Vegan werden – ein guter Einstieg


Schön, dass Sie sich Gedanken machen, vegan zu werden! Für viele Menschen gilt die Umstellung zur veganen Ernährung rückblickend zu den besten Entscheidungen ihres Lebens. Dennoch bedeutet die Umstellung auf eine vegane Lebensweise auch, eigene Gewohnheiten umzustellen.

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Vegan leben
vegan werden
Bild: Warren Goldswain
Vielleicht sind Sie noch unsicher, ob Ihnen eine vegane Ernährung gut bekommt, ob vegane Lebensmittel überhaupt schmecken und ob Sie sich als Veganer womöglich sozial ausgrenzen. Andererseits werden Ihnen sicherlich schon viele Gründe für die vegane Lebensweise bekannt sein.

Was bedeutet es, vegan zu leben?

Veganer lehnen sämtliche Tierprodukte ab. Dazu gehören Fleisch, Milch, Eier, Leder, Wolle und Seide, aber auch Honig und Bienenwachs.
Tierprodukte werden manchmal auch in Lebensmitteln wie Saft, Kaugummi und Wein eingesetzt, oftmals auch als Hilfsstoff, der im Produkt später nicht mehr enthalten ist (zum Beispiel Gelatine zur Klärung von Saft).

Der Gedanke, auf all diese Produkte in Zukunft zu „verzichten“ mag demotivierend sein. Doch denken Sie daran, dass ein durchschnittlicher Haushalt wohl kaum mehr als 10 Gerichte regelmäßig zubereitet: Pasta, Reis, Pizza und Co mit verschiedenen Soßen und in verschiedenen Varianten. Dabei werden insgesamt kaum mehr als 20 Grundzutaten verwendet.

Erstellen Sie doch einmal eine Liste mit den Gerichten, die Sie regelmäßig verzehren. Dadurch erhalten Sie einen realistischen Überblick über das, was ohnehin schon vegan ist – und was Sie durch andere Lebensmittel ersetzen können.

In Europa stehen über 300 unverarbeitete Grundzutaten zur Verfügung, von denen im alltäglichen Leben nur ein winziger Bruchteil tatsächlich verwendet wird (interaktive Übersicht). Von Verzicht kann angesichts dieser Fülle an Lebensmitteln also keine Rede sein.

Veganismus ist keine Verpflichtung

Niemand zwingt Sie, vegan zu werden. Entscheiden Sie sich aus gutem Gewissen (und guten Gründen) dazu und genießen Sie die Vorteile einer gesunden Ernährung.
Doch übertreiben Sie es nicht: Der Versuch, chemisch zu 100% vegan zu leben, ist zum Scheitern verurteilt. Investieren Sie 20% Energie um zu 80% vegan zu leben. Gehen Sie so weit, wie es Ihnen Freude bereitet und lassen Sie sich Zeit.
3 Wichtige Grundregeln für den Einstieg in die vegane Lebensweise:

  • Nehmen Sie es auf die leichte Schulter Vegan werden ist eine gute Entscheidung, die sich lohnt. Lassen Sie sich deshalb nicht aus der Ruhe bringen. Auch wenn die Neugier groß ist und man manchmal am Liebsten sofort alles ganz perfekt machen würde, führt zu große Anstrengung schnell zu Frustration. Das ist es nicht wert. Also: Lassen Sie sich Zeit und nehmen Sie die Entscheidung auf die leichte Schulter.
  • Vegan werden mit Genuss Begreifen Sie die Umstellung als Chance, sich einmal ganz bewusst mit der eigenen Ernährung zu beschäftigen. Halten Sie die Augen offen und probieren Sie neue Lebensmittel aus, die Sie sonst vielleicht immer übersehen haben. Schauen Sie auf dem Markt oder im Bioladen einmal, welche Vielfalt an Obst, Gemüse und Getreide es gibt. Vergessen Sie nicht Pilze, Kräuter, Gewürze und die vielen vielen weiteren Lebensmittel, die natürlich auch Veganern zur Verfügung stehen.
  • Bleiben Sie in Kontakt Tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus. Suchen Sie neue Kontakte, z. B. im Vegan-Forum. Genießen Sie die Gesellschaft mit anderen Gleichgesinnten. Und lassen Sie sich nicht irritieren, falls es im Umfeld mal ein paar dumme Kommentare gibt.

