PMU-Präparate: Östrogene aus dem Urin trächtiger Stuten

Wirkstoffe in PMU-Präparaten stammen aus dem Urin trächtiger Stuten (Symbolbild). Bild: pixabay.com

Frauen in den Wechseljahren und nach der Menopause wird vom Frauenarzt manchmal die Einnahme von sogenannten "konjugierten Östrogenen" empfohlen. Doch die hormonell wirksamen Wirkstoffe sogenannter "PMU-Präparate" stammen aus dem Urin trächtiger Stuten.

PMU steht für "Pregnant Mares Urine". Tausende Tiere werden auf Farmen extra dafür gehalten, um ihren östrogenreichen Urin aufzufangen. Organisationen sprechen von Tierquälerei.


Doch was ist daran eigentlich Tierquälerei, den Urin einer Stute aufzufangen? Müssen Stuten nicht sowieso ab und zu Wasser lassen?

Die Tiere werden offenbar auf engstem Raum gehalten. Der Verein "Provieh" spricht von Boxen mit einem Meter Breite und zwei Metern Länge. [1] Auf vielen Stutenfarmen sollen die bewegungsfreudigen Tiere die gesamte sechsmonatige Trächtigkeit angebunden in diesen engen "Ständern" verbringen.


Solche Zustände wären in Deutschland laut Tierschutzgesetz nicht zulässig, allerdings sollen große Pharma-Unternehmen die Wirkstoffe aus dem Ausland beziehen und so die Vorgaben des deutschen Tierschutzgesetzes umgehen.

Um die Konzentration der Hormone im Urin zu erhöhen, erhalten Stuten rationierte Mengen an Wasser, kritisiert die Organisation PETA. [2] Viele der Tiere leiden also offenbar Durst, damit die Konzentration an Östrogen im Urin höher ist.


Die Fohlen gelten - ähnlich wie Kälbchen in der Milch-Industrie - als "Ausschussprodukte". Sie werden nach 4 Monaten von ihrer Mutter getrennt. In der Natur werden Fohlen mindestens ein Jahr lang von ihrer Mutter gesäugt. Laut PETA sollen 2/3 der Tiere noch im Fohlenalter geschlachtet werden. Manche der Fohlen landen hingegen selbst in einer Stutenfarm.

Die Tierschutzorganisationen empfehlen, keine PMU-Präparate zu kaufen und stattdessen auf tierleidfreie Medikamente zurückzugreifen. Erkennbar sind PMU-Präparate auch anhand des Hinweises auf "konjugierte Östrogene".


Wir empfehlen unseren Lesern eine vegane Lebensweise nach dem "Pareto"-Prinzip - so gut es im Alltag geht.

Auch wenn dieser Artikel über die Hintergründe von Tierquälerei bei der Produktion von Hormonpräparaten informieren soll, stellt er keinerlei Empfehlung dar, eine vom Arzt verordnete Medikation eigenmächtig abzusetzen oder zu ändern.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

4,7/5 Sterne (12 Bew.)

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Letzter Beitrag: 23.04.2021, 17:14 Uhr


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Schlagworte: Medizin gut zu wissen Tierquälerei Tierschutz
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