Vegan-Einstieg

Worauf man als Vegan-Einsteiger achten sollte


Schön, dass Sie sich Gedanken rund um Ihre Ernährung machen. Vielleicht möchten Sie gesünder leben, etwas für den Tierschutz tun oder die Umwelt schützen. Vielleicht ja auch von allem etwas. Der Umstieg zur veganen Lebensweise ist für viele Menschen im Rückblick eine ihrer besten Lebensentscheidungen gewesen, soviel sei schonmal verraten! Doch worauf sollte man als Vegan-Einsteiger beim Umstieg achten?

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Auch wenn es mittlerweile eine große Anzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen rund um die vegane Ernährung gibt, bleiben doch hier und da Zweifel bestehen. Kann man mit einer veganen Ernährung seinen Bedarf an Protein, Eisen, Vitaminen und anderen Nährstoffen decken? Muss man seine Ernährung akribisch planen? Und was kann man denn nun ganz praktisch noch essen?

Fehlernährung und Zivilisationserkrankungen vegan vermeiden

Wir leben in einem Zeitalter, in dem Lebensmittel so einfach verfügbar sind, wie nie zuvor. Wir müssen nur im Supermarkt einkaufen gehen und können uns satt essen. Unsere Urgroßmütter hätten uns vielleicht sogar ausgelacht, wenn wir uns angesichts dieser Fülle an Lebensmitteln Sorgen wegen einer Mangelernährung gemacht hätten. Die wohl größten Ernährungs-Gefahren – gemessen an der Zahl der Betroffenen – gehen heute von einer Fehlernährung aus!


Vegan gesund lange leben
Bild: © Warren Goldswain - Fotolia.com

Viele Zivilisationserkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und einige Krebsarten hängen direkt oder indirekt mit einer ungesunden Ernährung zusammen. Tierprodukte, Zucker und Fett scheinen dabei eine Hauptrolle zu spielen. Die Wissenschaft steht hier erst am Anfang, doch Studien wie die China Study haben bereits vor Jahren deutliche Hinweise auf Tierprodukte als Gesundheitsrisiko gegeben (die China-Studie wird u. a. im Film Gabel statt Skalpell behandelt).

Klug vegan werden – ohne Hysterie

Wenn Sie also vegan umsteigen möchten, dann sollten Sie sich klug, aber nicht hysterisch mit Ihrer Ernährung beschäftigen. Sie müssen kein Ernährungswissenschaftler sein, um sich ausgewogen, vielfältig und genussvoll zu ernähren. Holen Sie sich am besten Tipps in veganen Online-Foren, gehen Sie zu Vegan-Stammtischen und kaufen Sie sich zunächst 1-2 gute, inspirierende vegane Kochbücher.

Vegan kochen - lecker!
Vegane Vielfalt entdecken und genießen
Bild: © xalanx - Fotolia.com (bearb.)

Vegane soziale Kontakte helfen Ihnen über die Umstiegszeit hinweg und bieten inspiration und Spaß. Außerdem bleiben Sie so fast automatisch auf dem aktuellen Stand über neue Erkenntnisse rund um die Ernährung. Verabreden Sie sich zu Kochabenden und besuchen Sie vegane Kochkurse, um neue Lebensmittel zu entdecken und die wahre Vielfalt der veganen Ernährung zu entdecken, die sich manchmal etwas hinter den Umstiegs-Sorgen verbirgt.

Tipps: Ja – Panikmache: nein.

Wenn Sie gerade den Vegan-Umstieg in Angriff nehmen, werden Sie wahrscheinlich hin und wieder Tipps und Ratschläge von offenkundig besorgten Menschen erhalten. Diese Ratschläge sind in der Regel gut gemeint, oft aber nicht fundiert. Viele Menschen haben Sorge vor dem Unbekannten und lehnen Veränderungen ab. Derlei Tipps haben meist nur den Zweck, Sie von einer Umstellung abzuhalten. Nehmen Sie fundierte Ernährungsinformationen ernst, aber lassen Sie sich nicht irritieren.

Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie in den ersten Jahren der veganen Ernährung auch jährlich einen Bluttest machen lassen – auch zur eigenen Beruhigung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt hierzu beraten. Bedenken Sie aber, dass Ärzte in der Regel kurativ arbeiten und in Ernährungsfragen meist nicht intensiv ausgebildet wurden. Ihr erster Ansprechpartner bei Ernährungsfragen sollte ein ausgebildeter Ernährungsberater sein.

Nahrungsergänzung und Co.

Ein häufig diskutiertes Thema beim Vegan-Umstieg ist die Versorgung mit Vitamin B12. Es gibt gute Gründe, Vitamin B12 in Tablettenform einzunehmen, da ein B12-Mangel dauerhafte Schäden verursachen kann – übrigens auch bei Nicht-Veganern. Vegane B12-Präparate sind heute zu günstigen Preisen in Vegan-Shops, Drogeriemärkten und im Online-Versandhandel erhältlich. Meist reichen 1-2 Tabletten in der Woche.

Gesunde Ernährung und Sport
Gesund vegan ernähren und ausreichend Sport treiben
Bild: Fotolia.com (bearb.)

Die Einnahme von B12 ist vergleichbar mit der Einnahme von Jod über angereichertes Jodsalz. Sie dient dazu, einen heute nicht immer verfügbaren Nährstoff ausreichend aufzunehmen. Vitamin B12 ist übrigens nicht tierisch, sondern wird von Mikroorganismen gebildet. Lassen Sie sich also auch hier nicht verrückt machen.

Was ist Ihre vegane Haupt-Motivation?
Gesundheit
Umweltschutz
Tierschutz / Ethik
Sonstige

Ob Sie darüber hinaus weitere Präparate wie Vitamin D aufnehmen sollten, wird Ihnen Ihr Arzt oder Ernährungsberater sagen können. Wer sich ausgewogen ernährt, Sport treibt und oft in der Sonne ist, braucht in der Regel keine weiteren Präparate.

Gelassenheit macht den Vegan-Einstieg leicht

Genießen Sie den veganen Umstieg, lassen Sie sich von vielen neuen Rezepten inspirieren und knüpfen Sie Kontakte zu Gleichgesinnten. Um langfristig von den Vorteilen einer veganen Ernährung zu profitieren, sollten Sie den veganen Lifestyle natürlich nicht überbewerten. Machen Sie sich klar, wie groß Ihr Einfluss (auch Ihr Einfluss als „Vorbild“) ist –aber lassen Sie sich nicht täuschen. Leben Sie pragmatisch und gelassen vegan – für sich, für Umwelt und Tiere.


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