Diät

Sollte man als Veganer einen "Cheat Day" einlegen?

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Lieber genussvoll als qualvoll
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Man kennt ihn aus vielen unterschiedlichen Diäten und Abnehm-Programmen: Den Cheat Day ("Schummeltag"). Am Cheat Day "dürfen" die Teilnehmer einen Tag lang alle Ernährungs-Vorsätze ignorieren und essen was sie möchten. Der Cheat Day hat dabei den Zweck, die Diät zu erleichtern und sich nicht allzu sehr zu quälen, um sein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Doch macht ein Cheat Day eigentlich auch Sinn, wenn man vegan lebt oder vegan werden möchte? Sollte man auch als Vegan-Einsteiger zum Beispiel einmal in der Woche einen Schummeltag mit Tierprodukten einlegen?

Grundsätzlich unterscheidet sich die vegane Lebensweise von einer Diät. Diäten haben meistens das Ziel, abzunehmen, Muskeln aufzubauen oder ähnlich. Den meisten Veganern geht es darum, ihrer Gesundheit nachhaltig etwas Gutes zu tun, die Umwelt nicht übermäßig zu belasten und keine Tiere quälen zu lassen. Auch wenn gesundheitliche Vorteile der veganen Lebensweise (auch fürs Normalgewicht) schon gut dokumentiert sind, geht es bei der veganen Lebensweise um eine Lebenseinstellung und nicht um eine Diät. Eine Diät ist meistens auf einen bestimmten Zeitraum angelegt - bis eben das gewünschte Ziel erreicht wurde.

Lieber Vielfalt als Cheat Day

Wer Veganer wird, sollte sich damit natürlich nicht quälen. Es gibt insbesondere auf emotionaler Ebene einige Ängste und Vorbehalte gegenüber der veganen Lebensweise, zum Beispiel die Sorge, von nun an auf bestimmte Lebensmittel verzichten zu müssen. Doch Veganismus ist kein Verzicht, wenn man nicht nur Lebensmittel vom Speiseplan streicht, sondern auch neue Lebensmittel entdeckt. Bei mehr als 300 einfach verfügbaren, rein pflanzlichen Grundzutaten ist das keine große Herausforderung. In Deutschland verwendet ein durchschnittlicher Haushalt nur etwa 20-40 Grundzutaten regelmäßig. Es gibt also gute Chancen, als Veganer vielfältiger zu essen als zuvor, als Fleischesser.

Frau beim EinkaufVielfalt braucht keinen Cheat Day
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Anders als bei manch einer Diät muss man sich daher beim Vegan-Umstieg nicht quälen. Viele Veganer berichten vielmehr sogar von einer Bereicherung des Speiseplanes und einer verbesserten Lebensqualität. Einfach deshalb, weil sie sich durch den Umstieg intensiver mit ihrer Ernährung befasst haben - und dadurch einen Einblick in die tatsächliche Vielfalt der veganen Ernährung bekommen konnten. Ein Cheat Day ist bei einer gut geplanten veganen Ernährung also nicht notwendig - ja teilweise sogar hinderlich.

Lieber ohne Frust gesund essen

Tatsächlich kann es sogar einfacher sein, ohne Cheat Day vegan zu werden, weil die Umstiegs-Motivation verringert werden kann, wenn zwischendurch wieder die alten Gewohnheiten ausgelebt werden. Tierprodukte schmecken einfach oft gut (und gewohnt), das ändert aber nichts daran, dass viele gute Gründe gegen Tierprodukte sprechen. Aus dem Grund ist es oft einfacher, die ersten 6-8 Wochen ganz konsequent vegan zu leben und sich wirklich auf neue Lebensmittel einzulassen. So gelingt es am besten, den inneren Schweinehund von der neuen Ernährung zu überzeugen und die zu einer neuen Routine zu gelangen. Wenn man hingegen nur von Cheat Day zu Cheat Day hungert und jeden Spaß daran vermisst, kann einem der Vegan-Umstieg viel schwerer fallen.

Statt einem veganen Cheat Day empfiehlt es sich eher, einen veganen Kochkurs zu besuchen, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen oder sich zu einem Mitbring-Brunch mit veganen Speisen zu verabreden. All dies kann die Motivation an einer vielfältigen, veganen Ernährung beträchtlich steigern. Und wer Lust auf vegane Ernährung hat, der braucht keinen Cheat-Day.

Wer die vegane Ernährung mit einer zusätzlichen Diät verbindet (zum Beispiel um Übergewicht abzubauen), der kann sich natürlich nach den entsprechenden Diät-Empfehlungen richten und zwischendurch auch mal einen Tag Zuckerzeug oder fetthaltige Lebensmittel verzehren. Mit Veganismus selbst haben diese Diäten aber meist nichts zu tun.

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Kommentare

17.03.2016, 20:33 Uhr
Eine gut geplant vegane Ernärhung, gelegentlich (1 x / Monat) mit einem Cheat Day ergänzt stellt für mich eine ideale Kombination dar. Zum einen sehr gesunde, vitalstoffreiche und abwechlunsreiche Küche. Angepasst an den aktuellen Leistungsbedarf. Zum anderen am Cheat Day eben mal nicht darauf achten. Genießen und schlemmen. Ob das jetzt mehr Süßigkeiten oder sonst was ist, darf ja jeder selbst entscheiden :) Denke für deine Diät ist das model eher ungünstig (dann lieber eine kontrollierten Refeed), aber so kann man auch probemlos Geburtstage, Festlichkeiten und Ausflüge einplanen. Ohne schlechtes Gewissen (wenn man sonst eben Fokus auf gesunde Ernärhung legt) :)
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