Ökologischere Landwirtschaft

Das bedeuten die "Neuen Bauernregeln"

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Die "Neuen Bauernregeln" weisen auf die Gefahren durch Agrar-Industrie hin.Die "Neuen Bauernregeln" weisen auf die Gefahren durch Agrar-Industrie hin. Bild: Grafiken: BUMB, Bearbeitung: K/Vegpool

Dass Landwirtschaft nachhaltig und ökologisch erfolgt, ist im Interesse aller Menschen in Deutschland. Selbstverständlich auch im Interesse der Bauern. Dennoch gehört die industrielle Agrarwirtschaft zu den größten Umweltverschmutzern in Deutschland.
Tierhaltungen gelten weltweit sogar als Klimakiller Nummer eins. Dazu kommen die Auswirkungen des Futtermittel-Anbaus (Flächenrodung, Urwald-Abholzung, Wasserverbrauch, ...) und die Belastung der Böden mit schier unendlichen Massen an nitrathaltiger Gülle, die von den Industrie-Bauern einfach auf den Äckern entsorgt werden.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BUMB) hat aus diesem Grund eine Kampagne gestartet, um Landwirte und Verbraucher auf die Vorteile einer nachhaltigeren Landwirtschaft hinzuweisen. Für die Umwelt, die Artenvielfalt und damit auch für die Allgemeinheit.

Dazu hat das Ministerium auf der Seite Neue Bauernregeln 11 Postkarten-Motive veröffentlicht, die auf humorvolle und informative Weise zeigen, wo die Gefahren der industriellen Landwirtschaft stecken - und welche Auswege es gibt.

Agrar-Industrie ist die Haupt-Ursache für das Artensterben. Bild: ndboy (bearb.) Bildtitel: bee, CC-BY

Hier erklären wir Ihnen, was die einzelnen Bauernregeln bedeuten.


"Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein".
Die meisten Schweine in Deutschland werden auf engstem Raum gemästet. In der Enge und auf den glitschigen Spaltenböden verletzten sie sich häufig. Wunden werden von ihren Artgenossen beschnuppert und oft auch angeknabbert. Der hohe Gehalt an Ammoniak in der Stall-Luft sorgt für Verätzungen der Atemwege. Kurz: Deutsche Massentierhaltung ist praktisch immer herzlose Tierquälerei.
Der Verbraucher bekommt davon nichts mit, denn die Produkte werden mit grünen Auen und Comic-Tierchen vermarktet. Systematische Verbrauchertäuschung ist Alltag in der Tier-Industrie.

5 neue Bauernregeln zum Artenschutz.

Der Artenschutz und die Biodiversität stehen beim BUMB offenbar hoch im Kurs. Gleich fünf neue Bauernregeln haben die Macher der Kampagne hierzu vorgeschlagen.

"Gibts nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur",
"Gibts nur eine Pflanzenart, wird's fürs Rebhuhn richtig hart",
"Bleibt Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern",
"Haut Ackergift die Pflanzen um, bleiben auch die Vögel stumm" und
"Ohne Blumen auf der Wiese, gehts der Biene richtig miese."
Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden und "Pflanzenschutzmitteln" gefährden die Artenvielfalt enorm. Wo nur bestimmte Pflanzen überleben, haben kleinere Lebewesen wie Hamster, Bienen und Vögel kaum eine Überlebens-Chance. Die industrielle Landwirtschaft ist der Haupt-Verursacher des aktuellen, rasenden Artensterbens.

Massive Umweltbelastung durch Gülle - auch ein Thema für das BUMB.

Wo Tiere gehalten werden, fällt auch Gülle an. Und zwar eine ganze Menge. Eine echte Belastung für die Böden, für Grundwasser und Weltmeere.


"Zu viel Dünger auf dem Feld, geht erst ins Wasser, dann ins Geld",
"Strotzt der Boden vor Nitraten, kann das Wasser arg missraten",
"Steh'n im Stall zu viele Kühe, macht die Gülle mächtig Mühe" und
"Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt".
In deutschen Tierhaltungen entstehen schier endlose Mengen an Gülle. Diese wird von den Bauern oft einfach aufs Feld geschüttet, denn dies ist die günstigste Art der Entsorgung. Doch besonders der hohe Gehalt an Nitrat in den Exkrementen belastet die Böden und das Grundwasser. Das betrifft auch die Allgemeinheit, die - dem Verursacher-Prinzip widersprechend - für die ökologischen Schäden der Agrar-Industrie aufkommen muss.

Die Sprüche des BUMB sind flott und fröhlich, ohne erhobenen Zeigefinger. Offenbar haben sich die Kreativen hinter der Kampagne viel Mühe gegeben, niemanden vors Bein zu stoßen und dennoch auf die drängendsten Probleme der industriellen Landwirtschaft hinzuweisen. Schließlich betreffen diese uns Alle. Und es gibt Alternativen.

Trostloses SchweinelebenSolche Bilder sind auf Tierprodukten selten zu sehen. Bild: PETA (bearb.)

Immer wieder betont auch Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) auf der Seite, wie wichtig es für die Landwirte selbst sei, die Akzeptanz-Krise in der Bevölkerung mit mehr Nachhaltigkeit und Transparenz zu überwinden.

Wie zu erwarten, gab es aus Lobby-Kreisen der Agrar-Industrie heftige Kritik, bis hin zu Forderungen nach einem Rücktritt von Ministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD). Die Bauern-Verbände sind bekannt dafür, jede Veränderung schon im Keim zu ersticken, unter einem mächtigen Schwall von Rabulismus.


Wer die Aktion der "Neuen Bauernregeln" des BUMB gut findet, kann daher folgendes tun:

  • Teilen Sie die lehrreichen Motive der "neuen Bauernregeln" auf Facebook, Twitter und weiteren Netzwerken,
  • weisen Sie in Ihrem Bekanntenkreis auf die Kampagne hin,
  • Fördern Sie
Autor: Kilian Dreißig
4,0/5 Sterne (2 Bew.)

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