Rezension: „Vegan Kochen mit Ente“

Das vegane Kochbuch
Das vegane Kochbuch Bild: K/Vegpool

Die Gründe, sich vegan zu ernähren, sind vielfältig: Die einen Veganer möchten sich gesund ernähren, die anderen wollen die Umwelt schonen und vielen geht es in erster Linie darum, Tiere freundlicher zu behandeln oder gar nicht erst zu nutzen. Oft ist schon einer dieser Anlässe Grund genug, sich vegan zu ernähren. Durch intensivere Beschäftigung mit der veganen Lebensweise wird die Entscheidung später oft noch durch weitere Argumente untermauert.


War es vor 10 Jahren noch mit etwas Rechercheaufwand verbunden, vegane Rezepte zu finden, so findet man heute eine riesige Auswahl an veganen Kochbüchern in unterschiedlichster Aufmachung und mit den unterschiedlichsten Zielgruppen. Kochbücher für Junge und Alte, für Normalbürger und Linksalternative, für Umweltschützer und Gesundheitsfreunde. Und eben auch für Vegan-Einsteiger, Antispeziesisten und Autonome.


„Vegan Kochen mit Ente“ hat mit Geflügel-Rezepten nichts zu tun. „Ente“ ist das Pseudonym des Autors, der seinen wahren Namen nicht nennen mag und sich im Buch nur vermummt, aber mit Schneebesen und Nudelholz „bewaffnet“ präsentiert. Laut Vorwort setzt er sich für antispeziesistische Arbeit ein und will seine Anteile des Erlöses aus dem Buchverkauf in die tierrechtlerische bzw. vielmehr „antispeziesistische“ Arbeit fließen lassen. Lebenshöfe, Solidarität, Antirepression und viel mehr! Wichtige Themen mit viel Ernsthaftigkeit, kommuniziert in gewissenhafter Sprache. Im Internet betreibt „Ente“ auch einen veganen Rezepte-Blog.

Der Begriff „Antispeziesismus“ wird von Tierrechtlern analog zu Antirassismus und Antisexismus verwendet. Es geht grob darum, Tiere nicht aufgrund ihrer Artzugehörigkeit zu benachteiligen. Mehr Infos über Speziesismus und Antispeziesismus finden Sie hier.

In „Entes“ Ringheftlein enthalten sind authentische Rezepte für den Alltag. „Ente“ wollte, so schreibt er, einfache Rezepte kreieren, für die man nicht erst diverse Spezial-Läden besuchen muss. Das hat den einfach Vorteil, dass die meisten seiner veganen Rezepte auch für Koch- und Vegan-Einsteiger geeignet sind, die ihren Hunger schnell und schmackhaft aber ohne größeren Aufwand bezwingen wollen. Rustikale Küche, pragmatisch und nach Vokü-Art. (Vokü = Volksküche).


Enthalten sind Anleitungen für Seitan-Burger und -Spieße, Tofu-Fleischsalat, Canneloni und Vieles mehr. Toll für gemeinsame WG-Kochabende oder für ein schnelles Mahl nach der Arbeit bzw. Demo. Die Rezepte sind mit kleinen, Appetit anregenden Fotos illustriert.

Ein Glossar gibt einen schnellen Überblick über die im Buch verwendeten „Fachbegriffe“. Z. B.: „Ablöschen: Flüssigkeit […] in etwas Brutzelndes kippen, damit es aufhört zu brutzeln.“ (S. 5). Herrlich!


„Vegan kochen mit Ente“ ist ein Buch direkt aus der Szene, alternativ, ein bisschen autonom und anarchistisch, Szenesprache und eigenwillige aber wirklich nette Aufmachung. Wer durch-gestylte Kochbücher mit ausgefeilten Rezepten und ganzseitigen, professionellen Fotos bevorzugt, greift besser auf Titel von Attila Hildmann oder Björn Moschinski zurück.

Das Ringheft ist Ende 2012 bei Compassion-Media erschienen und im Buchhandel erhältlich. Es kostet 10 Euro.


Das Rezensionsexemplar wies einen Fehler in der Bindung auf – die Rückseite war zuvorderst angeheftet, was aber dem Koch- und Lesespaß keinen Abbruch tut.

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Autor: Kilian Dreißig
Veröffentlichung:

5,0/5 Sterne (1 Bew.)
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Schlagworte: Rezension Kochbücher vegan


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