Fleisch und Umwelt


Fleisch galt noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als kostbares Sonntagsgericht, kam in vielen Familien nur zu besonderen Anlässen oder gar nicht auf den Tisch. Kein Wunder, denn die Fleischproduktion war aufwändig und teuer. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und mit dem Wirtschaftsaufschwung begann eine Zeit, die von Historikern als "Fresswelle" bezeichnet wird: Plötzlich gab es Lebensmittel im Überfluss zu erschwinglichen Preisen. Nun konnte man sich all die Lebensmittel kaufen, von denen man soviel gehört hatte. Des Vaters Sonntagsbraten wurde zum Alltags-Braten für die ganze Familie. Der Fleischkonsum verdoppelte sich binnen weniger Jahre und Fleisch wurde zu einem Massenprodukt.

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Heute gilt Fleisch als Grundnahrungsmittel und wird in Mengen verzehrt, die vor 100 Jahren noch unvorstellbar waren. Die Fleischproduktion verbraucht derartig viel Ressourcen, dass es unmöglich ist, alle Menschen auf der Welt mit Fleisch zu versorgen.

Energieverbrauch

Fleischproduktion: Getreideverbrauch Die Produktion von Fleisch ist nach wie vor ein extrem energie-intensiver Prozess: Die Tiere setzen nur einen Bruchteil des Futters in Fleisch um - die größte Menge wird verstoffwechselt. Kam früher handgemähtes Heu in die Raufe, so werden heute energiereiche Futtermittel aus Getreide und Soja verwendet - meist Importprodukte. Je nach Fleischsorte werden zwischen sieben und 15 Kilo Futtermittel verfüttert um ein Kilo Fleisch zu erhalten.

Wasserverbrauch

Fleischproduktion: Wasserverbrauch Auch der Wasserverbrauch ist enorm: werden für ein Kilo Getreide etwa 1500 Liter Wasser eingesetzt, so sind es bei einem Kilo Rindfleisch 5000 bis 20.000 Liter, je nach Produktionsweise. Zum Vergleich: einmal Duschen verbraucht ca. 40-50 Liter Wasser.

Während in Mitteleuropa der Umgang mit Wasser noch von Sorglosigkeit geprägt ist, sieht es in vielen Anbaugebieten für Soja und Getreide anders aus. Aufwendige Bewässerungssysteme müssen installiert werden und oft ist die Wasseraufbereitung ebenfalls mit hohem Energieeinsatz verbunden.
Übrigens: Die meiste Soja wird als Futtermittel angebaut - nur ca. 5% des weltweiten Ernteertrages wird zu Lebensmitteln verarbeitet.

Gentechnik

Keine Kennzeichnungspflicht besteht für Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden
Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Produkte von Tieren, die mit genetisch veränderten Futtermitteln gemästet wurden, müssen in Deutschland nicht extra gekennzeichnet werden. Da aber - wie schon oben beschrieben - oft das Zehnfache (oder mehr) des Gewichts an Futtermitteln investiert wurde, ist die "Hebelwirkung" beim Fleischkonsum ungleich höher.
Die Tierproduktion ist mit Abstand der wichtigste Anlass für die Verbreitung der "grünen" (landwirtschaftlichen) Gentechnik.


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