Basiswissen

Unterschiede zwischen Vegetarismus und Veganismus

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Bild: Fotolia.com (bearbeitet)

Beim Fleisch sind sich Vegetarier und Veganer einig: Es kommt nicht auf den Teller. Auch bei vielen anderen Produkten vom toten Tier herrscht hier Einigkeit: Zum Beispiel greifen Vegetarier auf Süßigkeiten ohne Gelatine zurück, da Gelatine aus Schlacht-Nebenprodukten wie Schwarte und Knochen besteht. Und auch beim Lab im Käse sind Vegetarier zurückhaltend: es wird z. B. aus den Mägen geschlachteter Kälber gewonnen.

Zwar deutet der Begriff „Vegetarismus“ auf eine pflanzliche Ernährung hin (vegetable = pflanzlich), gemeint ist aber meist eine Ernährung ohne Produkte vom toten Tier, bei der aber durchaus Tierprodukte wie Milch und Eier verzehrt werden. Demgegenüber lehnen Veganer sämtliche Tierprodukte ab, darunter also auch Milch, Eier, Honig usw.

Veganismus: erweiterter Vegetarismus

Während sich Vegetarismus häufig in erster Linie auf die Ernährung bezieht, achten Veganer auch in anderen Lebensbereichen darauf, keine Tierprodukte zu nutzen – sei es bei Schuhen, Daunen oder Tierversuchen (wobei sich die persönliche Motivation natürlich unterscheidet).

Viele Veganer haben früher Fleisch gegessen und sich zunächst für eine vegetarische Ernährung entschieden. Darauf folgte dann – oft mehrere Jahre später – der Umstieg zur veganen Lebensweise. Veganismus ist aus dieser Sicht gewissermaßen der erweiterte oder konsequente Vegetarismus.

Die Motivation, Fleisch abzulehnen, entsteht häufig aus ethischen Gründen, meist in Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass Fleisch für eine gesunde Ernährung nicht erforderlich ist. Ein Tier zu töten, um es zu verspeisen, erscheint vielen Vegetariern und Veganern als ungerecht – zumal es allein dem Genuss dient und nicht der Gesundheit oder dem Überleben.

Die Empathie für Tiere ist durch die räumliche Trennung von den Mastanlagen und Produktionsorten meist abstrakt, so dass bloß die erschütterndsten Hintergründe in das öffentliche Bewusstsein dringen.

Ethik: Die Frage nach der eigenen Verantwortung

Mit der beginnenden Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung und ihren Auswirkungen gelangen immer mehr Aspekte der „Tierproduktion“ ins Bewusstsein.

Ein paar Auszüge:

  • Tiere leiden nicht nur im Schlachthof, sondern auch bei der Zucht, Mast und auf Tiertransporten.
  • Sogenannte „Nutztiere“ werden nach wirtschaftlichen Kriterien gezüchtet, „optimiert“ und gehalten. Natürliche Bedürfnisse der Tiere können in der Haltung nie komplett erfüllt werden, auch nicht in „Bio“-Betrieben.
  • Tierprodukte sind Energiefresser, da gigantische Mengen Futtermittel angebaut werden müssen, die zum größten Teil wieder ausgeschieden werden. Dies fördert die Abholzung von Urwäldern zur Gewinnung von Anbauflächen, sowie die Verbreitung der Gentechnik.
  • Wissenschaftliche Studien und Untersuchungen weisen auf gesundheitliche Gefahren hin, die vom hohen Konsum tierischer Produkte ausgehen (vor allem Fleisch und Milch).

Vegetarier und Veganer haben viel gemeinsam: Den Wunsch, Tiere nicht sinnlos zu quälen und die Natur zu erhalten. Meist kommen auch gesundheitliche Gründe zur Geltung. Der Unterschied zwischen Vegetarismus und Veganismus liegt in der Intensität der Auseinandersetzung und in der persönlichen Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen.

Da der Vegetarismus im allgemeinen Verständnis bereits den Verzehr von bestimmten Tierprodukten beinhaltete, hat sich der Begriff Veganismus für eine Lebensweise ohne Tierprodukte etabliert.

Weder Vegetarier noch Veganer können zu 100% „chemisch“ vegetarisch bzw. vegan leben. Vegetarismus und Veganismus weisen allein auf eine Motivation hin, bestimmte Umstände nicht aktiv zu unterstützen.

Nicht nur die Ernährung ohne Fleisch hat einen Namen. Der Begriff Karnismus gewinnt zunehmend an Bedeutung und weist auf die Weltanschauung bzw. Ideologie hin, die hinter dem Fleischverzehr steckt. » Was ist Karnismus?
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Kommentare

#2: hans wurst
07.12.2015, 14:30 Uhr
ich liebe Würste aber bin Veganer.
#1: Tim Siggelkow
02.06.2015, 08:40 Uhr
gefällt mir !! ist sehr hilfreich
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