Vegane Familie

Kinder und vegane Ernährung


Die vegane Ernährung kann auch bei Kindern einen wichtigen Beitrag zur gesunden Entwicklung leisten. Sie kann ihre positiven Effekte aber nur entfalten, wenn sie den Bedürfnissen des Kindes voll und ganz gerecht wird. Säuglinge sollten sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden, rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stillen ist selbstverständlich vegan.

Grundsätzlich kann eine vegane Ernährung, ganz ohne Tierprodukte, bei Erwachsenen das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs senken und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Veganer essen in der Regel mehr Obst und Gemüse sowie ballaststoffreiche Lebensmittel, sie sind tendenziell bewegungsfreudiger und rauchen weniger als der Bevölkerungsschnitt. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung erreichen Veganer schnell ihr Idealgewicht und vermeiden gefährliches Übergewicht.

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Die Vorteile einer veganen Ernährung können auch für Kinder gelten.

Die American Dietetic Association kam in einer Veröffentlichung zu dem Schluss, dass vegetarische Ernährungsformen - einschließlich veganer Ernährung - nahrhaft und gesund sind, sofern sie richtig durchgeführt würden. Und zwar in jedem Lebensalter.

Vegane Ernährung bei Babys

Stillen

Die WHO empfiehlt, einen Säugling mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen, bevor zusätzlich Beikost gegeben wird. Eine längere Stillzeit hat Experten zufolge aber keine Nachteile für's Kind, weshalb viele Mütter ihr Kind mehr als ein Jahr lang stillen - so lange eben, wie Mutter und Kind dies wünschen.

Stillen ist vegan.
Veganer lehnen die Ausbeutung von Tieren ab, z. B. für die Milchproduktion. Sie meiden zudem ungesunde Tierprodukte und trinken keine artfremde Milch.
Muttermilch hingegen ist eine natürliche, den Bedürfnissen des Babys entsprechende Nahrung und wird auch von veganen Organisationen ohne Einschränkung als Babynahrung empfohlen.

Die meiste Babynahrung auf Basis von Obst und Gemüse enthält keine weiteren, tierischen Produkte und ist daher auch bei veganer Ernährung geeignet.
Um eine ausgewogene, gesunde Ernährung des Kindes sicherzustellen, empfiehlt es sich grundsätzlich (und bei jeder Ernährungsform), schon vor der Geburt einen umfassenden Ernährungsplan für die Zeit nach der Entwöhnung aufzustellen.
Bei Fragen und Unsicherheiten sollte ein geprüfter Ernährungsberater konsultiert werden, der sich mit der Ernährung von Kleinkindern auskennt. Das stellt eine bedarfsgerechte Versorgung des Kindes sicher - und sorgt für ein gutes Gefühl.

Verantwortlich mit gutem Gefühl

Milch

Die vegane Ernährung ist noch wenig verbreitet, doch die Vorteile einer bedarfsgerechten, pflanzenbasierten Kost wurden immer wieder von Ernährungsexperten bestätigt.

Dennoch: Viele vegane Mütter berichten von empörten Verwandten, die eine vegane Ernährung grundsätzlich als Fehlernährung empfinden. Diese Befürchtungen wäre zum Beispiel dann berechtigt, wenn Veganer - entgegen jeden gesundem Menschenverstand - ihrem Kind die Muttermilch verweigern und es mit Pflanzendrink ernähren wollten (solche Fälle sind extrem selten, finden aber eine große, mediale Resonanz und diskreditieren eine verantwortungsvolle, vegane Ernährung).

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Bei einer verantwortlichen Auseinandersetzung mit dem Thema und angemessener Rücksprache mit einem geprüften Ernährungsberater (z. B. in Bezug auf eine adäquate Versorgung mit Vitamin B12), sollte einer richtig gesunden, veganen Ernährung eines Babys oder Kleinkindes nichts im Wege stehen.

Vegane Ernährung bei Kindern

Die Ernährung macht nur einen Teil der gesunden Entwicklung aus. Das Bedürfnis nach sozialen Kontakten eines Kindes wirkt sich auch auf dessen Ernährung aus. Kuchen mit Ei auf der Geburtstagsfeier, Milcheis bei Omi, Ostereier im Kindergarten - eine ganz vegane Ernährung wird wohl kaum möglich sein. Und vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig. Wichtiger ist, raten Ernährungsexperten, dem Kind ein Vorbild zu sein, sein Interesse an gesunder Ernährung zu stärken und ihm die Freiheit für eine eigene Entscheidung zu überlassen, sobald es Hintergründe und Zusammenhänge verstehen kann.

Die Begeisterung für gesunde Lebensmittel kann gefördert werden, wenn das Kind in der Küche helfen darf, zum Beispiel Gemüse zerkleinern und - wenn es etwas älter ist - unter Aufsicht auch mal ein eigenes Süppchen kochen kann. Nicht ohne Grund haben die besten Köche schon als Kind selbst mitgekocht.


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Bitte beachten Sie: die hier veröffentlichten Informationen wurden nach bestem Wissen recherchiert, können eine professionelle ökotrophologische bzw. ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen und sollten nicht als einzige Informationsgrundlage für gesundheitliche Entscheidungen genutzt werden. Alle Angaben ohne Gewähr! Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.
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Kommentare

fifi3
Kommentar #1 28.09.2012, 20:18 Uhr
Kuhmilch kann sogar die Eisenaufnahme bei Säuglingen vermindern... siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenmangelan%C3%A4mie

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