Gründe für die vegane Lebensweise


Bild: Sunny studio
Die unterschiedlichsten Gründe motivieren Menschen dazu, vegan zu leben. Manche Menschen mögen kein Fleisch und haben eine Laktose-Intoleranz. Andere lehnen die Nutzung und Tötung von Tieren ab. Auch die ökologischen Auswirkungen der Produktion tierischer Produkte führt oft zur Entscheidung, sich vegan zu ernähren. Meist sind es mehrere Gründe, die Menschen motivieren, vegan zu werden.

Veganer werden – gesund leben

Die Ernährung hat einen wichtigen, oft unterschätzten Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Während der Verzehr von Fleisch früher als notwendig galt und auch Kinder deshalb häufig zum Fleischverzehr gedrängt wurden, finden Ernährungswissenschaftler heute immer mehr Hinweise, die gegen den Verzehr von Fleisch sprechen. Demzufolge kann der häufige Verzehr von Fleisch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Krebs beitragen. Häufig genannte Risiken des Fleischverzehrs sind Übergewicht und hohe Cholesterinwerte.

Auch der Milchkonsum steht immer wieder in der Kritik. Zwar enthält Milch hohe Mengen an Calcium, doch bei der Verdauung des tierischen Proteins entstehen schwefelhaltige Aminosäuren, die die Aufnahme von Calcium verringern – und den Knochen sogar Calcium entziehen können (siehe z. B. Die Milchlüge, NDR). Manche Wissenschaftler sehen Fleisch und Milch inzwischen sogar als wesentliche Ursache für weitere Zivilisationskrankheiten. Mehr Infos dazu.

Vegan werden und Tiere schützen

Küken mit Ei
Bild: © Anatolii - Fotolia.com
Der Umgang mit so genannten Nutztieren ist für viele Menschen – nicht nur für Veganer! – inakzeptabel. Tiere in dunklen Ställen auf Gitterböden einzusperren, ihnen Sonnenlicht, natürliches Futter und artgemäßes Verhaltensweisen zu verwehren, widerspricht oft dem eigenen Anspruch an Gerechtigkeit und Fairness, zumal längst klar ist, dass eine Ernährung ohne Fleisch gesund und schmackhaft sein kann. Undercover-Aufnahmen zeigen immer wieder, dass sich trotz Protesten auch über Jahrzehnte hinweg wenig gebessert hat. Die vegane Lebensweise ist wohl das effektivste Mittel gegen Tierquälerei.

Vegan leben und die Umwelt schonen

Die Aufzucht von so genannten Nutztieren verschlingt Unmengen an Futtermitteln, für deren Anbau riesige Landflächen benötigt werden. Der Anbau von Futtermitteln ist ein wesentlicher Grund für die Rodung von Urwäldern.

Soja wird übrigens zu ca. 95% als Futtermittel verwendet. Nur ca. 2,5% werden als Lebensmittel genutzt.

In Deutschland müssen Produkte gekennzeichnet werden, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden. Nicht gekennzeichnet werden müssen aber Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden! Da für Tierprodukte große Mengen Futtermittel eingesetzt werden – ca. das 10-fache dessen, was man „direkt“ verzehren würde – öffnet die Tier-Industrie der „grünen Gentechnik“ Tür und Tor. Gentechnik und Tierprodukte.


Vegan werden leicht gemacht

Vegan zu leben bedeutet, sich bewusst mit seiner Lebensweise auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen. Nach einer gewissen Umgewöhnung wird sich das Vegan-Sein ganz normal anfühlen. Man findet neue Lieblingsgerichte, lernt neue Zutaten kennen und entdeckt oftmals auch die Freude am Zubereiten, Kochen und Backen.

