Landwirtschaft

Sind Bio-Lebensmittel aus dem Discounter gut?

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Bild: K/Vegpool

Die biologische Landwirtschaft ist längst aus ihrem früheren Nischen-Dasein getreten. Längst bieten Supermärkte, Drogerieketten und auch Discounter Bio-Lebensmittel an. Inzwischen verkaufen Aldi, Lidl, Netto und Co sogar deutlich größere Mengen an Bio-Lebensmitteln, als der gesamte Bio-Fachhandel. Da stellt sich für manch einen Verbraucher die Frage, ob Bio-Produkte vom Supermarkt und Discounter die selbe Qualität haben, wie jene aus dem Bio-Fachhandel.

Die Qualitätsunterschiede zwischen Produkten aus dem Bio-Fachhandel und biologischen Produkten aus dem Discounter lassen sich allerdings nicht pauschal nennen. Bio-Lebensmittel müssen grundsätzlich gemäß der EU-Vorgaben kontrolliert und von einer Bio-Kontrollstelle zertifiziert werden. So soll sichergestellt werden, dass nicht jeder Landwirt seine konventionellen Lebensmittel einfach als „Bio“ vermarktet, um höhere Verkaufspreise zu erzielen.

Anbauverbände ergänzen die EU-Vorschriften

Lebensmittel, die eine Zertifizierung besitzen, können mit dem offiziellen Siegel der EU gekennzeichnet werden (Sterne auf einem grünen Blatt). Deutsche Produkte können zusätzlich mit dem sechseckigen Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Auch Bio-Produkte, die im Supermarkt und Discounter verkauft werden, müssen also die EU-Bio-Richtlinien einhalten.

Frische Karotten
Frische Karotten
Bild: woodleywonderworks, flickr.com Bildtitel: diversity in the carrot patch , CC-BY

Obwohl die EU-Bio-Richtlinien bereits eine deutliche ökologischere Anbaumethode vorschreiben, gehen einige Anbauverbände mit eigenen Zusatz-Siegeln teils deutlich darüber hinaus. Die größten Bio-Anbauverbände in Deutschland sind Bioland, Demeter und Naturland. Als besonders streng gilt Demeter, der als Vorreiter der Bio-Landwirtschaft gilt und schon ökologisch gewirtschaftet hat, als „Bio“ noch ein Fremdwort war.

Wer als Landwirt seine Produkte unter dem Siegel eines Bio-Anbauverbandes vermarkten möchte, muss also die Bio-Richtlinien und die zusätzlichen Kriterien des Anbauverbandes erfüllen. Bio-Lebensmittel mit Verbandssiegel gelten aus diesem Grund als besonders hochqualitativ und sicher.

Die größte Auswahl an Lebensmitteln mit Zertifizierung von Bioland, Demeter und Co findet man im Fachhandel. Allerdings tragen längst nicht alle Fachhandels-Produkte auch das Siegel eines Anbauverbandes. Gerade im Bereich Obst und Gemüse sowie bei den Eigenmarken stammen viele Lebensmittel aus klassischer EU-Bio-Landwirtschaft. Hier ist die Qualität somit nicht unbedingt besser als bei Produkten vom Discounter.

„Bio“ ist ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige

Unabhängig von der Art des Bio-Siegels gibt es aber viele weitere Kriterien, die Einfluss darauf haben, ob ein Bio-Lebensmittel auch wirklich gesund, sozial und umweltverträglich ist – und damit den ursprünglichen Bio-Gedanken entspricht. Große Bio-Händler und Discounter beziehen zum Beispiel durchaus Produkte aus weit entfernten Ländern (z. B. Kartoffeln aus Ägypten), während die regional erzeugte Produkte eher von Hofläden oder Inhaber-geführten Händlern angeboten werden.

Vollwertküche
Bio hat immer Vorteile gegenüber konventionellem Anbau
Bild: © shaiith - Fotolia.com

Ob ein Bio-Produkt besonders hochqualitativ ist, lässt sich daher nicht pauschal sagen. Wer besonders ökologisch, gesund und nachhaltig einkaufen möchte, sollte daher auf folgende Kriterien achten:

  • Bio-Produkte mit Siegel eines Anbauverbandes (z. B. Bioland)
  • Anbau in der Region oder zumindest im selben Land
  • saisonal einkaufen
  • auf wenig Verpackung achten (Bio-Ware aus dem Discounter ist meist in Plastik verpackt)
  • ggf. auf weitere Siegel achten, z. B. auf fairen Handel
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