Diskussion zu "Kommentar: Es gibt kein Biofleisch."

Erstellt 08.08.2019, 18:39 Uhr, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 20 Antworten.

Diskussion zu "Kommentar: Es gibt kein Biofleisch."
08.08.2019, 18:39 Uhr
In einem heutigen Kommentar-Artikel stelle ich fest, dass "Bio" und "Fleisch" so gar nicht zusammenpasst.


Ein Produkt, dessen Erzeugung die Umwelt so nachhaltig schädigt wie Fleisch, kann nicht "bio" sein, schreibt Vegpool-Gründer Kilian Dreißig in seinem Kommentar. Biomärkte sollten Fleisch ganz aus ihrem Sortiment nehmen.


https://www.vegpool.de/magazin/kommentar-es-gibt-kein-biofleisch.html

Seht Ihr das ähnlich - oder seid Ihr ganz anderer Meinung?
1x bearbeitet

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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
08.08.2019, 19:04 Uhr
Lieber Kilian,
ich sehe das genauso wie du. In der Tat habe ich mich bei dem Angebot von Fleisch und den vielen Tierprodukten im Biomarkt schon öfter gefragt, ob das da wirklich hingehört.
„Bio“ = das Leben – Fleisch=totes Tier! Offensichtlicher kann ein Wiederspruch doch kaum sein.
Und die ganzen Gründe, die du auflistest, sind natürlich absolut richtig.
Die Bezeichnung "Bio"hat hier nur zwei (niedere) Beweggründe: Ersten Marketing/Verkaufszahlen und zweitens Gewissensberuhigung für diejenigen, die zwar schon gemerkt haben, dass das mit dem Fleischkonsum nicht in Ordnung ist, aber es einfach nicht auf die Reihe bekommen, sich dann auch entsprechend zu verhalten und auf Tierprodukte zu verzichten.
Mal ganz abgesehen davon fände ich es auch sehr angenehm in Läden einkaufen gehen zu können, in denen man sich nicht erst an toten Tierteilen vorbeischleusen muss bis man endlich bei Tofu und Co. angelangt ist.



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08.08.2019, 19:27 Uhr
Lieber Kilian, liebe Annabella,

ich sehe das genauso wie ihr.
Ihr habt meiner Meinung nach wesentliche Aspekte genannt, warum es kein Biofleisch gibt. :thumbup:
Und Annabella, auch ich würde es super finden, wenn ich beim Einkaufen nicht erst an dem "Fleischangebot" vorbeigehen müßte.
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08.08.2019, 19:41 Uhr
Wir haben hier tatsächlich Höfe deren Tierhaltung nicht die schlechteste ist. Die Tiere stehen vom Frühjahr bis späten Herbst nur auf der Weide und fressen Wiese. Im Winter werden sie mit Silage gefüttert welche auf selbigen Wiesen produziert wird. Also nichts mit Getreide/ Soja aus Afrika oder Südamerika.


Aber selbst dort:
- Es wird Fläche für verbraucht welche von Wildtieren nicht mehr nutzbar ist
- Die Flächen welche für Futter verschwendet werden könnte man zum direkten Anbau von Nahrung verwenden
- Die Tiere stehen den Winter über in stinkenden Ställen knöcheltief in Mist oder auf Spaltenböden. Ich war früher fast täglich auf solchen Familien geführten Höfen mit angebliche guter Haltung.
- auch die Tiere leiden wenn ein Familienmitglied zum töten der Herde entrissen wird.

Bio, was ist bio? Bei den günstigen Discounter- Bioprodukten frage ich mich eh schonmal was heutzutage eigentlich ü alles Bio ist.
Ich sehe das ähnlich wie mit dem Tierwohl-Labels. Mehr schein als sein...

Liebe Grüße
1x bearbeitet

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08.08.2019, 20:56 Uhr
Lieber Kilian,
danke für den Beitrag, du hast vollkommen Recht, Tierqual/Tiermord KANN nicht bio sein!
Aber: die Reformhäuser machen es nicht einfach vor, dass es auch ohne Tierleichen geht, sie sind diesbezüglich die Pioniere! Es gab sie schon vor 50, 60, 70 Jahren, ohne Tierleichen, der Demeter-Bio-Standard ist den Reformhäusern zu verdanken. Und ganz nebenbei: in den meisten Reformhäusern bekommt man mehr vegane Produkte als im Biomarkt!
Liebe Grüße
Gesa
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08.08.2019, 22:08 Uhr
Zitat kilian:
Seht Ihr das ähnlich


Absolut. Biofleisch ist genauso absurd wie Biogemüse, das man aus Spanien, Ägypten oder Neuseeland importiert.
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09.08.2019, 04:52 Uhr
gerne würde ich Dir zustimmend noch vor allem die so genannte bio - Milch hinzufügen.

Bio und Weltvernichten geht nun mal nicht zusammen.
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09.08.2019, 14:01 Uhr
Zitat PeeBee:Biofleisch ist genauso absurd wie Biogemüse, das man aus Spanien, Ägypten oder Neuseeland importiert.
das ist eigentlich nicht wirklich vergleichbar. Die ökologischen Transportkosten sind bei (nicht tiefkühlungspflichtigen), pflanzlichen Lebensmitteln relativ gering, da sehr viel Ware auf ein Schiff passt und der Ausstoß des Transports pro Kilo Obst/Gemüse relativ gering ist. Die Anbaumethode ist da mitunter bedeutender.
Und Fleischerzeugung verbraucht ein Vielfaches an Rohstoffen in Vergleich zu Gemüse. Dazu kommt, das nicht nur Fleisch selbst, sondern auch die Futtermittel transportiert werden müssen. Fleisch ist daher zigmal umweltschädlicher als importiertes Gemüse.

Und: Exportiertes Bio-Gemüse ist sogar oft ökologischer als konventionell-industriell erzeugte Lebensmittel aus der Region.
Wirklich öko sind regionale, pflanzliche Bio-Lebensmittel.
1x bearbeitet

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09.08.2019, 14:19 Uhr
Das ist sicherlich zu bedenken, Kilian.

Aber für mich gehört zu "Bio" auch, dass die arbeitenden Menschen menschenwürdig behandelt und entlohnt werden. Wer sich mit den sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen des Gemüse- und Obstanbaus in Spanien für deutsche Discounter beschäftigt (Empfehlenswert: "Europas dreckige Ernte", ein ARD-Film: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/europas-dreckige-ernte-114.html), dem kann nur noch schlecht werden. Und es ist nicht nur konventionell angebautes Gemüse/Obst, das da aus Spanien in die Discounter überschwappt, sondern auch "Bioware".

LG
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09.08.2019, 14:34 Uhr
Fleischerzeugung ist pure Ausbeutung. Nicht zuletzt weil auch die Futtermittel angebaut werden müssen. Das entfällt bei Pflanzen.

Daher ist diese Argumentation "Fleisch ist doof, aber Gemüse ist auch nicht perfekt..." einfach irreführend. Denn sie legt nahe, das die Probleme quantitativ vergleichbar wären. Und das sind sie nicht.
Sobald Menschen kein Fleisch mehr essen. können wir über Gemüse-Standards diskutierten. Aber die Prioritäten sind klar: Erst kein Fleisch mehr. Dann alles andere.
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