Argumente

Auf seinen Verstand hören – und vegan werden


Dass der Einstieg in die vegane Ernährung zumindest theoretisch ganz leicht ist, haben wir an verschiedener Stelle auf Vegpool schon dargestellt. Die größten Hürden bei der Vegan-Umstellung sind eher psycholischer Art. Es sind Ängste vor einer Umstellung und vor sozialer Ausgrenzung durch Mitmenschen. Ein Mix daraus kann dazu führen, dass die Entscheidung zur veganen Ernährung immer wieder verschoben wird. Dabei gibt es gute Gründe, hier einfach konsequent seinen eigenen Weg zu gehen.

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Es gibt so viele gute Argumente für eine vegane Ernährung, dass man sich fast schon Mühe geben muss, sie nicht wahrzunehmen. Die unmenschliche, herzlose Tierquälerei in Massentierhaltungen, die extreme Umwelt- und Klimabelastung durch die Erzeugung von Tierprodukte und auch die Auswirkungen auf die Gesundheit... all das sind Gründe, die sich inzwischen nur noch schwer von der Hand weisen lassen.

  • Veganer essen keine Tierprodukte, für die Tiere eingesperrt oder getötet wurden. Damit ist Veganismus die einzige wirklich tierfreundliche Ernährungsform.
  • Veganer leben deutlich effizienter und ökologischer. Beim „ökologischen Fußabdruck“ spielt die Ernährung mit Tierprodukten eine sehr wichtige Rolle.
  • Viele Zivilisationserkrankungen entstehen durch den hohen Verzehr von Tierprodukten. Die WHO hat rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte sogar als potentiell krebserregend eingestuft. [1]
  • Die meisten Menschen auf der Welt (nämlich ca. 75% [2]) haben eine Laktoseintoleranz, sie vertragen also keine Kuhmilch. Ein deutlicher Hinweis dafür, dass Milch kein natürliches Nahrungsmittel ist.
  • ...unzählige weitere Gründe für eine vegane Ernährung stellen wir auf Vegpool vor.

Vegane Argumente: Es geht ums Prinzip

Selbst wenn die genauen Zahlen einzelner Studien nicht immer deckungsgleich sind, so ist das Prinzip doch dasselbe. Es macht argumentativ keinen großen unterschied, ob für ein Kilo Rindfleisch 10.000 oder 20.000 Liter Wasser eingesetzt werden müssen – es ist schlicht zuviel. Es ist nicht in erster Linie relevant, ob der Methan-Ausstoß der sogenannten Nutztiere 21 mal oder 19 mal klimaschädlicher ist als Kohlenstoffdioxid. Es ist der wichtigste Grund für den Klimawandel, noch vor Flugzeugen, Schiffen, LKW und Autos.

Trockenheit ist auch eine Folge des Klimawandels
Der Klimawandel geht vor allem auf das Konto der weltweiten Tierhaltungen
Bild: Nagarjun Kandukuru, flickr.com (bearb.), CC-BY

Ebenso ist bei der Entscheidung, vegan zu werden, nicht so wichtig, ob der hohe Verzehr von Tierprodukten eher Allergien, Übergewicht oder doch eher Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslöst. Jeder Tote, der durch den Verzehr von Fleisch, Milch und Eiern sterben muss, ist einer zuviel. Und der hohe Verzehr von Tierprodukten steht – zusammen mit Weißmehl, Fett und Zucker – sehr weit oben auf der Liste der größten Verursacher von Zivilisationserkrankungen.

Sich nicht verunsichern lassen

Veganer kennen es bestimmt, dass sie in Diskussionen oft über Grenzfälle und „Ausnahmen“ befragt werden. „Was, wenn Insekten gar nichts fühlen?“; „Dürfen Veganer überhaupt Erdöl nutzen?“ und so weiter.
Es ist – auch wenn es meistens bestimmt nicht böse gemeint ist – ein klassisches Mittel, um vom eigentlichen Inhalt einer Diskussion abzulenken. Abzulenken von den unübersehbaren Argumenten. Es ist ein klassisches Mittel des „Rabulismus“, also der „Kunst“, immer Recht zu behalten.


Die Schlachtung von Tieren wird oft verdrängt.
Bild: K/Vegpool

Dabei muss auch nicht jeder Veganer alle genauen Zahlen zu Tierschutz, Umwelt und Gesundheit jederzeit parat haben – es genügt vollkommen, die Grund-Prinzipien einer tierfreundlichen, ökologischen und gesunden Lebensweise zu verstehen. Es geht auch nicht darum, 100% vegan zu leben, sondern darum, das zu tun, was ohne Probleme im Alltag möglich ist.

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Aus dem Grund muss man kein Wissenschaftler sein, um sich als Einsteiger vegan zu ernähren. Es ist sogar eine gute Idee, sich nicht nur nach der Mehrzahl der Menschen und ihren Gewohnheits-Argumenten zu richten, sondern nach seinem eigenen Kopf und Verstand. Denn Tierquälerei, Umweltzerstörung und Zivilisationskrankheiten gedeihen auf dem, was oft als „normal“ akzeptiert wird (oder vielmehr verdrängt wird). Die wenigsten gesellschaftlichen Vordenker waren jedermanns Freund. Die eigenen Argumente und Beweggründe sollten natürlich immer wieder hinterfragt und überprüft werden – ebenso wie die eigenen Angewohnheiten.


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