Gleichgesinnte finden – mit Freude vegan werden

Die Vorteile der veganen Ernährung werden immer bekannter und immer mehr Menschen entscheiden sich, vegan zu leben. Es ist teilweise gar die Rede von einem Vegan-Boom. Dennoch stellen Veganer in der Gesellschaft noch eine Minderheit dar.

Sicher ist es möglich, „ganz allein“ vegan zu werden, doch mehr Freude macht der Austausch.
Gerade in der Anfangszeit ist es deshalb hilfreich, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, insbesondere, falls von Familie und Partner keine Unterstützung zu erwarten ist (Vegan in der Partnerschaft). Dies kann online in Foren geschehen, oder auch durch Teilnahme an Vegan-Stammtischen, an Kochkursen, Vorträgen und Freizeiten.

Wie überall gibt es auch unter Veganern die unterschiedlichsten Menschen und Anlässe... von schicken Gourmet-Abenden bis hin zur politischen Volksküche mit Kartoffeln vom Acker eines befreundeten Bauern.
Suchen Sie sich das soziale Umfeld, in dem Sie sich wohl fühlen!

Vegane Alternativprodukte: Ganz normal, aber vegan

Vegan kochen - lecker!
Vegan werden schmeckt dem Gewissen!
Bild: © xalanx - Fotolia.com (bearb.)
Wer gerne Tierprodukte verzehrt hat, aber die ökologischen und ethischen Vorteile einer veganen Ernährung nutzen möchte, kann vegane Alternativprodukte nutzen. In immer mehr Supermärkten und Discountern – und natürlich im Biomarkt – findet man eine wachsende Auswahl an Schnitzeln, Aufschnitt und Bolognese auf rein pflanzlicher Basis. Diese Produkte schmecken oft so authentisch, dass auch Fleischesser keinen Unterschied bemerken.

Alternativprodukte können den Umstieg auf eine vegane Ernährung erleichtern, da so die Ernährungsgewohnheiten großteils beibehalten werden können. Allerdings kann es durchaus Spaß machen, ganz eigenständige, vegane Gerichte zu kreieren, statt auf „Nachgemachtes“ zu setzen. Eine Fülle an veganen Rezepten und Anregungen findet man im Internet (z. B. in Vegane Blogs) und in zahlreichen veganen Kochbüchern.

Interessante, bewertete Produkte finden Sie auch in der Produktvorstellung.

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Vegan leben: Chance und Bereicherung

Begreifen Sie die Umstellung auf eine vegane Lebensweise als Chance und Bereicherung. Sicherlich werden sie in den ersten Tagen noch das ein oder andere Tierprodukt vermissen. Niemand verbietet es Ihnen! Doch je mehr Sie sich auf die vegane Lebensweise einlassen, je mehr Sie ausprobieren und Kontakt zu Gleichgesinnten aufnehmen, desto leichter wird es Ihnen fallen, neue Lieblingsspeisen zu finden und die Vorteile der veganen Ernährung zu genießen.

  • Tipps rund ums Vegan werden finden Sie auch im Vegan-Forum auf Vegpool.
  • Unterstützung beim Vegan-Einstieg bietet der vegane Online-Kurs vom Vegpool-Gründer Kilian Dreißig.

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Kommentare

Why
Kommentar #2 27.11.2016, 21:22 Uhr
Ich hoffe Veganer werden wird nicht die neue Mode.
Ich bin dafür, weniger Fleisch zu essen und sehr wenig tierische Produkte.

Jeder soll machen wie er oder sie sich wohl fühlt.

NikolaiW
Kommentar #1 22.01.2016, 20:44 Uhr
Coole Tipps. Genau diese Informationen und Motivation helfen Menschen den 1. Schritt zu machen. Denn nur wer anfängt, kann auf dem Weg zu seiner eigenen veganen Ernährung, sich selbst weiter entwickeln.

Make a vegan change!

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