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Kriterien für vegane Produkte

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Die Kriterien für vegane ProdukteDie Kriterien für vegane Produkte
Bild: © shaiith - Fotolia.com (Foto)


Wann ist ein Produkt vegan? Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Zutat wirklich als „vegan“ bezeichnet werden kann?

Ganz klar: Tierprodukte wie Fleisch, Milch, Eier, Honig oder Gelatine, sowie Daunen, Wolle, Leder und Seide (sowie einige weitere) sind nicht vegan. Auf diese Kritien bauen praktisch alle Vegan-Siegel auf, also auch die immer verbreiteteren, „selbst gemachten“ Siegel von Unternehmen.
Die Vegan Society, die auch das weit verbreitete Siegel „Veganblume“ vergibt, geht noch weiter. Sie verlangt, dass auch bei der Produktion keine tierischen Produkte eingesetzt werden. Das bezieht sich z. B. auf Klebstoffe bei der Verpackung (z. B. Kasein) oder Trägerstoffe (z. B. Gelatine) – zumindest soweit möglich und praktizierbar.

Wie weit geht vegan?

Doch was ist „praktizierbar“? Was ist, wenn Gemüse mit Gülle gedüngt wurde, oder Fruchtsaft mit Gelatine geklärt? Dass Gülle und Gelatine Tierprodukte sind, steht schließlich außer Frage.
Sind solche Produkte, die mit Hilfe von Tierprodukten erzeugt wurden, also vegan?

Bei der Beantwortung dieser – zugegeben abstrakten und recht verkopften – Fragen wird man feststellen, dass eine genaue Abgrenzung kaum möglich ist. Wäre zum Beispiel Sojajoghurt vegan, der zwar aus pflanzlicher Sojamilch, aber mit Joghurt-Bakterien aus Milchbasis produziert wurde? Und wie sieht es aus, wenn die Bakterien zwar auf pflanzlicher Basis, die Rohstoffe dieser Basis aber mit Gülle gedüngt worden wären? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Praxis: 99%, Ziel: 100%

Es zeigt sich recht bald, dass eine hundertprozentige, vegane Lebensweise unmöglich ist. Es gibt keine Kriterien, die umfassend und allgemein beschreiben könnten, welche Produkte wirklich ganz vegan sind.
Je intensiver man sich mit der Frage nach den Vegan-Kriterien beschäftigt, desto deutlicher wird auch, dass es gar nicht in erster Linie um Inhaltsstoffe geht, sondern auch um die Motivation, vegan zu werden. Vegan leben bedeutet, bestmöglich und praktikabel vegan zu leben. Wie weit das geht, entscheidet jeder für sich.

Den meisten Veganern geht es um GesundheitTierschutz und Umweltschutz – und für diesen Zweck orientieren sie sich an den Möglichkeiten, die der Alltag ohne übermäßige Anstrengungen bietet. Der Konsum von Sojajoghurt statt Milchjoghurt, Seitan statt Fleisch und Sojamilch statt Kuhmilch. Gemäß dem Paretoprinzip können mit 20% Einsatz schon 80% Leistung erzielt werden.

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Kommentare

#1: Reber Heinrich
10.05.2016, 17:15 Uhr
Zufälligerweise bin ich auf diese Website gestossen... Faszinierend was da alles für "Problemchen" gewälzt werden. Selbst wenn man "bewusst" lebt macht das Ganze einen sektierischen Eindruck der mit der Entwicklung der Menschheit in keinem Zusammenhang mehr steht. Mit Umwelt usw hat es per Saldo wenig zu tun. Es ist eine "pervertierte" Lebensweise die nur in einer vom Überfluss geprägten Welt überhaupt möglich ist. Ginge es ums reine Überleben wie in der Natur üblich würden sich die erwähnten Probleme von selbst und schnell lösen.
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