein- bis zweimal jährlich mit diversen anderen Lagerwaren wie Mais, Dinkel, Buchweizen, etc. bei Biohof Lex und kann ihn jedermann sehr empfehlen! :star:
http://shop.biohof-lex.de/

Liebe Grüße,
Falk
"Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt."
Siddhartha Gautama "Buddha" (560 - 480 v. Chr.)

お急ぎの場合はゆっくり行ってください。
(Wenn du in Eile bist, dann gehe langsam - japanisches Sprichwort)

2x bearbeitet

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12.01.2019, 21:09 Uhr
@Elsu,

ich habe mich sehr über deine Antwort gefreut und werde jetzt auf jeden Fall einen großen Topf verwenden, um das Überschäumen der Sojamilch zu verhindern :D .

Ach, mit Weißweinessig geht das auch? Danke für den Tipp :thumbup: - das wird auch getestet :-) .
Du hast einen Pflanzenmilchkocher? Das ist natürlich super praktisch, ich hatte auch schon mal über eine Anschaffung nachgedacht, aber damals waren die Dinger noch echt teuer.

Die Sojabohnen sind schon in Wasser eingeweicht und morgen geht es los mit der Tofuherstellung - ich freue mich schon und werde berichten :D :-)

@Falk,

da läuft mir ja glatt das Wasser im Munde zusammen - Mango-Räuchertofu :surprise: :heart: , das hört sich soooo lecker an. Ich werde erstmal den einfachen Tofu herstellen und mich dann langsam steigern :rofl: . Das Räuchern des Tofus muss ich unbedingt ausprobieren.

Deinen Artikel über den Momendoufo habe ich gelesen :thumbup: , die Anleitung ist sehr verständlich geschrieben und hat mich neugierig auf´s Ausprobieren gemacht. Danke für den Einkaufstipp :-)

Ich werde morgen mit der Tofuherstellung starten und selbstverständlich hier berichten, wie es gelaufen ist :D .

Liebe Grüße :wink:

Jacqueline


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13.01.2019, 20:43 Uhr
Hallöchen liebe Tofu-Hersteller,

ich habe es getan und ich bin absolut begeistert!!!

Ich habe meinen ersten Tofu selbst hergestellt und dank der wertvollen Tipps hier, ist es auch nicht zum Überkochen (ich hatte einen 6 Liter-Topf verwendet) oder Anbrennen der Sojamilch gekommen. Aber ich habe festgestellt, dass ich ein Kochthermometer brauche, denn mit meinem Infrarothermometer war es ein schwieriges Unterfangen.

Ab sofort werde ich meinen Tofu nur noch selbst herstellen :happy: , freue mich schon, den Mango-Räuchertofu von Falk nachzumachen :D .

Habt ihr noch andere Rezeptvorschläge für Tofu? Was kann man mit den Rückständen machen, die im Passiertuch bleiben?

Liebe Grüße

Jacqueline
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14.01.2019, 09:39 Uhr
Herzlichen Glückwunsch, Veganandlife! Es freut mich, dass Dir die Tofuherstellung im ersten Anlauf gelungen ist.
Ich mach das ja schon länger und bin vom Temperatur messen wieder völlig abgekommen.
Die Sojamilch muss einfach vor sich hin köcheln. Und beim Tofu sind die oft angegebenen 70 oder 80 Grad m.E. auch nicht entscheidend. Die Masse muss einfach sichtbar ausflocken. Das tut sie manchmal bei niedrigeren Temperaturen, manchmal erst nach Fluchen und Aufkochen ;-) .

Die Rückstände (Okara) kann man vielfältig verwenden. Immer lecker schmeckt die Masse als Basis für Bratlinge, z.B. einfach mit Zwiebeln oder Lauch und Möhren (am besten gedünstet), Haferflocken, Pfeffer und Salz gemischt.
Hab auch schon Nussplätzchen und Kuchen damit gebacken. Unter dem Stichwort Okara findest Du Rezepte dazu. Auch als Hühnerfutter soll Okara gut sein, aber die einzigen Hühner in unserer Wohngegend haben es verschmäht.

Mit dem Tofu mache ich z.B. Kaiserschmarrn, Auftstriche und Pikante Muffins.

So, jetzt sind wir an einem Punkt, an dem ich noch Klärung brauche. Das ein oder andere Rezept stellt sich ja als echt gut heraus. Wenn das aber jetzt aus einem Kochbuch stammt, verletze ich Urheberrechte, wenn ich das hier zitiere.
Wie wird das hier gehandhabt? Angabe des Kochbuchs mit Verweis auf das Rezept?
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