Klartext

Kommentar: Zur Kritik gegenüber Attila Hildmann

Was passiert, wenn man einen veganen Star wie Attila Hildmann zu einer Unterhaltungssendung wie "Schlag den Star" einlädt? Richtig, man kreiert das perfekte Rezept für enorme Reichweite in den Medien. Denn wie die Show auch ausgeht - es ist immer ein gefundenes Fressen für die Schlammschlacht-Presse und für hyperventilierende Facebook-Aktivisten.

Der Unternehmer, Kochbuchautor und Veganer Attila Hildmann hat am 9. April 2017 die Show "Schlag den Star" früh morgens für sich entschieden. Das Preisgeld: 100.000 Euro. 50% davon wird er nach eigenen Angaben in ein Tigerschutz-Projekt investieren, den Rest in den Ausbau seiner eigenen Produktlinie.

Attila Hildmanns Sieg bei "Schlag den Star" war eine großartige Leistung, auch für alle Veganer in Deutschland. Logisch, denn wenn ein Veganer in einer Show mit dieser Reichweite einen Sieg einfährt, ist das zugleich positive Werbung für diese Lebensweise selbst. Viele Menschen erfahren auf diesem Weg vielleicht das erste Mal von veganer Ernährung. Viele können ihre eigenen Vorurteile hinterfragen und überprüfen. Attila Hildmann erreicht mit einem Abend das, wofür gemeinnützige Organisationen jahrelang kämpfen.

Statt Gratulation: Hass und Trollerei.

Doch statt ihren Star mit Gratulation und Luftschlangen zu feiern, hatten große Teile der (Online-)Szene nichts als Hass und Frust zu bieten. Und so wurde der um 100.000 Euro reichere Hildmann im Anschluss heftig beschimpft. Von Vegan-Hassern, die ohnehin alles Vegane ablehnen. Aber auch von Veganern.
Als gäbe es keine anderen Probleme in der Welt.

Und das ist leider symptomatisch für Teile der veganen Szene.

Hass und Beleidigungen sind für den Unternehmer Hildmann zwar ohnehin nichts Neues, schließlich ist er seit 15 Jahren im Geschäft. Doch dieses Verhalten zeigt wieder einmal, dass große Teile der veganen Internet-Szene sehr unreif, unreflektiert und emotional agieren - und damit äußerst selbstsüchtig. Es zeigt, dass die Klischees von meckernden, miesepetrigen Veganern eben doch auf etliche Online-Veganer zutreffen. Dass Selbstreflektion von manchen Veganern ebenso abgelehnt wird, wie Fleisch, Milch und Eier.

Und genau das ist das Bild, das die Medien jetzt aufschnappen und verbreiten.

Fakt ist schließlich, dass allein der Auftritt von Attila Hildmann das Resultat jahrelanger, disziplinierter Arbeit ist. Dass Attila Hildmann von Beginn an sein eigenes Ding gemacht hat - und zwar gegen alle Widerstände, die ihm außerhalb und innerhalb der veganen Szenen entgegen geschlagen sind. Dass er nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer ist, sondern den Erfolg auch noch mit einer komplett veganen Tätigkeit erzielt. Und dass das eine gewaltige Leistung ist, die man als solche durchaus einmal anerkennen darf.

Nörgelei ohne Sinn und Verstand.

Es ist deshalb besonders erschreckend, wie normal es in Teilen der Szene ist, Attila Hildmann abzulehnen. Wie dieses Verhalten geradezu dem Zweck dient, sich selbst als (vermeintlich) kritischer, reflektierter Mensch zu inszenieren. Es geht dabei ja gar nicht darum, dass Attila Hildmann von der Kritik erfährt. Und es scheint dabei auch völlig egal zu sein, dass der überbordende Hass auch dazu führt, dass eventuell gerechtfertigte Kritik komplett untergeht.

Das Nörgeln selbst dient als sozialer Kleber für Menschen, die ihre Zeit lieber unspektakulär verbringen und die Welt vom Sofa aus bemängeln. Und das ist ein zutiefst egoistisches Verhalten, das die Tage mal wieder sichtbar wird - und von einigen Medien als einzige Reaktion interpoliert wird. Obwohl Hildmann durchaus auch Lob und Anerkennung erhalten hat.

Ihr Favorit bei den Milchalternativen?
Sojamilch
Hafermilch
Reismilch
Sonstige

Natürlich ist es die Basis von Attila Hildmanns Erfolg, sich gut zu vermarkten und wirksam in Szene zu setzen. Und entsprechend hat sich Attila Hildmann auch bei "Schlag den Star" präsentiert. Mag sein, dass das manchen Zuschauern ein bisschen too much war - aber hey, einen Show-Teilnehmer zu verurteilen, weil er Show macht? Wirklich?

Internet-Aktivisten, sucht Euch ein Ziel!

Warum, liebe Internet-Aktivisten, investiert Ihr Eure Zeit nicht dafür, dass die staatlichen Subventionen für die Massentierhaltungen abgeschafft werden? Dass das Schreddern von Küken endlich beendet wird? Dass Sojamilch nicht teurer besteuert wird als Kuhmilch?

In wenigen Jahrzehnten werdet Ihr Euch fragen, was Ihr getan habt, als die Welt brannte. Außer der Abgabe von dämlichen "Likes" oder "Wut"-Emojis.
Attila Hildmann hat es immerhin versucht. Sehr erfolgreich und zugleich auch nicht immer perfekt, vielleicht manchmal ziemlich daneben. Im Grunde spielt es gar keine Rolle. Denn nicht was Attila Hildmann tut, sollte Euer Handeln bestimmen. Sondern das, was Ihr selbst tun könntet!

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Kommentare

Piet
Kommentar #2 20.10.2017, 08:29 Uhr
Wäre schön, wenn ihr auchmal die Gründe der Kritik aufführt. Und die sind ja nicht ohne: http://indyvegan.org/attila-hildmann-rechtspopulismus-und-smoothies-fuer-den-frieden/ Es gibt mehr auf dieser Welt, als Veganismus. Veganismus ist wichtig. Aber das schützt niemanden davor auf anderen Ebenen unsozial zu sein.

Isabel Girau
Kommentar #1 30.06.2017, 05:01 Uhr
Hat was mit Neid zu tun.

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